1. Startseite
  2. Management
  3. Führung
  4. Betriebliches Gesundheitsmanagement: Schicken Sie Ihr Team zum Sport

Betriebliches GesundheitsmanagementSchicken Sie Ihr Team zum Sport

Sport, rückenfreundliche Möbel, gesundes Essen: 65 Prozent der Unternehmen tun was für die Gesundheit der Mitarbeiter. Das heißt aber auch: Jeder dritte Betrieb macht nichts. Dabei würden viele Angestellte dafür sogar zahlen. 26.05.2016 - 08:05 Uhr

Mitarbeiter der Otto Group in Hamburg nehmen in ihrer Mittagspause an einem "Zumba"-Kurs teil.

Foto: dpa

Bei der Otto Group tanzen Mitarbeiterinnen in ihrer Pause Zumba, die Adidas-Angestellten in Herzogenaurach haben ein 4000 Quadratmeter großes Fitness-Studio für 25 Euro Monatsbeitrag und Henkel beschäftigt gleich ein 22-köpfiges Gesundheitsteam inklusive Werksarzt, das sich um gesunde Ernährung, Bewegungsförderung, Raucherprävention und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kümmert.

Bundesweit investieren 65 Prozent aller Unternehmen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, wie die Studie "Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016" im Auftrag der pronova BKK zeigt, in deren Auftrag das Marktforschungsinstitut Toluna 1660 Arbeitnehmer befragt hat.

Gesundheitsprüfungen, gesundes Essen, Betriebssport

Demnach ist die häufigste Maßnahme in deutschen Unternehmen eine freiwillige allgemeine Gesundheitsprüfung durch den Betriebsarzt (29 Prozent). In 27 Prozent der Unternehmen gibt es außerdem neben Currywurst und Pommes auch gesundes Essen in der Kantine und 22 Prozent bieten Augenuntersuchungen an. Ein spezielles Betriebssportangebot leisten sich 18 Prozent aller Firmen.

Bestimmte Gesundheitsangebote wie Vorsorgemaßnahmen im Rahmen der psychischen Gefährdungsbeurteilung sind gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem bieten nur jeweils 13 Prozent aller Arbeitgeber, davon in erster Linie Großunternehmen, spezielle Beratungsangebote zur Bewältigung von Stress oder psychischen Problemen an, lediglich acht Prozent setzen auf Burnout-Prävention.

Welche Gesundheitsangebote sich Arbeitnehmer wünschen
Die Versicherung "Die Continentale" hat 600 Menschen zu ihrer Zufriedenheit mit dem Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz befragt. Das Ergebnis der Studie "Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Sicht der Arbeitnehmer – was wird geboten, gewünscht und genutzt": Von den Beschäftigten, an deren Arbeitsplatz betriebliches Gesundheitsmanagement keine Rolle spielt, wünschen sich 81 Prozent medizinische Angebote wie Impfungen und Vorsorge an der Arbeitsstelle.
Auf gesunde Ernährung in der Kantine legen 77 Prozent Wert.
70 Prozent stehen Seminaren sehr offen gegenüber.
68 Prozent wünschen sich ein Sportangebot im Betrieb. Tatsächlich nutzen würden es aber laut Umfrage nur 46 Prozent.
Und dass in den Pausen beispielsweise Entspannungsübungen angeboten werden, wünschen sich 57 Prozent.

Dass sich die 65 Prozent die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu Herzen nehmen - sei es nun freiwillig oder weil es vom Gesetzgeber vorgesehen ist - heißt aber auch, dass 35 Prozent der deutschen Betriebe keine gesundheitsfördernden Angebote haben. "In vielen Unternehmen haben sich offenbar die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements noch nicht herumgesprochen", kommentiert Gerd Herold, Arbeitsmediziner der pronova BKK die Studienergebnisse.

Besonders bei den kleinen und mittelständischen Betrieben würde bei der Gesundheitsvorsorge geschludert: Nicht einmal die Hälfte aller Unternehmen zwischen zehn bis 50 Angestellten setzt auf gesundheitsfördernde Maßnahmen (44 Prozent), bei Firmen unter zehn Mitarbeitern ist es gerade einmal jedes vierte Unternehmen. "Vor allem der Mittelstand geht mit seinen Mitarbeitern nicht besonders sorgsam um, dabei ist der einzelne Mitarbeiter hier besonders viel wert. Gesundheitsfördernde Maßnahmen sind zudem nicht teuer und können steuerlich abgesetzt werden", sagt Herold.

Kassen finanzieren Angebote mit

Hinzu kommt, dass die Krankenkassen Unternehmen finanziell unterstützen, wenn sie Sportkurse und ähnliche Gesundheitsangebote ins Leben rufen. Welche Angebote unterstützt werden, erfahren Sie hier. Und auch die Angestellten erwarten gar nicht, dass ihnen ihr Arbeitgeber ein kostenloses Luxus-Fitnessstudio baut oder jedem einen Masseur und einen Personal Trainer zur Verfügung stellt.

So bringen Sie mehr Bewegung in Ihren Büroalltag
Nicht der kürzeste Weg im Gebäude ist der beste, sondern der längste. Das verschafft Ihnen Bewegung und nebenbei stärkt es sozialen Zusammenhalt und Wissensaustausch, wenn auf dem Weg auch in anderen Abteilungen vorbeigeschaut wird.
Nehmen Sie die Treppe und nicht den Aufzug. Treppensteigen bringt Muskulatur und Kreislauf in Schwung.
Ordnen Sie Ihre Arbeitsmittel so an, dass Sie ab und zu aufstehen müssen: das Telefon nicht auf dem Tisch, sondern auf dem Sideboard; der Papierkorb nicht unter dem Tisch, sondern entfernt in der Raumecke.
Verwandeln Sie Sitzungen in Steh-Meetings. Das führt nebenbei auch zu deutlich intensiverer Beteiligung, kürzeren Meetingzeiten und höherer Effizienz.

Laut der Studie würden sich die Mitarbeiter über gesundes Essen, Massagen oder ein betriebseigenes Fitnesscenter zwar freuen, aber sie erwarten das nicht als Gratisleistung. So sind 59 Prozent der Angestellten bereit, für gesundes und hochwertiges Kantinenessen mehr zu zahlen, als für Schnitzel, Eintopf und Spaghetti. Und jeder zweite Angestellte würde sich an den Kosten für Entspannungsmassagen zum Stressabbau und zur Linderung von Nacken- und Rückenschmerzen beteiligen.

Kantinenessen wird gesünder

Die deutschen Unternehmen achten zunehmend auf gesunde Ernährung ihrer Mitarbeiter - schon, damit die nach dem Essen nicht am Schreibtisch einschlafen. Das wurde am Dienstag bei der Vorstellung der alljährlichen Menühitliste des großen deutschen Kantinenkostanbieters Apetito deutlich. Gesündere Ernährung mit Bioprodukten für Betriebskantinen sei neben der stark wachsenden Belieferung von Altenheimen ein klarer Wachstumstreiber im Unternehmen, sagte der Geschäftsführer von Apetito Catering, Andreas Oellerich. Vor allem bei Schulen und Kindergärten habe sich der Anteil der Bio- und Gesundheitsprodukte stark vergrößert. Die Kleinen essen ohnehin leichter: Ihre Favoriten sind aktuell Tomatensuppe mit Rindfleischklößchen und Gemüseravioli.

Mehr Bio in der Kantine ist für Unternehmen nicht nur ein allgemein wünschenswertes Ziel, betont die Geschäftsführerin des bundesweit tätigen Essener Instituts für Ernährung, Sport und Gesundheitsmanagement ESG, Ursula Girreßer: Zu viel Fleisch, zu viel Frittiertes und Überbackenes und zu wenig Gemüse und Rohkost förderten das „Kantinen-Koma“, das massive Absacken der Konzentration nach dem Essen. Daran könne kein Unternehmen Interesse haben - vom steigenden Risiko für Fehl- und Überernährung der Mitarbeiter ganz abgesehen. Deren Lieblingsgerichte sind dennoch seit Jahren nahezu unverändert.

Foto: dpa

Pizza

Steinofenpizza mit Tomate und Mozzarella belegt den zehnten Platz im Ranking der begehrtesten Kantinengerichte. Und das seit Jahren - immer im Wechsel mit der mozzarellafreien Pizza Margherita.

Foto: AP

Hähnchen

Platz neun geht an Hähnchengyros mit Zwiebeln. In den Vorjahren schworen die Kantinengänger dagegen noch auf Zwiebel-Sahne-Hähnchen mit Rösti oder Hähnchenbrust mit Nudeln und Gemüse.

Foto: Fotolia

Lasagne

Platz acht geht an die Lasagne Bolognese mit Rinderhack. In den vergangenen Jahren kam das Gericht immer unter die Top Ten.

Foto: REUTERS

Bami Goreng

Platz sieben geht an Bami Goreng. Das ist neu. In den Vorjahren belegten Köttbullar mit Pommes zuverlässig den siebten Rang.

Foto: dpa

Cappelletti-Pesto-Pfanne

Erstmals stellte Apetito auch ein Ranking mit vegetarischen Gerichten vor - mit einer Cappelletti-Pesto-Pfanne und einem Bulgur-Curry an der Spitze. Die Nudeln mit Pesto kommen auch bei den Fleischfressern gut an. Das Gericht belegt Platz sechs von zehn.

Foto: dpa

Schnitzel

Ewiger Kantinenfavorit ist das Jägerschnitzel mit Röstkartoffeln. Seitdem es Schnitzel gibt, belegt das Gericht - wahlweise auch mit Pommes - Platz fünf unter den beliebtesten Kantinengerichten.

Foto: Fotolia

Köttbullar

Einen deutlichen Aufstieg auf der Beliebtheitsskala haben die Fleischbällchen mit Pommes hingelegt. Erst seit 2015 tauchen sie überhaupt im Ranking auf.

Foto: Fotolia

Spaghetti Bolognese

Wie eh und je auf Platz drei im Ranking und auf den Tellern: Spaghetti Bolognese.

Foto: Fotolia

Seelachs

Der gegrillte Alaska-Seelachs mit Ratatouille und Kräuterkartoffeln erfreut sich wachsender Beliebtheit und schafft den Sprung auf Platz zwei der beliebtesten Kantinenessen.

Foto: Fotolia

Platz eins: Currywurst mit Pommes

Trotz aller Bemühungen um gesunde Ernährung bleibt die Currywurst mit Pommes frites das Lieblingsessen der Deutschen in der Betriebskantine. Jubiläum für den „Imbiss-Klassiker“ – seit nun mehr 25 Jahren thront die Currywurst ganz oben.

Foto: dpa

Und 63 Prozent aller Arbeitnehmer sagen, dass sie regelmäßig ins Fitnessstudio gehen würden, wenn ihr Unternehmen die Kosten für die Mitgliedschaft zumindest anteilig übernähme. Sowas kann sich laut Herold auszahlen: "Wenn nur ein Teil der interessierten Mitarbeiter die Angebote nutzt, würden Leistungsfähigkeit und Motivation der Belegschaft deutlich steigen."

Denn zwei Drittel der Deutschen klagen über Rückenprobleme und Verspannungen, die ein entsprechender Kurs oder allgemein eine stärkere Muskulatur zumindest lindern könnte.

Alltagstipps für einen starken Rücken
Wer schwere Lasten trägt, sollte sie nicht auf einer Seite tragen, sondern auf beide Seiten der Schultern, beziehungsweise des Rückens, verteilen oder eben von Zeit zu Zeit abwechseln.
Wer den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzt, dem tun abends oft Schultern und Nachen weh, der Rücken ist verspannt. Auch hier gilt: Wenigstens einmal pro Stunde die Sitzposition zu wechseln und zwischendurch aufzustehen hilft, Muskelverspannungen zu vermeiden. Auch leichte Lockerungs- und Dehnungsübungen sollten regelmäßig in den Büro-Alltag einfließen.
Auch die richtige Anordnung von Bildschirm, Tastatur, Stuhl und Tisch kann die Haltung beeinflussen. Wer sich über die richtigen Abstände informiert, kann so eine Fehlhaltung vermeiden und ebenfalls Rücken, Nacken und Augen entlasten.
Die beste Medizin für eine gesunde Wirbelsäule ist und bleibt Bewegung. Egal wofür man sich entscheidet, der meiste Sport ist gut für den Rücken. Natürlich gibt es aber besondere Rückentrainings, auf die man zurückgreifen kann. Übrigens sind Walken, Skilanglauf und Radfahren neben richtigen Rückenschulungen am besten geeignet, um den Rücken zu stärken.

Außerdem zeigen diverse Untersuchungen: Je mehr Gesundheitsangebote am Arbeitsplatz, desto zufriedener sind die Mitarbeiter. Denn viele sind von sich aus schon gesundheitsbewusst, wie die Studie zeigt. Wenn der Arbeitgeber das Verhalten dann auch noch unterstützt, wird das als sehr positiv wahrgenommen. Ganz davon abgesehen, spielt auch der Faktor Bequemlichkeit eine Rolle: Wer in seiner Mittagspause im Unternehmen Sport machen kann, muss nicht nach Feierabend noch ins Fitnessstudio am anderen Ende der Stadt und hat Zeit für Freunde und Familien. Hinzu komme, dass sich so auch Sportmuffel für körperliche Aktivitäten begeistern ließen, wie Herold sagt.

Und zuletzt ist ein attraktives Gesundheitsangebot nicht nur etwas, was die Belegschaft fit hält, sondern auch ein Pfund, mit dem sich bei Bewerbern wuchern lässt. Natürlich ist nicht jeder Betrieb groß - oder umsatzstark - genug, um allein ein geeignetes Betriebssportangebot zu initiieren. Hier gibt es die Möglichkeit, sich mit anderen kleinen Betrieben in der Umgebung zusammen zu tun. Tipps dazu bietet die Initiative Gesundheit & Arbeit in ihrer Broschüre "Betriebssport in kleinen und mittleren Unternehmen" - Checklisten für Betriebe inklusive.

ked
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick