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Beste Fabrik Die Werkstätten werden sauberer und schlauer

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Wettbewerbsfaktor Industrie

Chinesen machen im deutschen Mittelstand fette Beute
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In Deutschland macht das verarbeitende Gewerbe mehr als ein Viertel der Bruttowertschöpfung aus (siehe Grafik) und trägt damit erheblich zur vergleichsweise stabilen Situation in Deutschland bei. Sowohl der Export als auch die immer noch niedrigen Arbeitslosenzahlen gründen auf der starken Industrie. Laut Bundesagentur für Arbeit hatten in diesem Wirtschaftszweig im Februar 61.000 Menschen mehr eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt sind derzeit mehr als 5,2 Millionen Menschen im verarbeitenden Gewerbe tätig. Auch der Ausblick gibt Grund zur Hoffnung. Erhielten die deutschen Industrieunternehmen im März 2013 doch immerhin 2,2 Prozent mehr Aufträge als noch einen Monat zuvor.

Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung Quelle: Eurostat

Auch bei BMW in Leipzig stehen die Zeichen auf Wachstum: 740 neu produzierte Fahrzeuge verlassen derzeit täglich das Werk – mehr geht nicht. Seit 2009 ist die Produktionszeit laut Harbour Report der Managementberatung Oliver Wyman von 27,1 auf 26,3 Stunden pro Fahrzeug gesunken, alleine die Zeit fürs Lackieren reduzierte sich bis 2011 um 35 Prozent, die Montage geht um 40 Prozent schneller.

Dazu trägt auch die jährliche Optimierung aller Prozessschritte innerhalb der Wertschöpfungskette bei: Zwischen zwei und vier Zulieferer sind mit Mitarbeitern direkt auf dem Werksgelände vor Ort, die benötigten Teile werden über kurze Wege direkt ans Band geliefert, die Zahl der Produktionsschritte über die Jahre kontinuierlich gesenkt. Das macht auch flexibel: Bis zu sechs Tage vor Beginn der Montage ihres Wagens können Kunden noch spezifische Wünsche äußern. In den Augen von Jurymitglied Huchzermeier „vorbildlich“.

Dass Wachstum für BMW in Leipzig kein Selbstzweck ist, wird schon deutlich, wenn man auf das Werksgelände zufährt. Bereits von Weitem sieht man die vier Windräder, die seit April 2013 bei einem Rotordurchmesser von 100 Metern insgesamt 190 Meter in den Himmel ragen und in diesen Tagen in Betrieb genommen werden sollen. Jeder der Großrotoren hat eine Leistung von 2,5 Megawatt, mit 26 Gigawattstunden Strom werden sie jedes Jahr mehr Energie liefern, als das Werk für die Fertigung der Elektro-Carbon-Modelle verbraucht, die dort ab Herbst 2013 vom Band laufen sollen.

„Wir wollen nicht nur ein CO2-freies Auto auf die Straße bringen“, sagt Werksleiter Erlacher, „sondern die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig gestalten.“

Welche Industriezweige 2012 in Deutschland den meisten Umsatz erzielten Quelle: Statistisches Bundesamt

Doch nicht nur der Start ins Elektromobilzeitalter steht bei den Sachsen für das Streben nach nachhaltigem Wirtschaften: 70 Millionen Euro steckte der Konzern in eine zweite Pressenstraße, die Anfang April in Betrieb ging und an der bis zum Jahresende 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Mit bis zu 17 Hüben pro Minute verarbeitet sie Stahl nicht nur in Rekordzeit, sondern kann auch sehr flexibel auf Kundenwünsche reagieren. Weil künftig alle am Standort benötigten Pressteile vor Ort hergestellt und direkt in der Karosserieproduktion angeliefert werden können, entfallen nach Konzernangaben außerdem Lkw-Transporte auf einer Strecke von jährlich mindestens zwei Millionen Kilometern. Flächenbedarf, Energieverbrauch und Lärmemission sinken ebenfalls drastisch. „Mit solch innovativen und effizienten Technologien können wir unsere Fertigungstiefe in Leipzig weiter steigern und künftig noch flexibler neue Modelle fertigen“, sagt Werksleiter Erlacher.

Ein ähnlich „radikales Umdenken“ in Sachen Nachhaltigkeit fordert WHU-Professor Huchzermeier von der gesamten Wirtschaft. Qualmende Schornsteine als Zeichen florierender Industrie sind längst überholt. „Nur wer Ressourcen spart und CO2-Emissionen reduziert, ist zukünftigen Herausforderungen gewachsen“, sagt der Professor für Produktionsmanagement.

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