Monster Employment Index Welche Fachkräfte Deutschland braucht

Fachkräfte fehlen an allen Ecken und Enden. Ein Index des Karriereportals Monster zeigt, wie hoch der Bedarf an Spezialisten in Deutschland tatsächlich ist. Ganz besonders fehlt es an Computerspezialisten.

Das sind Deutschlands Branchen-Hauptstädte
IT und TelekommunikationAls Betreiber eines riesigen Netzwerks von Berufstätigen verfügt das soziale Online-Netzwerk Xing über statistische Daten, von deren Präzision herkömmliche Umfrageinstitute nur träumen können. Die Xing AG hat nun anhand von zehn Branchen ermittelt, in welchen deutschen Städten sich die Fachkräfte bündeln. In der Branche „IT und Telekommunikation“ liegt die Heimat der Deutschen Telekom Bonn klar auf Platz 1. In Bonn arbeiten in Relation zur berufstätigen Bevölkerung fast 50 Prozent mehr Mitglieder in dieser Branche als im drittplatzierten Hamburg, nämlich insgesamt 4,4 Prozent. Den zweiten Platz belegt München mit 4,0 Prozent Anteil der Xing-Mitglieder an der berufstätigen Bevölkerung. Quelle: dpa
DienstleistungenDie Branche der Dienstleister führt Hamburg klar an. Mit drei Prozent Anteil der Xing-Mitglieder, die in dieser Branche arbeiten, lässt die Hansestadt (München 2,5 Prozent) und Frankfurt (2,4 Prozent) hinter sich. Xing analysierte für den Branchen-Atlas nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen deutsche Mitgliederprofile, die Aufschluss geben über die beruflichen Stationen der registrierten Fach- und Führungskräfte, Geschäftsleute und Berufstätigen. Auch die Branche und Adresse des Arbeitgebers flossen in die Bewertung mit ein. Quelle: ZB
MedienGleich mehrere Städte beanspruchen in ihrem Marketing den Titel als Deutschlands Medienhauptstadt für sich. Die Xing-Untersuchung hat ergeben: In Hamburg (4,1 Prozent) arbeiten rund ein Viertel mehr Medienschaffende als in München (3,3 Prozent) und Köln (3,0 Prozent). Berlin landet mit einem Anteil von 2,4 Prozent nur auf dem fünften Platz. Für die Studie untersuchte Xing die Anzahl der berufstätigen Netzwerk-Mitglieder, die in der jeweiligen Branche und in der jeweiligen Stadt arbeiteten. Diese Mitglieder-Zahl wurde dann relativ zur Gesamtzahl der Berufstätigen in Großstädten ab 300.000 Einwohner gesetzt - so ergaben sich schließlich die genanten Anteile. Quelle: dpa
FinanzenWenig überraschend führt Finanzzentrum Frankfurt: Etwa jeder zwanzigste Berufstätige ist hier in der Finanzbranche tätig (5,4 Prozent), mehr als doppelt so viele wie im zweitplatzierten München (2,4 Prozent) oder in Düsseldorf (2,3 Prozent). Quelle: Reuters
Verarbeitende IndustrieAutostadt Stuttgart ist die Hochburg der verarbeitenden Industrie. Sie beschäftigt mit 2,8 Prozent gemessen am Anteil an der arbeitenden Bevölkerung fast drei Mal mehr Menschen als in Köln (1 Prozent). Den zweiten Platz belegt München (2,1 Prozent). Quelle: dpa
ConsultingIn dieser Branche liefern sich München und Frankfurt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende geht der erste Platz an die bayerische Landeshauptstadt mit 2,8 Prozent Xing-Branchenanteil an der berufstätigen Bevölkerung. Frankfurt (2,8 Prozent) und Düsseldorf (2,6 Prozent) haben das Nachsehen in der Beraterbranche. Quelle: dapd
HandelHafenstadt Hamburg dominiert den Handel. Das Tor zur Welt beschäftigt mit 2 Prozent Anteil rund 40 Prozent mehr Händler als das zweitplatzierte Düsseldorf (1,4 Prozent). Hansestadt Bremen kommt mit 1,3 Prozent auf Platz 3. Quelle: dpa

Einmal im Monat erhebt das Karriereportal Monster die Nachfrage nach verschiedenen Jobs in den Bundesländern und vergleicht die deutschen Arbeitsmarkttrends mit denen Europas. Dazu beobachtet die Jobvermittler Online-Stellenangebote in 24 europäischen Ländern. Der aktuelle Monster Employment Index zeigt, wo es in Deutschland an Fachkräften fehlt und welche Berufe gesucht werden.

Im Oktober zeigte der Index eine leichte Nachfragesteigerung von zwei Prozent an. "Mehr als die Hälfte der deutschen Bundesländer verzeichnet im Oktober einen Zuwachs in der Online-Personalnachfrage verglichen mit dem Vorjahr", heißt es in dem Bericht. Ganz besonders fehlt es in Deutschland an Anlagen- und Maschinenbedienern. Die Nachfrage nach solchen Maschinenführern ist im Vergleich zum Oktober 2011 um 16 Prozent gestiegen und erreicht damit zum zehnten Mal in Folge den Spitzenplatz unter den Berufsgruppen. Vor allem im Bereich Transport und Logistik sind Online-Stellen für diese Gruppe ausgeschrieben.

IT-Kräfte gesucht

Die kleine Berufsgruppe der Fachkräfte in Landwirtschaft und Fischerei (um 13 Prozent gestiegen) blickt auf eine beispiellos hohe Personalnachfrage im Oktober zurück und nimmt, mit dem stärksten Wachstum seit November 2011, den zweiten Platz im Index ein. Die Nachfrage nach Hilfsarbeitskräften (um zehn Prozent gesunken) hingegen geht weiterhin zurück und bildet das Schlusslicht der Berufsgruppen im Oktoberindex.

Bei den Fachkräften fehlt es an Computerspezialisten. Die wurden, verglichen zum Vorjahr, deutlich häufiger gesucht. Die Zahl der Online-Stellenanzeigen für ITler ist um zehn Prozent gestiegen - sowohl im Aus- als auch im Weiterbildungsbereich. Bernd Kraft, Vice President General Manager Central Europe bei Monster sagt dazu: "Es macht Mut, dass mehr als die Hälfte der Sektoren im Index ein Plus in der Online-Personalnachfrage verzeichnen und die Sektoren IT und Aus- und Weiterbildung sogar zweistellig gestiegen sind."

Regionale Unterschiede

In Arbeit
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Auch die Online-Personalnachfrage in den Bereichen Öffentlicher Dienst; Marketing, PR und Medien und Rechnungs- und Steuerwesen (jeweils um neun Prozent gestiegen) steigt im Vorjahresvergleich. Verwaltung und Organisation (um elf Prozent gesunken) stellt den dritten Monat in Folge den schwächsten Sektor dar. Insbesondere die Nachfrage nach Bürokräften und kaufmännischen Angestellten ist hier gesunken.

Regional verzeichneten die Job-Experten den größten Nachfragezuwachs in Sachsen-Anhalt. Dort stieg die Nachfrage nach neuen Arbeitnehmer jeglicher Spezialisierung im Oktober um 16 Prozent. In Niedersachsen stieg die Nachfrage um sieben Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern ging sie um 15 Prozent zurück. In Mecklenburg-Vorpommern sei der Rückgang allerdings auf das saisonalbedingt rückläufige Gastronomie- und Tourismusgewerbe zurückzuführen.

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