Jobsuche Berufseinsteiger legen keinen Wert auf Soft Skills

Personaler und Chefs sind sich einig: Die soziale Komponente entscheidet über den Erfolg eines Bewerbers. Die Uniabsolventen sehen das anders: Sie glauben, wer eine Eins im Zeugnis hat, braucht nicht teamfähig zu sein.

So überzeugen Sie Ihren Chef
SelbstständigkeitDie Fähigkeit selbstständig zu arbeiten , ist Grundvorrausetzung für die meisten Berufe. Übrigens: Bewerben Sie sich auf eine neue Stelle, dann können Sie die Fähigkeit am besten durch ehrenamtliches Engagement oder über leitende Positionen zeigen. Lassen Sie sich das aber auch über Zeugnisse oder andere Dokumente nachweisen. Quelle: Fotolia
SelbstbewusstseinSeine Stärken und Schwächen zu kennen, kann ganz schön schwer sein. Es hilft aber ungemein dabei, sich bewusst wahrzunehmen und zu bewerten. Dann ist man auch in der Lage, andere Menschen und ihre Eigenheiten zu erkennen - im Büro eine durchaus nützliche Eigenschaft. Quelle: Fotolia
Teamfähigkeit Keine Panik: Zusammenarbeit lässt sich lernen - bei dem gemeinsamen Planen, Recherchieren und Präsentieren. Aber was bedeutet es überhaupt, teamfähig zu sein? Es heißt auch, seine Rolle im Team zu erkennen und entsprechend zu handeln. Allerdings fängt man damit am besten bereits im Studium an, dann wird es im Job leichter. Der Chef wird sich freuen. Quelle: Fotolia
KonfliktfähigkeitSie sollten lernen, nicht bei jeder Kleinigkeit auszurasten, sondern auch bereit sein, andere Auffassung zu akzeptieren und sich mit ihren Mitmenschen auseinanderzusetzen. Quelle: Fotolia
FührungskompetenzBesonders wichtig ist diese Kompetenz: Sie setzt sich allerdings aus vielen anderen Qualitäten zusammen: der Delegationskompetenz, der Entscheidungsstärke, der Kritik- und Konfliktkompetenz sowie einem ausgeprägten Überzeugungsvermögen. Quelle: Fotolia
KreativitätManchmal ist die Denkweisen eingefahren, aber bestimmte Problemen brauchen Lösungen, die auch etwas ungewöhnlich sind. Damit sollten sie auffallen, denn nur so stellen Sie Ihre Führungsqualitäten unter Beweis und zeigen sich im Wettbewerb stark. Quelle: Fotolia
Lern- und ArbeitstechnikenGleiches gilt für diesen Punkt: Seien Sie immer heiß darauf, Neues zu lernen und sich neue Arbeitstechniken anzueignen. Der Vorteil: Sie zeigen sich besonders motiviert und wollen unbedingt weiterlernen und so zeigen Sie auch, dass Sie bereit sind, Neues aufzunehmen und das in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Quelle: Fotolia

Eine durchschnittliche Note im Abschlusszeugnis? In vielen Unternehmen spielt das keine Rolle mehr - solange die menschliche Komponente stimmt. Wer einen Vertriebler sucht, braucht einen geborenen Verkäufer, der seine Kunden berät, begeistert, überzeugt. Ob derjenige ein Ass oder eine Niete in Statistik war, tut nichts zur Sache.

So wird beispielsweise bei Google mehr Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeiter eine gewisse "Googlyness" haben, als auf fachliches Können. Schließlich ändern sich die Anforderungen inzwischen ohnehin so schnell, dass niemand mehr ohne Weiterbildungen auskommt. Was zählt, sind also die sogenannten Soft Skills.

Was Führungskräfte über Soft Skills denken

Nur die Uniabsolventen und Jobeinsteiger sehen das anders, wie eine globale Studie der Unternehmensberatung Hay Group zeigt. Demnach sind 70 Prozent der jungen Fachkräfte und Akademiker sicher, dass Fachkenntnisse ausreichen, um erfolgreich zu sein. Viele glauben sogar, dass emotionale und soziale Kompetenzen für die Arbeit eher hinderlich sind.

Was Hochschulabsolventen über Soft Skills denken

Ganz anders sehen das die Arbeitgeber und Personaler. Sie sind überzeugt: ohne Soft Skills leidet nicht nur das Team, sondern auch der unternehmerische Erfolg. Entsprechend suchen sie händeringend nach Kandidaten, die mehr drauf haben als fachliche Expertise.

Doch viele Umfrageteilnehmer mussten zugeben, dass sie diese Kandidaten einfach nicht finden und letztlich aus Verzweiflung jemanden einstellen, der menschlich weniger überzeugt. "Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Denn entweder lassen Unternehmen wichtige Stellen längere Zeit unbesetzt - oder sie stellen Kandidaten ein, die nicht das einlösen können, was sich Führungskräfte von ihnen versprechen", sagt Michael Träm, Geschäftsführer der Hay Group.

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Mit entsprechenden Konsequenzen für den Bewerber: So gaben 53 Prozent der befragten Berufseinsteiger an, über eine Kündigung nachgedacht zu haben, weil sie das Gefühl haben, nicht in das Unternehmen zu passen. Dabei liegt es gar nicht nur an den vermeintlich unfähigen Bewerbern. "Es dürfte nach wie vor für ziemlich jede Position die richtige Kandidatin, den richtigen Kandidaten geben. Die Frage ist allein, wie HR-Verantwortliche diese erkennen und richtig fördern", so Träm.

Die meisten Recruiting-Prozesse orientieren sich demnach allerdings zu stark an unpassenden Assessments. Oder die Stellenausschreibung und die tatsächliche Position haben nicht viel miteinander zu tun. Wer dann perfekt auf die Ausschreibung passt, wird im Job scheitern, wenn der so ganz anders ist, als erwartet.

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