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JobsucheSo wird die Initiativbewerbung ein Erfolg

Nicht immer ist der Traumjob gerade ausgeschrieben. Eine Initiativbewerbung fällt auf, wird aber auch gern ignoriert. Worauf es ankommt – und warum auch eine Absage hilfreich sein kann.Nina Jerzy 08.04.2024 - 07:43 Uhr
Foto: Getty Images, WirtschaftsWoche

Wer sich nur auf Stellenanzeigen bewirbt, ignoriert einen wichtigen Teil des Arbeitsmarkts. „Nicht immer ist der Bedarf bereits mit einer Stellenanzeige ausgeschrieben“, stellt Olaf Jendrny von der Personalberatung von Rundstedt fest. Ein interessanter Bewerber könne sogar dafür sorgen, dass ein Posten nur für ihn geschaffen wird – wenn er es denn schafft, das Interesse des gewünschten Arbeitgebers zu wecken.

Wie also sollte die Bewerbung auf gut Glück aussehen, damit sie zum Traumjob führt?

Eine Initiativbewerbung sollte „gut vorbereitet und gezielt platziert sein“, sagt Karriere- und Bewerbungs-Coach Bernd Slaghuis. Dazu gehört für ihn, nicht wie bei der klassischen Bewerbung über die Personalabteilung zu gehen. „Das hat heute kaum noch eine Chance“, warnt er. Denn viele Recruiter oder auch Programme mit Künstlicher Intelligenz würden Bewerbungen erst einmal mit offenen Stellenausschreibungen des Unternehmens abgleichen. Passe der Bewerber nicht ins Raster, drohe automatisch die Absage oder es gebe gar nicht erst eine Antwort.

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Karriereberaterin Doris Brenner rät Initiativbewerbern: möglichst einen Ansprechpartner aus dem Fachbereich heraussuchen, in dem man arbeiten möchte. Und dann sehr gezielt argumentieren, warum ausgerechnet man selbst für das Unternehmen eine hervorragende Wahl wäre. „Problemlöser, nicht Bewerber“, bringt Brenner das Erfolgsrezept auf den Punkt. Das setze voraus, dass sich der Bewerber mit den Schwerpunkten und Bedürfnissen des Unternehmens auseinandergesetzt hat.

Slaghuis nennt ein Beispiel, wie der Weg zur erfolgreichen Initiativbewerbung aussehen kann: Eine Marketingmanagerin interessiert sich für E-Bikes als Zukunftsmarkt und stößt bei der Recherche nach möglichen Arbeitgebern auf einen familiengeführten Hersteller. Beim Blick auf soziale Netzwerke und die aktuellen Mitarbeiter fällt auf, dass der Geschäftsführer die Öffentlichkeitsarbeit weitgehend selbst organisiert. Für Slaghuis die beste Voraussetzung, um eine Zusammenarbeit vorzuschlagen, bis hin zum Aufbau einer Marketingabteilung.

Wer bereits über einen Kontakt in den Fachbereich verfügt, hat laut Brenner automatisch bessere Chancen. Hilfreich sei es auch, wenn man sich nicht gerade einen Weltkonzern aussuche. Die Personalentwicklerin hat in puncto Initiativbewerbungen festgestellt: „Je größer die Organisation, um so geringer die Chancen.“ 

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Das liegt zum einen daran, dass größere Unternehmen ihre Bewerbersuche immer mehr automatisieren. Bei Konzernen, die auch bei Initiativbewerbungen auf Onlineportale setzen, ist es laut Jendrny von der Personalberatung von Rundstedt schwierig, positiv aufzufallen. Besonders wichtig sei deswegen das Motivationsschreiben. Kompetenz auf Augenhöhe sei besonders bei Bewerbungen direkt im Fachbereich entscheidend, sagt Brenner. Da könne etwa eine konkrete Idee, wie sich ein Produkt verbessern ließe, den Ausschlag geben.

„Es geht nicht um die perfekt designte Bewerbungsmappe“, unterstreicht Slaghuis. Entscheidend sei zu zeigen, wie Fähigkeiten und Erfahrungen helfen könnten, spezifische Probleme des Unternehmens zu lösen oder Ziele zu erreichen. „Eine Initiativbewerbung muss damit inhaltlich weit über eine Bewerbung auf ausgeschriebene Stellen hinausgehen“, sagt er.

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Mit Insider-Informationen punkten

Im besten Fall kommt ein Bewerber der Stellenausschreibung gerade eben zuvor. Doch wie lassen sich diese Posten finden? „Hier geht es meist um Insider-Informationen“, sagt Slaghuis. Das könne ein Bekannter sein, der von der Kündigung einer Kollegin erfahren hat. Kontakte zum Wunscharbeitgeber können sich laut Brenner auch deshalb lohnen, weil Stellen oft zunächst intern ausgeschrieben würden. Eröffnet ein Unternehmen einen neuen Standort, ist das laut den Experten ebenfalls ein guter Hinweis darauf, dass Arbeitskräfte gesucht werden. Wer in der Initiativbewerbung auf Berichterstattung zu diesen Plänen verweisen kann, präsentiert sich laut Jendrny als Kandidat, der bei der Jobsuche über den Tellerrand schaut.

Aufmerksam könnte ein potenzieller Arbeitgeber laut Jendrny auch werden, wenn sich eine (ehemalige) Führungskraft eines Mitbewerbers meldet. Abseits von Ballungszentren könne es außerdem neugierig machen, wenn ein Kandidat aus der unmittelbaren Umgebung eine Bewerbung schicke. Slaghuis ergänzt: „Je leichter es ist, mit Entscheidungsträgern außerhalb der Personalabteilung in Kontakt zu kommen, desto größer die Chance auf ein Gespräch.“

Wer einen festen Traumarbeitgeber im Blick hat, sollte laut Slaghuis deshalb zunächst in Netzwerken wie Xing oder LinkedIn den richtigen Ansprechpartner recherchieren. In kleinen Unternehmen oder Familienbetrieben könne das der Inhaber oder Geschäftsführer sein, bei etwas größeren Arbeitgebern die Führungskraft im gewünschten Fachbereich.

Der Bewerbungsexperte rät davon ab, gleich einen Lebenslauf oder ein Motivationsschreiben anzuhängen. „Der Erstkontakt sollte weniger als offizieller Bewerber, sondern als Mensch mit spannendem Profil erfolgen“, empfiehlt Slaghuis. „Nach dem Motto 'Wollen wir uns einmal auf einen Kaffee verabreden und über die Möglichkeiten meiner Mitarbeit in Ihrem Unternehmen/Ihrem Bereich austauschen?'“ Auch Gehaltsvorstellungen zu nennen, sei erst einmal tabu, sagt Jendrny. Dasselbe gelte für Zeugnisse. Diese werden erst relevant, wenn beim Unternehmen Interesse bestehe.

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Das Warten nach einer Initiativbewerbung kann lang werden. Für Slaghuis darf bei einer Nachricht über soziale Netzwerke innerhalb einer Woche mit einer Reaktion gerechnet werden. Bei einer Initiativbewerbung per E-Mail oder Onlineplattform sollte zwei bis drei Wochen gewartet werden, ehe man noch einmal freundlich nachfragen könne.

Kommt auf die Bewerbung nur der knappe Hinweis „Wir suchen gerade nicht“, raten alle drei Experten: anbieten, dass die Unterlagen gespeichert werden dürfen und man sich über eine Kontaktaufnahme freut, sollte eine passende Stelle frei werden. „Vereinbaren Sie, dass Sie sich in drei Monaten nochmals melden“, empfiehlt Brenner.

Gerade bei Initiativbewerbungen lohnt es sich, sich geduldig zu zeigen, wie Slaghuis betont. „Seien Sie offen für Rückmeldungen und nutzen Sie jede Interaktion mit dem Unternehmen als Chance, mehr zu lernen und Ihre Strategie anzupassen“, empfiehlt er. „Zeigen Sie sich flexibel und bereit, Ihre Bewerbung basierend auf dem erhaltenen Feedback zu verbessern oder alternative Wege der Zusammenarbeit zu erkunden.“

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