Aufsichtsräte Die Anforderungen steigen, die Gehälter nicht

Stühlerücken bei Douglas: Unternehmenschef Henning Kreke gibt die operative Führung ab und übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz der Parfümeriekette. Ein gutbezahlter Rentnerjob ist das allerdings nicht mehr.

Der Vorstandsvorsitzende von Douglas, Henning Kreke Quelle: dpa

Henning Kreke, bisheriger Unternehmenschef der Parfümeriekette Douglas, gibt nach 15 Jahren die Führung ab und wird neuer Chef des Aufsichtsrates. Noch vor ein paar Jahren hätte man gesagt, dass der 50-Jährige sich nun aufs Altenteil verlegt und sich sein Erscheinen bei diversen Sitzungen gut bezahlen lässt. Doch die Zeiten, in denen ein Sitz im Aufsichtsrat als Ruhekissen für ehemalige Top-Manager diente, sind vorbei, wie eine aktuelle Kienbaum-Umfrage unter 100 Vorständen und Aufsichtsräten zeigt. 93 Prozent der Befragten gaben an, dass die Anforderungen an die Aufsichtsratsarbeit zuletzt deutlich gestiegen sind.

Gehälter hinken hinterher

Immer mehr Regeln, Haftungsrisiken und Zeitaufwand für Kontrolleure machten den Job des Aufsehers immer komplexer. Auf der anderen Seite – so die Meinung der Studienteilnehmer – stagnieren jedoch die Gehälter von Aufsichtsräten besonders im Mittelstand und in kleineren Unternehmen.

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Während 88 Prozent der Befragten das Vergütungsniveau von Konzern-Kontrolleuren als mindestens angemessen oder sogar zu hoch einschätzen, halten die Hälfte der Befragten das Gehalt von Aufsichtsratsmitgliedern im Mittelstand für zu niedrig beziehungsweise eher zu niedrig.

"Die Entwicklung der Aufsichtsratsbezüge spiegelt die steigenden Anforderungen gerade im Mittelstand noch nicht immer voll wider", sagt Alexander von Preen, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Kienbaum.

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Die Unternehmenskontrolleure selber könnten sich unter anderem ein leistungsabhängiges Gehalt vorstellen. 91 Prozent der von Kienbaum befragten Vorstände und Aufsichtsräte sind der Meinung, dass Aufsichtsratsmitglieder eine feste Grundvergütung erhalten sollten. Ebenso anerkannt ist die Vergütung bestimmter Rollen im Aufsichtsgremium wie etwa die des Aufsichtsratsvorsitzenden (88 Prozent) und die Tätigkeit in Ausschüssen des Aufsichtsrats (82 Prozent).

Dagegen lehnt rund die Hälfte der Befragten eine variable Vergütung ab – egal ob jahresbezogen oder langfristig. "Fatal wäre es aber, die Gehaltsmuster des Vorstands blind auf den Aufsichtsrat zu übertragen", sagt von Preen. Zwischen dem Job des CEOs und dem des Kontrolleurs gibt es trotz gestiegener Anforderungen an Aufsichtsräte eben immer noch große Unterschiede.

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