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Best of Consulting 2017 Das sind Deutschlands beste Unternehmensberatungen

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Die Sieger der Kategorie Sonderpreis Innovation

Platz 1: Infront Consulting & Management
Platz 2: Ginkgo Management Consulting

Spielerisch ans Ziel

Die Beratung Infront verpasste dem Energiediscounter Eprimo ein neues Geschäftsmodell. Nicht am Computer – sondern am Spielbrett.

Hellbraune Erdplatten schwimmen im Ozean, an den Küsten liegen Häfen, miteinander verbunden durch Straßen und Schiffsrouten. Robert Neurohr beugt sich über das Spielfeld, das auf den ersten Blick an das Strategiespiel Risiko erinnert. „Wer dieses Spiel beherrscht, weiß auch, wie man den deutschen Energiemarkt erobern kann“, sagt der 44-Jährige. Wie bitte? Was hat ein Spiel mit einer Wirtschaftsbranche zu tun?

Neue Ansätze

Neurohr ist kein Vertriebler für Gesellschaftsspiele, sondern Partner der Hamburger Strategieberatung Infront Consulting – und die erhielt neulich einen Auftrag von Eprimo. Der Strom- und Gasanbieter mit Sitz im hessischen Neu-Isenburg gehört zur RWE-Tochter Innogy. Bisher besteht das Geschäft von Eprimo vor allem darin, Strom günstig einzukaufen und den Kunden niedrige Preise zu garantieren – deshalb nennt das Unternehmen sich auch selbst „Energiediscounter“.

Aber derzeit steht die gesamte Energiebranche vor Umwälzungen: Neue Anbieter drängen auf den Markt, Sonne und Wind werden als Energiequellen immer wichtiger, Kunden produzieren eigenen Strom. „Bei so einschneidenden Marktveränderungen kommt man mit klassischen Strategiemodellen nicht weiter“, sagt Neurohr.

Also probierte Infront Consulting etwas Neues. Die Berater entwickelten ein Strategiespiel, das die aktuelle Situation in der Energiebranche abbilden sollte. Es gibt Gegner (die Konkurrenz) und Ziele (die Kunden). Gemeinsam mit der Eprimo-Führung setzen sie sich dann an einen Lagetisch – und spielten.

Der Best of Consulting und Best of Consulting mittelständische Beratungen zeichnet zum 8. Mal Deutschlands beste Unternehmensberater aus. Quelle: Illustration: Miriam Migliazzi & Mart Klein

Wo braucht Eprimo einen Hafen, um einen bestimmten Kontinent besetzen zu können? Oder anders gefragt: In welchen Geschäftsbereich sollte sich das Unternehmen vortasten? Schließlich grenzte die Führungsriege von Eprimo gemeinsam mit ihren Beratern fünf sogenannte Optionsräume ein – Geschäftsfelder, die sich langfristig lohnen könnten. Danach wurden zwei Bereiche ausgewählt, auf denen Eprimo nun angreifen will.

Blick ins Detail

Eprimo-Strategieleiter Lars Wolf erinnert sich noch gut an die intensiven Diskussionen: „Uns hat es sehr geholfen, strategische Zusammenhänge zu visualisieren“, sagt er. Da man stets über eine konkrete Situation rede, gebe es weniger Missverständnisse. Zudem helfe das Spielfeld, komplexe Sachverhalte auf die wichtigsten Elemente herunterzubrechen: „So behält man das große Ganze im Blick.“ Neurohr verfolgte mit seiner spielerischen Herangehensweise ein ernsthaftes Ziel: mehr Offenheit und Raum für Diskussionen. Denn Konferenzen folgen oft dem gleichen Schema. Einer präsentiert seine Idee, am Ende sagen alle ihre Meinung, fertig. Sinnvoller sei es, miteinander zu reden, sagt Neurohr – und dabei sei ein Spiel durchaus hilfreich: „Dabei kann man Ideen in den Raum werfen, ohne sich gleich dafür rechtfertigen zu müssen.“

Zudem achtete Neurohr von Anfang an darauf, das Team einzubinden. So wurde das Strategiespiel nicht nur mit den Vorständen, sondern auch mit allen Mitarbeitern gespielt. Und am Lagetisch saßen von Anfang an Manager aus verschiedenen Bereichen. „Das führt nicht nur zu besseren Ideen, sondern erhöht später auch die Akzeptanz der Strategie im Unternehmen“, sagt Neurohr. Sein Ziel: Eprimo zum Gewinner zu machen. Nicht nur auf dem Spielbrett, sondern auf dem deutschen Energiemarkt.

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