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Bob Mankoff Humor ist der Sieg über die Angst

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"Humor ist ein sehr wirksames Mittel im Alltag"

So sorgen Sie für bessere Arbeitsatmosphäre
Planen Sie das Programm - sei es für einen Tag, eine Woche oder einen Monat - mit dem gesamten Team. Die Zufriedenheit steigt, wenn nicht über die einzelnen Köpfe hinweg entschieden wird, wer wann was zu erledigen hat. Quelle: dpa
Bei allem Stress und allem Zeitdruck: Pausen sind wichtig. Ab und an eine kleine Kaffeepause sorgt dafür, dass die Kollegen mit neuer Energie weiterarbeiten. Außerdem entstehen viele gute Ideen beim gemütlichen Gespräch bei einer Tasse Kaffee. Also sorgen Sie für kurze Kreativpausen im Arbeitsalltag. Quelle: dpa
Auch die Aufteilung des Raumes kann enorm zur Zufriedenheit beitragen. Natürlich können nicht einfach irgendwo Wände eingerissen oder hochgezogen werden, aber selbst eine Zimmerpflanze oder ein Regal als Raumtrenner können schon viel bewirken. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, welche räumlichen Veränderungen das Arbeiten angenehmer machen könnten. Quelle: dpa
Wenn der Chef nicht nur seine Managementaufgaben wahrnimmt, sondern auch mit seinem Team zusammenarbeitet, kann das in puncto Arbeitsatmosphäre Wunder wirken. Nichts schlimmer als ein Einpeitscher, der selber keine Ahnung vom Rudern hat. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Neue Projekte sollten immer dem ganzen Team und nicht nur dem zuständigen Mitarbeiter vorgestellt werden. So wissen alle, was nun auf das Team zukommt und haben nicht das Gefühl, dass wichtige Veränderungen an ihnen vorbei gehen. Wer für jedes Projekt einem anderen Mitarbeiter anvertraut, zeigt außerdem, dass er alle Angestellten für gleichermaßen fähig hält. außerdem tut es auch dem Team gut, wenn jeder die anderen mal aus der "Führungsposition" heraus erlebt. Quelle: Fotolia
Die Urlaubsplanung wird zwar in der Regel in allen Unternehmen im Team gemacht, Ärger gibt es dennoch immer wieder. Statt Mitarbeiter einzeln nach ihren Wünschen zu fragen, setzen Sie sich wirklich mit allen an einen Tisch und besprechen die geplanten Auszeiten. An die sollte sich dann übrigens auch gehalten werden. Quelle: dpa
Bitten Sie Kollegen und Angestellte um regelmäßiges Feedback und Verbesserungsvorschläge. Besonders gute Vorschläge, die Abläufe verbessern, sollten nicht nur umgesetzt, sondern auch entsprechend gewürdigt werden. Quelle: Fotolia

Das Magazin "New Yorker" steht für eine bestimmte Art von Humor. Wie würden Sie ihn beschreiben?

Bei 95 Prozent des Humors im Alltag geht es darum, sich über andere lustig zu machen. Der Humor im "New Yorker" ist breiter angelegt. Vor allem geht es darum, dass die Leser weniger über andere, sondern eher über sich selbst lachen. Das ist eine recht hoch entwickelte Form von Humor. Für die Philosophen der alten Griechen war Humor noch eine Form von Aggression. Quasi Schläge ohne körperliche Folgen. In den humoristischen Schriften Großbritanniens des späten 19. Jahrhunderts ging es vor allem darum, dass die herrschende Aristokratie sich lustig machte über die armen, ungebildeten Leute. Heute haben wir uns von diesen primitiven Formen des Humors ein gutes Stück entfernt. Der Humor wurde menschlicher und gebildeter.

Nicht unbedingt. Millionen erfreuen sich an YouTube-Videos von fatalen Missgeschicken anderer Menschen.

Sicher, es gibt diese Formen von Humor. Aber der gesellschaftlich akzeptierte Humor ist ein anderer, als noch vor 100 Jahren. Die Menschen lachen vor allem über Filme, bei denen Menschen nicht wirklich verletzt werden. Früher lachten die Leute, weil Menschen schwer verletzt wurden. Hinrichtungen waren ein Unterhaltungsprogramm.

Die Texte im "New Yorker" sind sehr seriös, trotzdem ist die Zeitschrift voller Cartoons. Wie passt das zusammen?

Der Humor in den "New Yorker"-Cartoons ist ziemlich intelligent und feinsinnig. Oft wird die Pointe nur angedeutet. Platte Comedy wäre bei uns fehl am Platz. Wir hatten einmal einen Cartoon, der eine Hinrichtungsstätte mit Galgen zeigte. Erst auf den zweiten Blick bemerkte man, dass neben der Treppe auch eine Rollstuhlrampe zum Galgen führt. Wir haben nur die leere Hinrichtungsstätte gezeigt, nicht etwa einen Rollstuhlfahrer, der sich abmüht, zum Galgen hochzukommen. Das ist der Unterschied zwischen unseren Cartoons und Comedy.

Ihre Leser gehören zur amerikanischen Elite. Ist es schwierig, diese Leser zum Lachen zu bringen?

Es gelingt uns offenbar, sonst würden sie unser Magazin nicht kaufen. Aber es ist tatsächlich so, dass es im modernen Alltag hart arbeitender Menschen eine gewisse Traurigkeit gibt. Obwohl wir, verglichen mit früheren Zeiten, ein völlig opulentes Leben führen, tendieren wir zur Unzufriedenheit. Das muss wohl so sein, denn nur weil Menschen unzufrieden sind, streben sie nach Verbesserungen. Glücklichsein ist aus evolutionärer Sicht keine Stärke, denn wer glücklich ist, arbeitet nicht am Fortschritt.

Humor kann eine gefährliche Sache sein. Besser kein Witz als ein schlechter – oder?

Humor ist bestimmt nicht der sicherste Weg, den man beschreiten kann. Aber er ist ein sehr wirksames Mittel im Alltag. Es geht dabei sicherlich um mehr als Unterhaltung. Denn Unterhaltung spielt erst seit einer recht kurzen Zeitspanne in der Geschichte des Menschen eine größere Rolle. Davor hatten die Menschen gar keine Zeit für Entertainment. Die ursprüngliche Funktion von Humor, die schon für die Höhlenmenschen bedeutend war, ist eine andere: mit unserer unberechenbaren Umwelt zurechtzukommen. Humor und Lachen ist der Sieg über Angst und Unsicherheit. Das ist die eigentliche Funktion von Humor.

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