Traumberufe Die beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands

Eine exklusive Umfrage unter jungen Berufstätigen zeigt: Statt auf den neuesten Dienstwagen legt der Nachwuchs derzeit vor allem hohen Wert auf Nachhaltigkeit und Sicherheit.

Ein Mitarbeiter hält ein BMW-Emblem Quelle: dpa

Der Job von Petra Müller hat gute und schlechte Seiten. Die Chemikerin leitet ein Labor des Bonner Fotovoltaikunternehmens Solarworld im sächsischen Freiberg. Dort ist sie dafür zuständig, Proben aus Chemiebädern zu analysieren oder Produktionsanlagen für Solarmodule zu überprüfen. Der Nachteil: „Mit dem Endprodukt habe ich keinen direkten Kontakt“, sagt sie.

Dennoch überwiegen die Vorteile. Die Aufgaben sind abwechslungsreich, Müller braucht ständig ihre Kreativität und Lernbereitschaft. Doch es gibt einen weiteren Pluspunkt, der für sie mit Geld nicht zu bezahlen ist: „Es ist schön, an einer guten Sache mitzuarbeiten.“

Erneuerbare Energie statt Atomstrom – ein Plus, auf das Nachwuchskräfte derzeit hohen Wert legen.

So lautet eines der zentralen Ergebnisse des aktuellen Arbeitgeberrankings, das die WirtschaftsWoche exklusiv veröffentlicht. Die Beratung Universum Communications befragte dafür bundesweit etwa 6700 sogenannte Young Professionals – also junge Arbeitnehmer mit mindestens einem Jahr und maximal acht Jahren Berufserfahrung.

Die Gewinner im Arbeitgeberranking
BMW-Mitarbeiter unterschreiben auf einem neuen BMW Quelle: dpa
Die Präsentation eines neuen Audi Quelle: dpa
Ein Porsche Quelle: AP
Eine Maschine der Lufthansa Quelle: AP
Siemens-Mitarbeiter Quelle: AP
Ein Raum im Hauptsitz von Google Frankreich Quelle: Reuters
Das Bosch-Schild am Eingang eines Firmensitzes. Quelle: Reuters

Auf den vordersten Plätzen finden sich zwar auch in diesem Jahr wieder die üblichen Verdächtigen aus der Automobilindustrie: Sowohl bei Ökonomen als auch den Ingenieuren verdrängte Porsche die beiden Dax-Schwergewichte Lufthansa und Siemens vom Treppchen.

Viel Bewegung hinter der Spitze

Damit werden die ersten drei Plätze nun vollständig von der Automobilindustrie besetzt – von Audi, BMW und dem Sportwagenhersteller aus Stuttgart.

Doch selbst wenn sich an der Tabellenspitze wenig tut – dahinter ist enorm viel Bewegung drin: Unternehmen wie Solarworld steigen auf, die großen Stromriesen, allesamt Atomkonzerne, verlieren. RWE rutscht um 16 Ränge nach hinten, E.On um acht. Auch alte Industriedinosaurier wie ABB oder Bombardier gehören zu den Verlierern.

Und das liegt vor allem an einem Umstand: Die Vorstellung, die deutsche Nachwuchskräfte derzeit von ihrer beruflichen Entwicklung haben, hat sich gewaltig geändert. Sie erkundigen sich nicht mehr in erster Linie nach der Höhe des fixen und variablen Gehalts, nach der Marke des Dienstwagens oder nach möglichen Einsätzen im Ausland.

Sondern nach Kriterien wie Eigenverantwortung, intellektueller Herausforderung oder Nachhaltigkeit.

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