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MBA Nur wenige Alternativen für MBA-Absolventen

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Er nahm im September 2008 sein MBA-Studium an der Handelshochschule Leipzig (HHL) auf – und ahnte damals schon Schlechtes. Kurz nach Studienbeginn brach dann die US-Großbank Lehman Brothers zusammen. Entsprechend früh schickte Köster Initiativbewerbungen an Unternehmensberatungen und Banken – jedoch ohne Erfolg.

Sein Glück: Während des Studiums hatte er Kontakt zu indischen Kommilitonen. Die erwähnten einen Konzern namens Infosys. Köster wurde hellhörig und begann zu recherchieren: Das indische IT-Unternehmen hat 100 000 Mitarbeiter. Umsatz 2008: mehr als vier Milliarden US-Dollar. Das Wichtigste aber: Der Konzern stellt ein.

Köster bewarb sich, absolvierte zwei Vorstellungsgespräche – und bekam die Zusage für eine Stelle als IT-Consultant.

Längst nicht jedem seiner Kommilitonen gelang ein solch reibungsloser Einstieg. Einige hängen nach dem MBA noch ein Auslandssemester dran, andere absolvieren weitere Praktika – für MBA-Absolventen mehr als ungewöhnlich.

Krise senkt Einstiegsgehälter

Hinzu kommt: Wer den Einstieg in der Krise schafft, gibt sich mit geringeren Einstiegsgehältern zufrieden. Die US-Ökonomin Lisa Kahn von der Yale School of Management fand heraus: Wer in einer Flaute auf den Arbeitsmarkt drängte, verdiente bis zu acht Prozent weniger – und zwar langfristig.

So ist es nur allzu verständlich, dass so mancher auf Alternativen sinnt. Längst verzeichnen die Business Schools so etwas wie ein neues Gründerfieber.

Etwa bei Daniel Callaghan. Der Engländer machte seinen MBA an der spanischen Iese, einer der renommiertesten Einrichtungen überhaupt. Als im Mai die Zeugnisse vergeben wurden, hatte sich Callaghan schon vom Angestelltendasein in spe verabschiedet.

Seit vier Monaten betreibt er das Online-Portal „MBA & Company“, auf dem Freiberufler und Unternehmen für einzelne Projekte zusammenfinden können. Rund 2000 Spezialisten und über 100 Unternehmen haben sich dort bisher registriert. Kommt ein Geschäft zustande, kassiert Callaghan eine Provision. Offenbar kein allzu schlechtes Geschäft: In seinem ersten Geschäftsjahr peilt der Brite einen Umsatz von 400.000 Euro an.

Auch Ingo Wachter ist zufrieden mit seiner Entscheidung, in die Provinz zu gehen. Es müsse ja nicht jeder MBA-Absolvent in eine Top-Position einsteigen: „Der Titel rechtfertigt das nicht“, sagt Wachter. Besonders nicht in Krisenzeiten.

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