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Kündigungen Fair feuern

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Personen sind hinter einer Quelle: dpa

Besonders wenn es sich um einen langjährigen Mitarbeiter handelt, kommt leicht der Verdacht auf: Der Arbeitgeber will ihn loswerden. Nur nicht fair.

Kein Unternehmen kann aber daran interessiert sein, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu beenden. Anders sieht es allerdings aus, wenn der Betroffene den Sonderkündigungsschutz missbraucht, den er aufgrund langer Betriebszugehörigkeit zu Recht genießt.

Arbeitsanwalt Naujoks, der das Buch "Kündigung von ,Unkündbaren" geschrieben hat, erlebt "solche Fälle täglich". Da sagt beispielsweise der Mitarbeiter eines Handwerksbetriebs zu seinem Vorgesetzten: "Sie können mir gratulieren: Ab heute bin ich unkündbar." Von nun an fühle er sich berechtigt, "nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen." Ein glatter Vertrauensbruch und Beleg der inneren Kündigung.

Weigert sich ein solcher Mitarbeiter später zu gehen, kann eine stümperhafte Kündigung schnell zum Desaster werden. Spätestens wenn der Gekündigte vor Gericht sein Bleiben durchsetzen kann, gibt es nur noch ein Thema unter den Kollegen – und womöglich einen Aufwiegler.

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    Faire Konditionen erarbeiten

    Nicht nur in diesem Extremfall gilt: Arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen kosten Geld, Zeit und Nerven. Und den Vorgesetzten sein Ansehen gleich mit. "Imageschäden" infolge einer Kündigung fürchten Manager laut Kienbaum-Umfrage mit 67 Prozent am meisten.

    Verärgerten wie verletzten Mitarbeitern ist es letztlich nicht zu verdenken, wenn sie langwierige Prozesse vor dem Arbeitsgericht anstoßen, ihren Austritt aus dem Unternehmen verzögern und um höhere Abfindungen feilschen.

    Das heißt: Zunächst alle relevanten Informationen über den Betroffenen einholen wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit und erbrachte Leistungen. Genauso wichtig ist es, früh über faire Konditionen nachzudenken: Bietet man dem Mitarbeiter eine Verlängerung der Kündigungsfrist und eine Abfindung an oder unterstützt man ihn bei der beruflichen Neuorientierung?

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