Data Scientists & Co. So kommen Firmen an die heißbegehrten Techies

Alle suchen Entwickler, viele Stellen bleiben unbesetzt. Wie finden Recruiter fachlich geeignete Tech-Talente, die auch noch menschlich ins Team passen? Die ersten Hinweise gibt der Lebenslauf.

Entwickler Quelle: Ira Yapanda - Fotolia

Der Lebenslauf ist üblicherweise das Herzstück einer Bewerbung. Wenn man jedoch auf der Suche nach Techies ist, reicht das oft nicht aus. Zwar enthält der Lebenslauf alle grundlegenden Informationen zum Bewerber, doch wenn es darum geht, den besten Entwickler, Datenanalysten oder technischen Account Manager einzustellen, kommt es auch auf die Soft Skills an – und die findet man nicht im Lebenslauf.

Persönlichkeit und persönliche Ansprache im Anschreiben

Vor ein paar Jahren hat Joel Spolsky, CEO der Entwickler-Plattform Stack Overflows, auf seinem Blog geschrieben, dass Lebensläufe und Bewerbungsschreiben besonders dann hilfreich sind, wenn man Bewerber aussortieren will. Viel von dem, was er damals geschrieben hat, ist heute noch aktuell.

Stefan Schwarzgruber ist bei der Entwickler-Community Stack Overflow für den deutschsprachigen Raum zuständig. Quelle: PR

Während ein Recruiter wohl kaum Erfolg haben wird, wenn er eine generische Recruiting-Mail an eine große Anzahl von Kandidaten schickt, wird auch ein Bewerber mit einem generischen Anschreiben erfolglos bleiben. Wenn man der Bewerbung schon ansieht, dass der Kandidat sie an verschiedene Unternehmen verschickt, sollten die Alarmglocken klingeln. Daher sollte man darauf achten, ob der Bewerber seine Hausaufgaben gemacht und sich mit dem Unternehmen und seiner potenziellen Stelle gründlich auseinandergesetzt hat. 

Tipps für den ersten Satz im Bewerbungsschreiben

Zunächst muss man darauf achten, ob der Kandidat in seinem Anschreiben deutlich macht, warum er den Job will. Ist ihm die Zusammenarbeit mit den anderen Teammitgliedern wichtig oder beschreibt er ein technisches Problem, das er lösen will? Ein Bewerber, der an einem spezifischen Beispiel erklären kann, was ihn an dem Unternehmen interessiert, ist sehr wahrscheinlich eine gute Wahl.

Im zweiten Teil des Anschreibens sollte der Bewerber erklären, warum er der richtige Kandidat für den Job ist. Wenn er überzeugende Argumente liefert, weshalb das Unternehmen ihn braucht, ist er ein guter Kandidat für ein Bewerbungsgespräch.


Programmieren aus Leidenschaft

Die Begeisterung, die ein Entwickler für das Coden hat, ist wohl sein größtes Kapital. Viele Top-Talente haben schon sehr früh damit angefangen, ihre Programmierkenntnisse zu verbessern. So haben sie in den Sommer- oder Semesterferien wahrscheinlich eher den Programmierkurs besucht, als einen klassischen Nebenjob im Café zu wählen. Genau diese außerschulischen oder außeruniversitären Aktivitäten sind es, die am meisten über die Leidenschaft und den Antrieb eines Programmierers verraten.

Wer einen Programmierer findet, der in seiner Freizeit Fachbücher über etwa die Struktur und Interpretation von Computerprogrammen liest, hat man einen Traumkandidaten gefunden. Ein weiterer Indikator für einen guten Bewerber ist es, wenn dieser eine so aktuelle Programmiersprache beherrscht, dass der Arbeitgeber sie noch gar nicht verlangt. Solche Eigenschaften unterstreichen eine echte Begeisterung für das Programmieren und zeigen, dass es für den Bewerber mehr als nur ein Job ist.

Gleichzeitig sollte man beachten, dass man Leidenschaft nicht nur daran erkennt, wenn jemand den ganzen Tag über nur an Computerprogramme und Programmiersprachen denkt. Leidenschaft zeigt sich auch darin, wie der Kandidat über die Fähigkeiten spricht, die in seinem Lebenslauf stehen – ganz egal, ob es sich hierbei um seine Hobbies, eine ehrenamtliche Tätigkeit oder einen unkonventionellen Bildungsabschluss handelt. Bringt der Bewerber diese Leidenschaft authentisch rüber und zeigt Engagement, spricht das noch mehr für seine Persönlichkeit.

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