WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Ausbildung Lehren aus Deutschland

Seite 3/6

Chinesen bevorzugen Bürojobs

Wo es die fleißigsten und die frustriertesten Mitarbeiter gibt
Platz 1: Indien Quelle: AP
Platz 2: Brasilien Quelle: dpa
Platz 3: Türkei Quelle: dpa
Wackelkandidat China Quelle: dpa
Mittelmaß Deutschland Quelle: dpa
Hintere Plätze Quelle: dpa/dpaweb
... Japan und Frankreich, jeweils mit einem Engagement-Wert von weniger als 50 Prozent. „Eine der Ursachen könnten in diesen Ländern noch die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise sein“, sagt Kienbaum-Berater Pfau. Quelle: dpa

Genau diese Fachleute braucht Meining in Jinan. Aber auf das Schulsystem können sich deutsche Personaler in China nicht verlassen. Handwerkliche Fähigkeiten lernen die Chinesen in der Schule kaum, stattdessen stehen Fächer wie Marxismus und Wehrkunde auf dem Stundenplan. Körperliche Arbeit ist unter Chinesen ohnehin nicht beliebt, viele Schulabgänger bevorzugen Bürojobs, statt sich für mehr Geld an ein Fließband zu stellen. Im Trend liegt dagegen ein Studienabschluss – doch auch Ingenieure müssen deutsche Techniker oft mühevoll anlernen.

China macht Schule

Chinesische Politiker haben den Missstand erkannt und wollen bis 2015 ein Berufsschulsystem aufbauen. Wie das aussehen und funktionieren soll, weiß niemand. Die Deutschen sind weiter: In Shanghai läuft das duale System im Pilotstadium. Die Deutsche Handelskammer stemmt dort mit privaten chinesischen Berufsschulen die theoretische Ausbildung zu Berufen wie Mechatroniker, Industriemechaniker oder Werkzeugmacher. Rund 70 Unternehmen, darunter BMW, Schaeffler und Siemens, bilden Chinas Techniknachwuchs im Betrieb praktisch aus.

Maschinenbau macht Kasse in China
Voith Quelle: dpa
Knorr-Bremse Quelle: dpa
Schuler Quelle: dpa
Manz Quelle: PR
Waldrich Siegen Quelle: Screenshot
MAG

Das erste Lehrjahr verbringt jeder Azubi an einer chinesischen Schule, in den zwei folgenden Jahren wechseln betriebliche Ausbildung und Schule ab. Am Ende erhält jeder Geselle ein chinesisches Zeugnis, ein Zertifikat des Ausbilders und den Facharbeiterbrief der Kammer, mit dem er auch in Deutschland eine Maschine führen darf.

Das Shanghai-Modell soll international Schule machen. Das hat sich Yorck Sievers vorgenommen, der Leiter des Referats Berufsbildung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag in Berlin. Außer in China sieht er für Thailand, Mexiko, Chile, Algerien und die USA Potenzial. Wichtigste Voraussetzung sei lediglich, dass es vonseiten der Unternehmen eine Nachfrage gebe, denn die müssten die betriebliche Ausbildung leisten und finanzieren.

In São Paulo gibt es seit 30 Jahren eine deutsche Berufsschule. Ingenieure von Mercedes, VW und Krupp gründeten damals die Berufsschule IFPA, die ihren Kindern fern der Heimat eine Ausbildung ermöglichen sollte. Inzwischen ist das Institut im Süden der brasilianischen Wirtschaftsmetropole zur größten deutschen Berufsschule jenseits von Deutschland geworden – nur dass dort mittlerweile vor allem Brasilianer ausgebildet werden.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%