Ab in den Taunus Wo Frankfurts Banker heimlich tagen

Das deutsche Finanzzentrum bietet Bankern und Beratern viele Treffpunkte, aber wenig Diskretion. Die wichtigsten Gespräche finden deshalb außerhalb statt. Wo sich die Elite trifft.

Die Frankfurter Skyline. Nicht nur bei der Erstellung von Bilanzen, sondern auch bei der Pflege der sozialen Netzwerke bevorzugt die Finanzbranche Diskretion. Quelle: dpa

Endlich ist es geschafft, und spontan muss zumindest eine kleine Feier her. Und so versammeln die frisch gekürten künftigen Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen einige Manager des Instituts um sich, um im Hotel Villa Kennedy auf die gemeinsame Nachlasspflege Josef Ackermanns und hoffentlich gute Zusammenarbeit anzustoßen.

Abseits des Finanzalltags
Villa Kennedy Quelle: Presse
Airport Club Quelle: Presse
Frankfurter HofEssen im Zentrum der Macht, das Luxushotel am Kaiserplatz steht im Schatten der höchsten Wolkenkratzer Frankfurts. Gäste: Der ehemalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet floh hierher gern vor der faden Küche des eigenen Hauses, sein Nachfolger Mario Draghi dürfte es ihm gleichtun. Auch die Banker der internationalen Investmentbank JP Morgan nehmen hier gerne Platz. Ansonsten zählen zu den Gästen die üblichen Verdächtigen: Private-Equity-Leute, Unternehmensberater und Anwälte. Adresse: Am Kaiserplatz, 60311 Frankfurt am Main http://www.steigenberger.com/Frankfurt/
Schlosshotel Kronberg Quelle: Presse
Union Club Quelle: von Brauchitsch - Bloomberg
Opera Quelle: Presse
Villa RothschildKönigsteiner Hotel mit spektakulärer Aussicht. Gäste: Taunuselite aus Falkenstein, Kronberg und Co., etwa Klaus Mangold, Vorsitzender des TUI-Aufsichtsrats. Adresse: Im Rotschildpark 1, 61462 Königstein www.villa-rothschild.com Quelle: Presse

Freudenfeier im Verborgenen

Solch spontane Freudenfeiern sind in Frankfurt nicht nur wegen der mal mehr, mal weniger ausgeprägten Krisenstimmung selten – und wenn es sie gibt, finden sie im Verborgenen statt. Die Finanzbranche bevorzugt nicht nur bei der Erstellung ihrer Bilanzen, sondern auch bei der Pflege ihrer Netzwerke die Intransparenz. „Im Vergleich zu Berlin ist Frankfurt deutlich unterentwickelt“, sagt ein Vorstand. In den zahlreichen auf die zahlungskräftige Klientel ausgerichteten Restaurants finden vor allem informelle Plaudereien statt. Clubleben gibt es deutlich weniger als in der Hauptstadt.

Leichter Einstieg in schwierige Gespräche

Die entscheidenden Treffen laufen in blickdicht verschlossenen Türmen. Bei der Deutschen Bank finden harte Verhandlungen in den Hochhaustürmen statt; soll es jovialer zugehen, laden Ackermann und Kollegen in die Villa Sander fast direkt nebenan. Schon das Foyer des Gästehauses symbolisiert mit den Marmorsäulen Geldgeschichte, in den traditionell möblierten Verhandlungs- und Speiseräumen in den oberen Etagen fällt auch der Einstieg in schwierige Gespräche leicht. So führten Deutsche-Bank-Vorstände 2009 hier erste Sondierungsverhandlungen mit den Eigentümern der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim.

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