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Management-Experte "Manager sollten offener sein für schräge Ideen"

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Wie verändert sich dadurch die Struktur eines Unternehmens?

Mitarbeiter auch auf untergeordneten Ebenen wollen und bekommen mehr Verantwortung. Job-Beschreibungen werden flexibler, Karrieren verlaufen nicht mehr in klar bestimmbaren Bahnen. Die Arbeit wird projektorientierter, Hierarchien kurzlebiger. Es hängt von der Aufgabenstellung ab, wer etwas zu sagen hat – nicht davon, wie lange einer schon in einem Unternehmen arbeitet. Wer heute ein Projekt leitet, ist beim nächsten Mal vielleicht wieder nur einfaches Gruppenmitglied – ohne dass es ihm schadet. Wissen schlägt das Senioritätsprinzip, gute Ideen Titel. Das erhöht auch die Motivation der Mitarbeiter.

Wo funktioniert das schon?

Beim indischen IT-Dienstleister HCL müssen sich alle Manager einem umfassenden Online-Feedback-Prozess stellen, dessen Ergebnis für alle Mitarbeiter öffentlich ist. Manager sollen nicht das Einhalten von Regeln kontrollieren, sondern zur Kreativität und Eigenständigkeit anregen. Statt an Hierarchien festzuhalten, fördert der CEO die Entwicklung Dutzender gleichrangiger Projektgruppen, in der Mitarbeiter ihre Neigungen ausleben können. So wuchs das Unternehmen im Schnitt der vergangenen acht Jahre um 20 bis 30 Prozent. Die Mitarbeiter haben einfach Spaß, für dieses Unternehmen zu arbeiten – weil sie ihre Rolle nicht als ausführende Angestellte, sondern als Unternehmer im Unternehmen verstehen.

Geht’s auch ohne Manager?

Nein. Aber sie brauchen ein dickeres Fell. Und sollten offener sein für schräge Ideen. Der Pharmakonzern Roche überließ in einem dreimonatigen Experiment die Budgetkontrolle den Mitarbeitern. Statt jeden Reise- oder Beschaffungsantrag vom Vorgesetzten abzeichnen zu lassen, durfte jeder selbst übers Budget entscheiden. Musste die Kosten aber in einer für alle einsehbaren Online-Datei publizieren.

Mit welchem Ergebnis?

Die Mitarbeiter waren viel motivierter, Ausgaben zu reduzieren. Und sie diskutierten konstruktiv: Wie konntest du sparen, ich aber nicht? Nur wer Mitarbeiter wie Erwachsene behandelt, wird ausgereifte Lösungen bekommen. Wer dieses Klima des Vertrauens nicht schafft, auf kleinlicher Kontrolle besteht und etwa das Surfen auf sozialen Netzwerken während der Arbeit verbietet – dem laufen künftig die besten Leute davon.

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