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Praktikantenspiegel 2016 Warum Unternehmen Praktikanten brauchen

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Worauf es Praktikanten ankommt

Damit sich der ehemalige Praktikant positiv an seinen Lernbetrieb erinnert und sich dort nach seinem Abschluss bewirbt, muss das Unternehmen allerdings auch etwas tun. Wer seine Praktikanten wie billige Hilfskräfte einsetzt, wird vermutlich nicht nachhaltig profitieren.

Neben einer fairen Bezahlung kommt es den jungen Trainees vor allem auf eine gute Aufgabengestaltung, den Lerneffekt und die Führung durch den Vorgesetzten an. So sagen 74 Prozent der Praktikanten, dass es ihnen wichtiger ist, die richtigen Inhalte aus ihrem Praktikum mitzunehmen, als das große Geld. Abe auch Faktoren wie das Teamklima, die Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle.

Auch sehr wichtig: Wie sieht das sogenannte Onboarding aus? Steht der Praktikant an seinem ersten Arbeitstag alleine in der Empfangshalle und keiner weiß, dass er kommt, was er kann und wie lange er bleibt? Oder ist alles vorbereitet? Gibt es bereits Aufgaben, um die sich der Neue kümmern kann, steht ein Ansprechpartner zur Verfügung? Schließlich zählt der erste Eindruck - und das nicht nur bei Praktikanten.

Die deutschen Unternehmen stellen sich da unterschiedlich gut an. Insgesamt wurden im diesjährigen Praktikantenspiegel 446 Unternehmen in punkto Image und tatsächliche Attraktivität als Arbeitgeber bewertet.

Dabei haben fast alle Dax-Konzerne einen sehr guten Ruf bei den Studenten. Ihr Name wird mit Internationalität und Erfolg verbunden. Außerdem gehen die Praktikanten davon aus, bei Dax-Konzernen gut Entwicklungschancen zu haben und die eigene Karriere dort besser vorantreiben zu können, als bei einem Mittelständler. Beim Employer-Branding liegen die Dax 30 also ganz weit vorne.

Aber zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit liegen durchaus Welten, wie auch der Praktikantenspiegel zeigt. So wollen alle zu den Autobauern - das Markenimage von Daimler, BMW und Audi ist ausgezeichnet - in der Arbeitgeberqualität verlieren sie jedoch an Attraktivität.

Lediglich Porsche brilliert in beiden Dimensionen und übertrifft seine direkten Konkurrenten in der Automobilbranche bezüglich der Arbeitgeberqualität. Auch Opel schneidet bei der Arbeitgeberqualität überdurchschnittlich ab, erhält allerdings unterdurchschnittliche Werte beim Markenimage. Nur bei Adidas und BASF stimmen Image und Realität überein: beide können mit sowohl überdurchschnittlichen Werten in der Arbeitgeberqualität als auch im Markenimage bei den Praktikanten überzeugen.

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Außerhalb der Welt der Dax-Konzerne leiden unter anderem die KfW Bankengruppe und Texas Instruments unter dem Opel-Problem: Das Markenimage ist mies, aber tatsächlich sind beide Unternehmen gute Arbeitgeber. "Das schwache Markenimage kann bei Banken auf den teilweise schwierigen Ruf seit der Bankenkrise 2008 zurückzuführen sein", heißt es in der Studie. "Mit der zunehmenden Digitalisierung drängen immer mehr Internetunternehmen in den Finanzmarkt. Die Konsumenten vertrauen den neuen Akteuren wie beispielsweise Paypal deutlich mehr."

Deshalb sollten sich gerade Unternehmen, deren Image weniger sexy ist als das von Apple, Google oder den deutschen Autobauern, bemühen, ihre Praktikanten von sich zu überzeugen. "Die „Employee Experience“ jedes einzelnen Mitarbeiters entscheidet letztendlich darüber, ob das Markenimage eines Unternehmens auch der tatsächlichen Arbeitgeberqualität standhalten kann", heißt es in der Studie.

Dafür sollten Unternehmen sich die inhaltliche Ausgestaltung der Arbeit im Praktikum noch einmal vornehmen. Denn die Umfrageteilnehmer wünschen sich durch die Bank weg einen größeren Lerninput. Dafür müssen sie aber mehr dürfen, als die Werkhalle fegen und Kaffee kochen.

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