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Machtverlust Wie geschasste Manager mit dem Karriereende klarkommen

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Diese Phase kann sich lange hinziehen, wenn eine neue, ausfüllende Aufgabe ausbleibt. In vielen Fällen kommt sie nie, weiß Stefan Fischhuber, der als Partner bei der Personalberatung Heidrick & Struggles zahlreiche Manager-Lebensläufe kennt: „Wer mit Mitte 50 einen Vorstand verlässt, hat es oft schwer, noch einen neuen Job zu finden“, sagt der Experte. „Das ist besonders bitter, weil viele dann noch voll im Saft stehen und für eine Aufgabe brennen.“

Wer so ausgebremst wurde, fällt erst recht in ein Loch. „Wie am Ende einer Beziehung verspüren die Betroffenen Wut, Trauer, Angst und Sehnsucht zugleich“, sagt Felicitas von Elverfeldt, die in Frankfurt Manager und Führungskräfte coacht. „Der Super-GAU ist es, wenn einen dann auch noch die Partnerin verlässt – etwa, weil die mit der neuen Situation überfordert ist.“

Entlassung ist oft ein gefühltes Todesurteil

Eine „Entlastungsdepression“ ist dann nicht unwahrscheinlich. Das bestätigt der Politiker-Biograf Langguth: Er kenne Parteifunktionäre, die nach ihrem Rücktritt regelrecht zusammengebrochen seien.

Und umgekehrt? Gibt es jemanden, der den Machtverlust gut weggesteckt hat?

Langguth zögert. Nein, da falle ihm niemand ein.

In extremen Fällen fühlt sich die Demission an wie ein Todesurteil. „In Ihrer Lage bringen sich viele um“, bekam etwa der Unternehmer Udo Petershagen (Name geändert), der einst ein Telekommunikatios Unternehmen gründete, von einem Insolvenzverwalter zu hören. Zuvor hatte Petershagen einen Machtkampf an der Firmenspitze verloren und Konkurs angemeldet. Danach musste er zusehen, wie sein Unternehmen mit 75 Mitarbeitern in die Hände seiner Wettbewerber fiel.

Abfindungen erleichtern den Abschied

Nach einer Wut- und Kampfphase durchlebte Petershagen, wie er sagt, auch noch eine „Sinnlosigkeitsphase“, in der ihm neben Unternehmen, Vermögen und Einfluss auch Frau, Kinder und Ziele abhanden kamen. Nur langsam habe er sich berappeln können, indem er sich mit kleineren Erfolgen begnügte.

So schlimm trifft es allerdings die wenigsten. Abfindungen und Pensionen versüßen den meisten den vorzeitigen Abschied.

Und doch rächt sich dann, dass sie sich meist sehr mit ihrer Rolle identifiziert und sogar ihr Privatleben daran ausgerichtet haben. So hat Beraterin Wolff aus Berlin beobachtet: „Manche identifizieren sich so sehr mit ihrer beruflichen Rolle, dass sie sich immer mehr von sich selbst entfernen.“ Ein Prozess, den die Expertin als „Über-Anpassung“ umschreibt, der Auswirkungen bis tief in die Privatsphäre habe. „Sukzessive verändert sich das bevorzugte soziale Umfeld oder die Art der Freizeitgestaltung. Manchmal zerbrechen darüber langjährige Beziehungen.“

Um nach dem Sturz wieder auf die Beine zu kommen, sollte man das eigene Leben auf mehreren Säulen aufbauen, raten Experten. „Man muss sich klar darüber sein, dass die Macht als Manager nur eine geliehene ist“, sagt etwa Felicitas von Elverfeldt.

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