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Kommentar zum WM-Sieg Für das ganze Land und nicht nur den Sport

Deutschland ist zum vierten Mal Fußball-Weltmeister. 24 Jahre hat es gedauert, dass der Titel wieder in die Bundesrepublik kommt. Der sportliche Erfolg hilft dem ganzen Land, das Image im Ausland wird sich verbessern.

Die Entscheidung in Rio de Janeiro ist gefallen: Der neue Fußball-Weltmeister steht fest. Quelle: dpa

Es hat etwas länger gedauert als gedacht. Nämlich ziemlich genau acht Jahre. Das Sommermärchen von 2006 ist jetzt doch noch wahr geworden. Eben mit Verspätung, aber Deutschland ist tatsächlich Fußball-Weltmeister durch den Sieg im Finale von Rio de Janeiro über Argentinien. Das ganze Land ist im Freudentaumel, gefeiert wird die ganze Nacht und wahrscheinlich auch noch länger. 1990 ist Deutschland das letzte Mal Weltmeister gewesen, nach 24 Jahren Pause hat es nun endlich wieder geklappt.

Die Freude, der Jubel, die nächtliche Partystimmung - das sind alles die spontanen, kurzfristigen Reaktionen auf den vierten deutschen Titel. Die ganz große emotionale Hochstimmung wird wohl nicht allzu lange anhalten, der Alltag kommt einfach zu schnell zurück. Der vierte Titel wird aber trotzdem viel mehr nach sich ziehen als nur den kurzfristigen Freudentaumel. Die Wirkung wird länger spürbar sein, weil Fußball rund um den Globus einfach so ungeheuer wichtig ist. Dieser Titel wird Deutschland dauerhaft helfen, gerade auch außerhalb des Sports.

So schoss uns Götze ins Glück
Es war ein Spiel auf Augenhöhe: Starke Argentinier und „die Mannschaft“ lieferten sich über 120 Minuten ein intensives und enges Spiel. Hier rang der starke Ezequiel Lavezzi gegen Thomas Müller. Deutschlands Sturmtank hatte gegen den bulligen und zweikampfstarken Argentinier einen harten Stand. Quelle: REUTERS
Argentinien lieferte einen harten Kampf. Die Spieler der Albiceleste gaben keinen Ball verloren und boten wenig Räume. Sie waren die erwartet hart zu knackende Nuss. Hier grätschte Marcos Rojo dem Ball entgegen. Quelle: REUTERS
Schnell wie der Wind: Argentiniens Lionel Messi war einfach nicht in den Griff zu kriegen. Hier wird der Superstar vom ebenfalls schnellen Mats Hummels verfolgt. Doch der Verteidiger kann den Wirbelwind nicht stoppen. Beim finalen Pass steht die Abwehr der Deutschen aber sicher. Quelle: REUTERS
Ein Schreckmoment: Argentiniens Gonzalo Higuain trifft in die Maschen. Doch der Treffer zählte nicht. Abseits. Quelle: AP
Auge: Keeper Manuel Neuer bewies beim Spiel seine gewohnten Qualitäten. Und die sind Weltklasse. Hier schaut die Nummer 1 den Ball am Kasten vorbei. Quelle: dpa
Es hätte sein Abend werden können, doch Christoph Kramer hatte vor allem eines: Pech. Der Gladbacher rückte für den kurzzeitig verletzten Khedira ins Team. Eine große Bürde. Die Kramer unbeeindruckt ließ. Bis er einen Bodycheck bekam und aus dem Spiel musste. Tragisch. Quelle: REUTERS
Und er hätte sich frühzeitig zum Helden machen können: Kurz vor Ende der ersten Halbzeit hatte der viel gescholtene Benedikt Höwedes die große Chance zur Führung. Doch sein Kopfball nach Kroos-Ecke ging nur an den rechten Pfosten. Unfassbar! Quelle: AP

Da ist zum einen erst einmal die Wirkung nach innen, im eigenen Land. Deutschland geht es zwar auch ohne WM-Titel schon sehr gut, vor allem ökonomisch. Deshalb meint so mancher, dass es gerechter gewesen wäre, die Argentinier hätten den Titel gewonnen. Das schuldengeplagte Land hätte den emotionalen Schub viel besser gebrauchen können als die reichen Deutschen. Das lässt sich nun nicht mehr ändern, Deutschland hat den Titel und wird ihn auch nicht mehr hergeben.

Der vierte Stern auf dem DFB-Trikot wird für neuen Schub im eigenen Land sorgen, mag es uns auch noch so gut gehen. Dieser Titel sorgt gewaltig für neuen Schwung. Wenn Deutschland den Champion in der weltweit wichtigsten Sportart stellt, dann geht es mit dieser Rückendeckung im Alltag leichter voran. Der Streit um die Rente, die hohen Strompreise, die mögliche Einführung einer Maut – alles geht leichter von der Hand mit einem Lächeln, ausgelöst durch den Titel.

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