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Beste Personalberater 2021 Ranking: Die besten Headhunter Deutschlands

Schön kuschelig: Während der Coronapandemie haben es sich selbst Führungskräfte im Homeoffice gemütlich gemacht. Quelle: Plainpicture

Auch Führungskräfte haben die Vorzüge des Homeoffice während der Pandemie zu schätzen gelernt. Das bringt Mittelständler, die Führungskräfte suchen und auf Präsenz pochen, in Nöte. Headhunter sollen das Dilemma lösen.

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Noch vor zwei Jahren hätte der Kandidat sofort zugegriffen. Da ist sich Angela Westdorf, Headhunterin bei Signium, sicher. Sie wollte den jungen Manager für eine Führungsposition in einem Pharmaunternehmen in der Nähe von Hannover gewinnen. Er hätte dort den Zugang zu neuen Märkten ebnen sollen. Zehn Mitarbeiter wären in seinem Team gewesen, eine echte Karrierechance für den 33-Jährigen. Doch der Mann sagte ab. Einen Wechsel konnte er sich zwar vorstellen, doch eine Bedingung war dabei unverhandelbar: Er wolle an seinem bisherigen Wohnort in Bayern bleiben, zu verwurzelt sei er da, zu gern arbeite er aus dem Homeoffice.

Westdorf kassiert solche Absagen nun immer öfter. So wie viele andere Personalberater auch. Mehr und mehr Mitarbeiter, insbesondere die unter 40 Jahren, fordern in den Verhandlungen, den Job auch auf Führungspositionen von zu Hause aus machen zu dürfen. Mindestens ein, zwei Tage in der Woche, manchmal auch noch mehr. „Junge Führungskräfte sind unflexibler geworden und wollen viel seltener als früher an den Ort ihres Unternehmens umziehen“, so ihre Beobachtung.

Dabei ist der Wunsch, sich beruflich zu verändern, während der Pandemie sogar größer geworden, zeigt eine aktuelle Umfrage der Beratung Odgers Berndtson: Demnach ist jede zweite Führungskraft wechselwillig. Die Motive hinter der wachsenden Wechselbereitschaft sind immer öfter privater Natur. Die Führungskräfte wollen Arbeitsort und Arbeitszeit flexibler gestalten.

Und das wird für die Headhunter zur echten Herausforderung: Recht wenig Interesse am Homeoffice haben bis heute nämlich die meisten ihrer Kunden, ältere Entscheidungsträger im Mittelstand auf Nachwuchssuche. Sie „tun sich vor allem schwer mit Homeoffice-Forderungen der Führungskräfte“, sagt Arne Adrian vom Bundesverband der Unternehmensberater BDU und Geschäftsführer der Personalberatung Pawlik. Erst ein Drittel der Unternehmen akzeptiere die Arbeit im Homeoffice auch bei ihren Führungskräften, schätzt der Hamburger.

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Standort erkennen

    Manchmal, so die Erfahrung von Personalberatern, sind es gar nicht der Firmeninhaber oder die Vorstandsvorsitzende selbst, die sich dem Homeoffice verweigern, sondern die Personaler – aus der Angst, zu viele Zugeständnisse an den neuen Kollegen als Fehler angelastet zu bekommen. Für den Fall, dass die Führung aus der Ferne schiefgehen sollte.

    Methodik

    So ist das diplomatische Geschick der Headhunter gefragter denn je. Manchmal können sie die Unternehmen überzeugen, einem Kandidaten entgegenzukommen – etwa indem vereinbart wird, erst einmal mit einer Art Probezeit fürs Homeoffice zu beginnen und dann gemeinsam Bilanz zu ziehen. Oder sich auf einen Stufenplan zu einigen, dass der Kandidat sein späteres großes Team nur bekommt, wenn er zuvor mit einem kleineren Projektteam beweist, dass es klappt. Erik Bethkenhagen, Headhunter bei Hoffmann & Partner Executive Consulting in Berlin, macht die Erfahrung, dass einige der vermittelten Kandidaten, erst im letzten Moment ihren Wunsch nach einer freien Wahl des Arbeitsorts platzieren. Ist das Unternehmen nämlich erst einmal von jemandem überzeugt, gibt es an dieser Stelle eher nach. So weit war der junge Pharmamanager aus Bayern gar nicht gekommen. Er lehnte gleich ab, als er sah, wo die Firma ihren Sitz hatte.

    Mehr zum Thema: Die Techbranche boomt, die Investitionen steigen. Doch junge Digitalfirmen stoßen bei der Mitarbeitergewinnung an ihre Grenzen. Gründer locken mit immer attraktiveren Angeboten – und nehmen doch nicht jeden. Start-ups suchen Fachkräfte: „Fest steht: Die Personalsuche wird schwieriger“

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