Umfrage Was Jobsuchende bei Bewerbungen fühlen

Für Unternehmen sind es Massenveranstaltungen, für Jobsuchende ein einschneidendes Erlebnis: Bei Bewerbungen sind Emotionen im Spiel. Eine Umfrage zeigt, was Bewerber wirklich fühlen.

Kleine Details können die komplette Wirkung verändern
Bei einem professionellen Foto - egal, ob es für die Bewerbung, die Firmen-Website oder den Xing-Auftritt ist - kommt es auf die Details an, weiß die Düsseldorfer Business-Fotografin Christine Sommerfeldt. Hier im Bild zu sehen ist Bettina Gohm, die bei Siemens für die globale Vergütungspolitik des Unternehmens zuständig ist. In diesem Bild wirkt die HR-Managerin sympathisch, offen, und kommunikativ, aber auch durchsetzungsstark und souverän. Ein winziges Detail verändert die Wirkung deutlich... Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin
In diesem Bild hält Managerin Gohm den Kopf nur ein kleines bisschen weiter gesengt als im Foto davor - und wirkt gleich skeptisch beziehungsweise fragend und zurückhaltend. Aber nicht nur die Körpersprache entscheidet über die Wirkung... Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin
Auch die Auswahl der Kleidung, des Schmucks und der Farben verändern die Wirkung total. In diesem Bild tut der knallige Blazer sein Übriges. Apropos Farbe... Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin
In diesem Bild steht Gohm vor einem dunklen Hintergrund und wirkt dadurch gleich viel konservativer und weniger dynamisch, als vor dem hellen Hintergrund. Zum Vergleich: Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin
Gohm in der gleichen Pose, mit gleichem Outfit, gleichem Schmuck und gleicher Kopfhaltung vor weißer Wand. Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin
Die Wirkung auf Fotos und wie sie durch Kleidung, Haltung und Farben beeinflusst wird, ist aber kein reines Frauenthema. Hier zu sehen: Wolfgang. Netter Typ, hemdsärmelig. Einer zum Probleme lösen und gemeinsam Feierabendbierchen trinken. Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin
Und das hier ist Herr Doerfler. Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin
Herr Doerfler kann auch etwas weniger steif und nach Versicherungsbranche aussehen. Mehr so ein bisschen kreativ und dynamisch. Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin
So sieht Wolfgang Doerfler übrigens in seinem Job als Vermittler von Interim Managern bei EIM Executive Interim Management aus.. Fotos: Christine Sommerfeldt, Business-Fotografin

Wie eine Mathe-Prüfung, ein erstes Date oder ein Zahnarzt-Besuch: Bewerber finden viele Umschreibungen für das, was sie bei einem Vorstellungsgespräch durchmachen. Die Beispiele haben eines gemeinsam: Sie beschreiben eine emotionale Drucksituation – das ist eine Bewerbung auch.

Bei einer aktuellen Umfrage von Softgarden, einem Anbieter für E-Recruitinglösungen, gaben 84 Prozent der Befragten an, dass Bewerbungen für sie mit starken Gefühlen verbunden sind. Eine große Mehrheit von 75 Prozent hat jedoch vor allem positive Erfahrungen mit Bewerbungen gemacht.

Trotzdem machen sich viele Jobsuchende Druck: Knapp 80 Prozent der Befragten gab an, dass bei der Bewerbung „viel auf dem Spiel“ steht. Und genau wie bei einer Mathe-Prüfung ist hohe Konzentration gefragt: 87 Prozent stimmten der Aussage zu, sich keinen Fehler erlauben zu dürfen.

Darauf sollten Sie beim Anzug achten

Für ihre Studie hat das Unternehmen Softgarden knapp 3500 Teilnehmer ihres Online-Bewerbungssystems befragt. Sie lässt deshalb ausschließlich Rückschlüsse auf die Nutzer des Softgarden-Produkts zu – und nicht auf Jobsuchende in Deutschland insgesamt. Die Bewerber waren im Schnitt 34 Jahre alt. 42 Prozent von ihnen hatten Berufserfahrung, knapp 26 Prozent waren Berufseinsteiger und rund 11 Prozent Studenten oder Praktikanten. Führungskräfte machen nur einen kleinen Teil der Stichprobe aus.

Auch Unternehmen müssen sich bewerben

Auch wenn Bewerbungen für viele der Befragten eine emotionale Drucksituation ist: Stressen lassen sich nur Wenige. Der Aussage „Bewerbungen stressen mich“ stimmten nur etwa ein Viertel der Befragten zu. Auch ein Problem oder eine lästige Pflicht sieht nur eine Minderheit in Bewerbungen. Nahezu alle Befragten begreifen die Bewerbung als Chance. Und: 57 Prozent haben sogar Spaß dabei.

Zurücklehnen können sich die Unternehmen nicht. Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sich Arbeitgeber ebenso beim Jobsuchenden um dessen Leistung bewerben müssen.

Trotzdem fühlen sich viele Bewerber den Firmen ausgeliefert. Der Aussage „Bei Bewerbungen sitzen Unternehmen am längeren Hebel“ stimmten knapp 83 Prozent zu. Und fast 40 Prozent empfinden den Ausgang einer Bewerbung als reine Glückssache.

Und so verbinden Jobsuchende viele ambivalente Gefühle mit einer Bewerbung: Nervosität, Hoffnung, Erleichterung, wenn es vorbei ist. Eben eine Mischung aus Mathe-Prüfung, erstem Date und Zahnarzt-Besuch.

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