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Machtverlust Wie geschasste Manager mit dem Karriereende klarkommen

Seite 3/5

Klaus Zumwinkel und Jürgen Schrempp (von links) Quelle: Torsten Wolber

„Man hört natürlich gerne, wenn Leute einem recht geben, und empfindet alles andere schnell als Störung“, gibt der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt zu. Die Fähigkeit, Kritik zu ertragen, nehme mit dem eigenen Aufstieg ab, hat er beobachtet. Das sei Teil der „Déformation professionnelle“, der beruflichen Entstellung, die Spitzenämter mit sich bringen.

Er habe das rechtzeitig erkannt, sagt Milbradt über Milbradt, und sich „gezielt Ratgeber gesucht, die mir im kleinen Kreis offen Widerworte geben“. Vielleicht ist ihm 2008 auch deswegen ein halbwegs geordneter Rückzug ohne große Grabenkämpfe gelungen, als seine Unterstützung in Partei und Landtag bröckelte. Wobei die Frage offen bleibt, wie es trotz der Warner überhaupt so weit kommen konnte.

Harte Landung

Wem der Absprung zur rechten Zeit nicht gelingt, der erlebt dagegen eine harte Landung. Viele, die sich lange im Rampenlicht gesonnt haben und dann rüde von der Bühne geschubst wurden, meiden danach das Publikum. So waren für diesen Artikel weder der frühere Daimler-Chef Jürgen Schrempp noch Ex-VW-Boss Bernd Pischetsrieder, der als Manager für „Sonderaufgaben“ weiterhin von VW bezahlt wird, oder der frühere HRE-Vorstandsvorsitzende Funke zu sprechen.

Werner Marnette fällt der Machtverlust schwer

Immerhin: Ein paar Manager aus der Riege der Entmachteten waren bereit, sich hinter vorgehaltener Hand und unter Zusicherung absoluter Anonymität zu äußern – etwa in der konspirativ anmutenden Geborgenheit einer Frankfurter Nobelbar, von wo die Chefetagen der Banktürme wie weit entfernte Galaxien erscheinen.

Hier, wo gedämpftes Licht die Silhouetten verwischt und schwere Ledersessel jedes Wort verschlucken, bevor es an den Nachbartisch dringt, sitzt ein Manager, der nicht viel sagen möchte und doch lange von „seinem“ Unternehmen erzählt, das ihn beschäftigt hat, bis ihm ein Machtkampf einen Strich durch die Rechnung machte. Noch immer liest er akribisch die Tageszeitungen, kommentiert Berichte über den Ex-Arbeitgeber in der „Wir“-Form und stellt Prognosen auf, obwohl das Unternehmen ihn dazu gar nicht mehr fragt.

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