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Arbeitsrecht In Arbeitsverträgen lauern Fallen für Manager

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Abfindung in Millionenhöhe

50.000 Euro pro Stunde
Martin Winterkorn Quelle: dpa
Rang 20: Der US-Medienmogul Philippe Dauman ist einer der bestbezahlten Chefs der Welt. Der Unterhaltungskonzern Viacom (MTV, Paramount, Nickelodeon) hat seinem CEO zuletzt umgerechnet all in all ein Jahresgehalt von 26 Millionen Euro gezahlt. Wobei der Großteil der Vergütung bei allen Top-Verdienern variabel ist, in Form von Aktienoptionen, die mitunter über mehrere Jahre laufen. Quelle: rtr
In der Riege der weltweiten Top-Verdiener findet sich auch David M. Cote – der Chef des US-Mischkonzerns hat es mit einer Gage von 27,2 Millionen Euro auf Platz 19 geschafft. (Quelle: Screenshot Honeywell) Quelle: Screenshot
Mark Parker: Der Chef des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike hat es auf Platz 18 geschafft und wurde im vergangenen Jahr mit umgerechnet 27,4 Millionen Euro entlohnt. Er ist ein Urgestein in der Firma und hat 1979 als "kleiner Designer" angefangen, bevor er sich bis auf den Thron des Megakonzerns katapultierte. Quelle: obs
Der Designer Ralph Lauren hat es zwar nicht in die Top-Ten geschafft, gehört aber mit einem Jahresgehalt von 28,3 Millionen Euro trotzdem zu den bestverdienenden Manager der Welt. Dabei hat der Gründer des Modeunternehmens Polo Ralph Lauren nie eine Ausbildung als Modedesigner absolviert. Er hat es aber so weit gebracht, dass er es sich leisten konnte, für eine Party anlässlich des 40. Jubiläums seiner Firma (2007) den Central Park in New York zu mieten. Quelle: rtr
Neben Ralph Lauren findet sich auch der Chef des IBM-Rivalen Nuance Communications in der Liste der Großverdiener. Paul Ricci landet mit einem Gehalt von 28,9 Millionen Euro auf Rang 16. Quelle: Presse
Seine Karriere begann er mit Wetteransagen bei einem lokalen Radiosender. Inzwischen ist Robert A. Iger der mächtigste Mann bei Walt Disney. Dafür zahlt im das Medienunternehmen ein Jahresgehalt von umgerechnet 31,3 Millionen Euro. Seit 2011 dient er außerdem im Board of Directors von Apple. Quelle: dpa

Beispiel Utz Claassen: Der Ex-EnBW-Chef hatte sich beim Wechsel zu Solar Millenium im Januar 2010 eine Antrittsprämie von neun Millionen Euro vertraglich zusichern lassen. Die Prämie bekam er, der Chefsessel beim inzwischen insolventen Hersteller von Solarkraftwerken erwies sich aber als Schleudersitz.

Claassen kündigte wenige Wochen nach Amtsantritt, ein mehr als zweijähriger Rechtsstreit über gegenseitige Ansprüche in Millionenhöhe schloss sich an und endete erst Anfang April in einem Vergleich, der die Rechtmäßigkeit von Claassens finanziellen Ansprüchen zwar bestätigt. Die Fortsetzung seiner Karriere aber eher nicht befördert haben dürfte.

Ebenfalls in einer vorübergehenden Karrierefalle steckt Tina Müller: Seit Monaten streitet die Top-Managerin mit Noch-Arbeitgeber Henkel über ihren avisierten Wechsel zu Erzkonkurrent Beiersdorf, wo ihr ein Vorstandsposten winken soll. Selbst der WDR übertrug aus dem Gerichtssaal, wie die Marketingexpertin, flankiert von Anwalt Thomas Ubber von Allen & Overy, ihr nachvertragliches Wettbewerbsverbot zu annulieren versucht, ihren Wechsel nach Hamburg vor Ablauf ihrer Wechselsperre durchsetzen und verhindern will, als, so ein Branchen-Bonmot, „bestbezahlte Spaziergängerin Düsseldorfs“ weitere zwei Jahre der Fortsetzung ihrer Karriere zu harren.

Rein statistisch hat die Marketingmanagerin des Jahres 2010 gute Karten: „80 Prozent aller nachvertraglichen Wettbewerbsverbote sind schlecht gemacht und deshalb entweder ganz oder teilweise nicht durchsetzbar oder sogar nichtig“, sagt Arbeitsrechtler Dzida.

Management



Dass trotz dieser öffentlichkeitswirksamen Auseinandersetzungen das Bedürfnis nach eindeutiger juristischer Absicherung auf beiden Seiten noch nicht sehr ausgeprägt ist, zeigt eine Umfrage, die der Verband Die Führungskräfte exklusiv für die WirtschaftsWoche erhoben hat: Demnach haben gerade mal 26 Prozent der mehr als 400 befragten Vorstände, Geschäftsführer und Führungskräfte deutscher Unternehmen ein nachvertragliches Konkurrenzverbot vereinbart, von denen wiederum 50 Prozent schlampig abgefasst sind: Ihnen fehlt schlicht die Zusage, dass und wie viel ihnen das Unternehmen in dieser Sperrzeit an Kompensation zahlt. Ein Anfängerfehler. „Diese Summe muss mindestens 50 Prozent des früheren Gehalts betragen“, sagt Jurist Dzida. „Ohne diese Zusage ist jedes Wettbewerbsverbot von vornherein unwirksam.“

Hinzu kommt: Nur in 51 Prozent der Verträge geht aus der Klausel deutlich hervor, welche konkreten Tätigkeiten Managern verboten sind.

Damit Sie sich den Gang vor den Kadi sparen, beantworten sechs Experten exklusiv für die WirtschaftsWoche die zehn wichtigsten Fragen für Unternehmen und Top-Manager zu Stolperfallen bei der Vertragsgestaltung.

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