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Von Azubis lernen So zapfen Manager die Generation Z an

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„Von der Bildsprache über die Schnittfolge bis hin zur Colorierung – unser Ziel ist es immer, die Zuschauer mitten ins Herz zu treffen“, sagt Horst. „Deshalb ist es für uns wichtig, ständig am Puls der Zeit zu bleiben – bei Highspeed-Kameras, Filmrobotern und Bildbearbeitungs-Software, aber auch bei der Kenntnis darüber, was gerade als zeitgemäßes oder besonders innovatives filmerisches Erzählen gilt.“

Wie alle Menschen, sagt Horst, würden auch Filmschaffende geschmacklich vor allem in ihren Zwanzigern sozialisiert – weshalb er und sein Kompagnon großen Wert auf die Einschätzungen und den Erfahrungsschatz ihrer Nachwuchskräfte legten. Bei Visavis bestimmt denn auch die gesamte Belegschaft in einer basisdemokratischen Vollversammlung, welcher neue Mitarbeiter mit an Bord kommen darf. Jede Stimme zählt gleich – auch die der Azubis.

Digitalisierungsexperte Christian Krause nennt Tipps und Tools, mit denen sich das Digital-Know-how junger Mitarbeiter systematisch erschließen lässt:

  • Digitalisierung fokussieren: Firmenchefs sollten jetzt den digitalen Wandel für die nächsten zwei Jahre zum Leitprojekt erklären und alle Mitarbeiter unabhängig von Hierarchie und Alter auf den digitalen Selbstfindungsprozess einschwören.
  • Reversed Mentoring einführen: Ein Weg, den Erfahrungsschatz der Generation Z für das Unternehmen nutzbar zu machen: Die Jungen coachen ihre Vorgesetzten, zum Beispiel bei der Frage, was moderne Kommunikationskanäle wie soziale Medien oder Messenger-Dienste der Firma bringen können. Und die wiederum coachen die Jungen bei allen beruflich-fachlichen Fragen.
  • Hackathon veranstalten: Ein gutes Werkzeug, um am Ideenreichtum und Wissen des digitalen Nachwuchses zu partizipieren: Die Wortschöpfung aus „Hack“ und „Marathon“ meint die gemeinsame Lösung von gestellten Herausforderungen. Hierbei arbeiten verschiedene Teams in wechselnder Zusammenstellung an je einer Fragestellung. Wie lassen sich Produkte mit einem digitalen Kundenservice erweitern? Wie sieht die Zukunft der Branche aus? Welche digitalen Lösungen werden unsere Kunden lieben?
  • Digitale Eingreiftruppe rekrutieren: In Unternehmen gibt es unter den Azubis oder auch Werkstudenten oft Querdenker und Treiber, die als Digital Natives einen offenen Blick für die Chancen der Digitalisierung haben. Betriebsinhaber sollten ihre „digitalen Wilden“ identifizieren und aus ihnen eine Projektgruppe schmieden.
  • Lernthemen festlegen: Der Einsatz neuer digitaler Werkzeuge oder auch Medien will gelernt sein. Dafür kann die digitale Eingreiftruppe abteilungsübergreifend Ideen zusammentragen und ein erstes Konzept entwickeln, das der Firmenchef absegnet. Die Verantwortung bleibt in den Händen der Digital Natives. Wer glaubt, sich als Chef an die Spitze der Bewegung stellen zu müssen, unterschätzt den Vorteil der Jungen – und behindert deren Experimentierfreude.
  • Fixe Zeiten bestimmen: Damit sich der Betrieb aus sich selbst heraus digitalisieren kann, sollten die Vorzüge der Digitalisierung für alle Mitarbeiter und Führungskräfte erlebbar gemacht werden. Vor allem dem Nachwuchs müssen feste Lernzeiten eingeräumt werden – etwa jede Woche vier bis sechs Stunden – zum freien Experimentieren. Zudem muss der Betrieb das nötige Equipment stellen, zum Beispiel Smartphones, Tablets oder Programme.
  • Pilotprojekte eng takten: Je schneller konkrete Ergebnisse vorliegen, umso besser. Clevere Chefs lassen ihre jungen Wilden kurzfristig Pilotprojekte umsetzen, etwa die Gestaltung eines Social-Media-Konzepts inklusive Scharfschalten innerhalb von nur ein oder zwei Monaten.
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