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Personalberater Die 100 wichtigsten Headhunter

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Joachim Rabe Quelle: Martin Hangen für WirtschaftsWoche

Denn wer bei der Jobsuche die Hilfe von derlei Beratern in Anspruch nehmen möchte, tut gut daran, sich schon vorab als Handelsware zu betrachten. Personalberatern geht es mit ihren Kandidaten schließlich nicht viel anders als Verbrauchern am Obststand im Supermarkt: Dort legt jeder Kunde die Äpfel, die schon Druckstellen haben, sofort zurück und greift lieber zu den frischen.

Übertragen heißt das: Kommt bei den Personalberatern ein Suchauftrag rein, rufen sie in der Regel als Erstes jene Manager an, die noch fest unter Vertrag stehen. Je länger sich dagegen einer umschaut oder in ihrer Kartei schlummert, desto eher gilt er als verdorbene Ware.

Nicht wenige Führungskräfte, ob im Job frustriert, gerade auf der Abschussliste gelandet oder schon geschasst, begehen dagegen einen schwerwiegenden Fehler: Weil Arbeitsagenturen ohnehin keine adäquaten Posten in petto haben und das persönliche Netzwerk bereits erhebliche Risse bekommen hat, bombardieren sie diverse Personalberater mit Initiativbewerbungen. Masse statt Klasse. Fatal!

Virtuelle Warenlager

„Personalberater sind kein Arbeitsamt“, warnt Eberhard von Rundstedt, Chef der gleichnamigen Outplacement-Beratung in Düsseldorf. „Headhunter leben in erster Linie davon, für ihre Auftraggeber die besten Köpfe abzuwerben, aber keineswegs davon, arbeitslose Manager von der Straße zu holen.“

Stattdessen erreichen selbst hoch dotierte Fach- und Führungskräfte mit ihren unverlangt eingesandten Lebensläufen oft nur eins: Sie landen in den virtuellen Warenlagern der Headhunter, den Datenbanken. Und ruhen dort oft genug in Frieden.

Das heißt jedoch auch nicht, sich einem Headhunter erst auf den letzten Drücker zu nähern. In kaum einem Geschäft spielen gegenseitiges Vertrauen und tiefe Kenntnis der Stärken und Schwächen einer Führungskraft eine so große Rolle. Nur wenn sich beide Seiten gut genug kennen, ist die Chance groß genug, den Job vermittelt zu bekommen, der einen weiterbringt.

Gespür für Talente

Wer also langfristig im Geschäft bleiben und Karriere machen will, kann gar nicht früh genug damit beginnen, Kontakte zu Headhuntern aufzunehmen. Aber eben bitte nicht willkürlich, sondern gezielt und nur zu jenen, die in seiner Liga spielen.

Bei den Recherchen der WirtschaftsWoche zeigte sich allerdings auch: Die fünf Platzhirsche der Branche, die Kandidaten ab einem Jahresgehalt von 150 000 Euro suchen – Egon Zehnder, Spencer Stuart, Russell Reynolds, Heidrick & Struggles sowie Korn/Ferry – beherrschen den deutschen Markt der Top-Personalsuche keineswegs mehr in dem Maße, wie sie es gerne von sich behaupten.

Beste Drähte in die Deutschland AG und ein Gespür für Talente mit Charisma und Chuzpe – das war das Geschäftsmodell bis in die späten Neunzigerjahre hinein. Eine Zeit, die auch das Image der Personalberater in vielen Köpfen geprägt hat – das vom Headhunter in feinem Zwirn, der sich zu Abwerbegesprächen in eleganten Hotellobbys verabredet und sein Geld mit leichter Hand verdient.

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