Gehaltsreport: Das verdienen Sie in der Konsumgüterindustrie
Noch sieht es für Mitarbeiter in der Konsumgüterindustrie, wie hier beim Naturkosmetikhersteller Börlind, ganz gut aus. Aber wie lange noch?
Foto: dpa15,8 Prozent mehr fürs Duschgel, 22,5 Prozent mehr für Betten und 34 Prozent mehr für Toilettenpapier als noch im Jahr 2015. Diese Zahlen spuckt der Preismonitor des Statistischen Bundesamtes aus – und zeigt: Vor allem im laufenden Jahr sind die Preise für diese Produkte deutlich gestiegen. Und genau dies erklärt, warum die Kauflaune der Deutschen unaufhaltsam sinkt. Die Unsicherheit, die der Krieg in der Ukraine mit sich bringt, und die steigende Inflation veranlassen sie zum Sparen. Der GfK-Konsumklimaindex lag im September bei -36,8 Punkten. Für Oktober rechnen die Experten mit -42,5 Punkten – ein Negativrekord.
Das dürfte Auswirkungen auf das Geschäft der Konsumgüterkonzerne haben. Sportartikelhersteller Adidas etwa hatte im Sommer seine Prognose für das laufende Jahr gesenkt. Toilettenpapierproduzent Hakle musste gar Insolvenz anmelden. Die Analysten der Bank Morgan Stanley befürchten, dass Verbraucher über kurz oder lang ihre Ausgaben für Dinge des alltäglichen Bedarfs einschränken werden. Sie senkten schon im Juni ihre Kursziele unter anderem für Henkel und Nestlé.
Was all das für die Gehälter in der Konsumgüterbranche bedeutet, zeigt der große Gehaltsreport, den die Personalberatung Korn Ferry exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt hat. Dafür hat das Unternehmen mehr als 360.000 Gehaltsdatensätze aus 764 Unternehmen analysiert. Die Zahlen stammen aus den Branchen Chemie, Konsumgüter, Pharma und Gesundheit, Automobil, Öl und Gas, Industrie und Maschinenbau – und sind nach Abteilungen untergliedert, also etwa Personal, Produktion oder IT. Korn Ferry sammelte die Daten bis Ende August.
Während erfahrene Experten und Führungskräfte im Mittelmanagement in der Konsumgüterindustrie mit einem Zielgehalt – also Grundgehalt plus variable Anteile – von 133.452 Euro leicht über dem Durchschnitt aller Branchen lagen, mussten die jungen Akademiker und Facharbeiter sich mit weniger zufrieden geben. Sie kamen mit 74.485 Euro nicht an den Branchenschnitt heran.
Im laufenden Jahr konnten die Nachwuchskräfte vor allem in den Bereichen Qualitätsmanagement und IT deutliche Zuwächse verzeichnen und lagen hier auch zum Teil deutlich über den Gehältern in anderen Branchen. Wie die Gehälter sich in anderen Unternehmensbereichen entwickelt haben, zeigt die vollständige Auswertung.
Bestätigen sich die negativen Aussichten für die Branche und bleiben die Konsumenten weiterhin zurückhaltend, dürfte sich das im kommenden Jahr auch auf die Gehälter der Beschäftigten auswirken. Denn dann wird es in vielen Bereichen für die Belegschaft schwierig, die Ziele zu erreichen, die es braucht, um noch die Boni zu erhalten.
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