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Machtverlust Wie geschasste Manager mit dem Karriereende klarkommen

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Zur Absicherung gehört nicht nur, Verbandsposten oder Aufsichtsratsmandate einzuheimsen, sondern auch, Gegenwelten zu erhalten. Nach diesem Maßstab ist die Geburtstagsfeier eines alten Kumpels ein guter Zeitvertreib – auch wenn beim Weltwirtschaftsforum in Davos zeitgleich die exklusiveren Kontakte entstehen könnten.

Nicht minder wichtig ist es, die eigenen Hobbys und Talente zu pflegen. Wem das gelingt, der kann sich nach dem Rücktritt so mitunter einen zweiten Namen machen.

Bestes Beispiel: Werner Seifert. Der frühere Chef der Deutschen Börse spielt Piano und Hammondorgel und genießt es, mit einer Jazzband international Konzerte zu geben. Oder die einstige Bankmanagerin Christine Novakovic.

Aus der Niederlage lernen

Ob ein Neuanfang gelingt, ist allerdings typabhängig, hat die Beraterin Ulrike Wolff festgestellt. Manch einer sieht sich als Opfer einer Kampagne: „Es gab eine Agenda, mich wegzukriegen“, schimpfte etwa Ex-Bahn-Chef Mehdorn, „und das ist gelungen.“

Andere steigern sich in Schuldgefühle hinein. Und manche nehmen sofort wieder Anlauf, als sei nichts gewesen – und riskieren die nächste blutige Nase.

Vor solch blindem Aktionismus warnen Experten: Wer hektisch seine Kontaktliste abtelefoniert, wird so schnell keine neue Rolle bekommen, ist Personalberater Fischhuber sicher. Klüger ist da schon die Variante, die Heinrich v. Pierer gewählt hat, der gezielt jene Projekte auswählt, für die er sich begeistern kann.

Bevor man Referenzen einholt und Personalberater konsultiert, sollte man sich Zeit nehmen, aus der Niederlage zu lernen. So wie der geschasste Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann, der in der „Bild“ ankündigte: „Ich werde erst einmal die Zeit bei den Bayern aufarbeiten. Gerade dann, wenn die Dinge nicht optimal gelaufen sind, kann man sehr viel daraus lernen, beruflich wie menschlich.“

Rechtzeitig den Absprung schaffen

Natürlich gibt es auch jene Menschen, die den Machtverlust gar nicht als Niederlage empfinden müssen – einfach, weil sie ihn selbst geplant und rechtzeitig neue Einflussbereiche erschlossen haben. Menschen wie Henning Kagermann.

Seit 2003 war er alleiniger Sprecher des Vorstands bei SAP, Ende Mai verließ er den Softwarekonzern plangemäß. Als Präsident von Acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, berät der 61-Jährige seitdem die Bundeskanzlerin.

Dass er bei SAP nichts mehr zu sagen hat, lässt ihn kalt: „Wehmut entsteht unter zwei Voraussetzungen: Entweder du glaubst, du hättest etwas verpasst und müsstest das jetzt nachholen. Oder du glaubst, das Leben kann dir nichts mehr geben“, sagt Kagermann. Um dann zufrieden zu ergänzen: „Beides trifft bei mir nicht zu.“

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