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Bürosprache Welcher Kommunikationstyp sind Sie?

Wenn verschiedene Kommunikationsstile aufeinanderprallen, kommt es häufig zu Missverständnissen. Doch damit nicht genug. Unsere Verständigungsprobleme wachsen, obwohl wir dank neuer Kanäle besser erreichbar sind.

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Mann mit Megafon Quelle: Fotolia

„Jetzt sag ich besser nichts“, denken sich tausende Menschen jeden Tag. Nämlich immer dann, wenn der Chef, die Kollegin oder der Kunde etwas sagt, das man selbst ganz anders sieht. Doch Schweigen hilft nicht. „Was ist? Warum sagen Sie nichts? – Sie sind anderer Meinung“, sagt das Gegenüber.

Schon der 1921 geborene Kommunikationswissenschaftler, Paul Watzlawick, wusste: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Denn nicht nur Worte, sondern auch Gestik, Mimik, ja sogar Schweigen haben eine Bedeutung.   

All diese Verhaltensweisen müssen gedeutet werden und genau da liegt häufig das Problem. Denn laut dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun hören wir mit vier Ohren. Ja, Sie haben richtig gehört: vier Ohren beziehungsweise vier Ebenen.

Die vier Ebenen der Kommunikation

Bei so vielen Verständniseben ist die Verwirrung schnell groß und Missverständnisse programmiert. Vor allem wenn die Gesprächspartner unterschiedliche Kommunikationsstile und Technologien bevorzugen. Friedemann Schulz von Thun hat die Formen der Kommunikation untersucht und acht verschiedene Stile herausgefiltert. Eine Einteilung, die nach wie vor ihre Gültigkeit besitzt, im Beruf und im Privaten:

Kommunikationsstile

Natürlich sind die Menschen nicht in Reinform einem Kommunikationstyp zuzuordnen, denn je nach Situation schlüpfen sie in verschiedene Rollen und bedienen sich verschiedener Kommunikationsstile. In Gehaltsverhandlungen treten Sie zum Beispiel anders auf als im Kundengespräch oder gegenüber Ihren Mitarbeitern. Doch so sehr man sich bemüht, manchmal funktioniert es mit der reibungslosen Kommunikation einfach nicht.

Während der Helfende und der Hilfsbedürftige hervorragende zueinander passen, ist es bei Paarungen wie dem Aggressiven und dem Wichtigtuer schwierig. Sie können nicht konfliktfrei miteinander kommunizieren, weil der eine nur damit beschäftigt ist sich ins rechte Licht zu rücken und der andere diese Aufwertung permanent zerstören will. Auch der Zurückhaltende und der Mitteilungsbedürftige haben es oft schwer miteinander. Genervt vom ständigen Geplapper zieht sich der Zurückhaltende noch mehr zurück. Der Mitteilungsbedürftige wundert sich über so viel Desinteresse. Wer will, dass Kommunikation funktioniert, muss auf sein Gegenüber eingehen können und nicht den eigenen Kommunikationsstil ohne Rücksicht durchziehen. Schulz von Thuns Einteilung soll dabei helfen, den Gesprächspartner besser einschätzen zu können.

Social-Media Nerd und SMS-Liebhaber

Frau telefoniert Quelle: Pressebild

Ähnlich ist es bei den Kommunikationstechnologien. SMS, Email und Telefonanrufe sind nur einige der möglichen Kommunikationswege. Auch hier gibt es verschiedene Typen. Zum Beispiel den SMS-Liebhaber: Meist hat er eine SMS-Flatrate und verschickt lieber 15 Nachrichten, um etwas zu klären, als ein kurzes Telefonat zu führen. Natürlich SMS sind praktisch, beispielsweise wenn Sie Ihren Chef erreichen müssen, der aber gerade in einer mehrstündigen Konferenz festsitzt. Viele Menschen bevorzugen weiterhin das Telefonat oder zumindest die Email. Sie ist ausführlicher und kann komplexe Sachverhalte besser transportieren.

Aber auch dieses Medium kann Arbeitskollegen und Freunde in den Wahnsinntreiben. Kostbare Arbeitszeit verstreicht, weil der Email-Fan stündlich vermeidlich lustige Internetvideos oder Ketten-Emails durchs World Wide Web schickt. Am besten sprechen die Betroffenen das Problem offen an und bitten den Mailer, solche Inhalte ausschließlich auf die private Email-Adresse zu senden.

Aldi verkauft "Paris"-Raketen
Werbe-Patzer vor Silvester: Aldi Süd verkauft ein 105-teiliges Feuerwerks-Paket mit "7 Brilliant-Bomben-Raketen" und "fetzigen Knallfröschen" unter dem Namen "Paris". Viele Kunden sind erzürnt. Zu sehr fühlen sie sich an die zwei Terrorserien in der französischen Hauptstadt erinnert, die in diesem Jahr mehr als 140 Menschen das Leben kosteten. Der Name sei "peinlich" und "geschmacklos", heißt es in den Sozialen Netzwerken. "Das nenn ich nen Totalausfall der Marketingabteilung", schreibt ein Twitter-Nutzer. Discounter Aldi, der auch Feuerwerks-Körper mit Namen wie Kapstadt und "Palermo" im Angebot hat, erklärt den Fauxpas mit den langen Bestell- und Produktionsvorläufen. "Bitte seien Sie versichert, dass es nicht unsere Absicht war, unsere Feuerwerkskörper mit den Anschlägen von Paris in Verbindung zu bringen", antwortet der Discounter verärgerten Facebook-Nutzern. "Unsere Silvesterpakete werden bereits weit im Voraus gekauft und geplant, sodass eine Reaktion auf aktuelle Ereignisse leider nicht möglich ist." Auch andere große Unternehmen haben sich mit Werbe-Schnitzern schon den Unmut ihrer Kunden zugezogen.
Die Modekette Sinn Leffers bot ein Shirt an, auf dem ein sexistischer Spruch prangt: "Twinkle, twinkle, little whore - close your legs, they're not a door". "Blinzel, blinzel, kleine Hure - schließe deine Beine, sie sind keine Tür". Das T-Shirt stammt vom französischen Anbieter Boom Bap, der für provokante Sprüche bekannt ist. In den sozialen Netzwerken entlud sich ein Shitstorm. Mittlerweile hat das Unternehmen reagiert und sich entschuldigt. Die T-Shirts wurden aus dem Sortiment genommen. Insgesamt haben wohl 500 Shirts in 30 Filialen im Regal gelegen - auch beim Mutterunternehmen Wöhrl. Quelle: Screenshot
"Dreifarbige Sklaven-Sandalen" bot die Modekette Zara in ihrem Online-Shop an - und erntete sogleich Protest und Spott. In den sozialen Netzwerken verbreiteten sich schnell Bilder des Angebots. "Die Hakenkreuze waren wohl nicht genug", twitterte etwa Userin Ronja M. Das Unternehmen spricht von einem "Übersetzungsfehler" - worin dieser bestehen soll, wurde allerdings nicht erklärt. Zara nahm die Schuhe inzwischen aus dem Sortiment. Quelle: Screenshot
Auf den Spott musste die Modekette Mango angesichts dieses " Chiffonhemds mit Blitzmuster", wie die Bluse im Prospekt heißt, nicht lange warten. Die Frage "Wehrmacht denn sowas?" scheint nicht ganz unberechtigt, erinnern die "Blitze" doch sehr stark an die Sig-Runen des SS-Emblems. Immerhin hat Mango das Doppel-S vermieden, die Frage nach dem "totalen Look" war dennoch unvermeidlich und auch nicht ganz daneben: Mango selbst bietet auf seiner Website ein Pombipaket mit Hose und Stiefel an – beworben mit dem Spruch "Wollt ihr den Total Look".Bekannt zynisch meldete sich auch der Satiriker und Europaabgeordneter Martin Sonneborn auf Facebook zu Wort: "Wieso hat Mango dieses Modell nur für Damen – es gibt doch auch männliche Nazis…?" Quelle: Screenshot
Damit frau zu Halloween in sexy Kostüme passt, sollte sie Sandwiches der Fast-Food-Kette Subway essen. Mit diesem neuen Werbespot ( hier geht es zum Video auf Youtube) setzte sich die Sandwich-Bude gehörig in die Nesseln. Im Internet hagelt es Kritik an der Botschaft, dass Frauen dünn und aufreizend gekleidet zu sein hätten. Auch die Werbebotschaft, mit den Weißbrot-Sandwiches abnehmen zu können, sorgt für Beschwerden. Quelle: Screenshot
"Butter zum Braten von Schweizern" gibt es dank einer Übersetzungspanne bei der Schweizer Supermarktkette Migros zu kaufen. Auf ihrem Produkt „Schweizer Bratbutter“ heißt es im italienischen Untertitel „Burro per arrostire Svizzeri“. Das bedeutet: „Butter zum Braten von Schweizern“. „Das ist peinlich und unfreiwillig komisch zugleich“, sagte Migros-Sprecherin Martina Bosshard. Es handele sich um einem „blöden Übersetzungsfehler“. Das Produkt sei seit zwei Wochen auf dem Markt, seitdem sei auch der Fehler bekannt. Mitarbeiter im italienischsprachigen Kanton Tessin hätten das Missgeschick beim Auspacken bemerkt. Man habe daraufhin sofort mit der Produktion neuer Packungen begonnen. Weil das Produkt selbst aber einwandfrei sein, verkaufe man zunächst noch die Ware in der alten Verpackung ab. Quelle: Screenshot
Das Verteidigungsministerium hat eine Werbekampagne für Frauen in der Bundeswehr nach einer Panne abgebrochen. Auf der Internetseite war eine Werbung für „Zewa wisch & weg“-Haushaltstücher mit der Unterzeile aufgetaucht: „So vielfältig wie Sie: Individuelle Karrieremöglichkeiten für Frauen bei der Bundeswehr.“ Die Seite war von einer vom Bundesamt für das Personalwesen der Bundeswehr beauftragten Werbeagentur erstellt worden. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums erklärte, dass die Kampagne bis auf weiteres gestoppt wurde. „Sollten sich erste Angaben erhärten, dass ein Programmierfehler der vom Bundesamt beauftragten Agentur Ursache für die irrtümliche Verbreitung des „Zewa-Bildes“ und die sich anschließende rufschädigende Diskussion war, behält sich das Ministerium rechtliche Schritte vor“, erklärte sie. Über den Stopp der Kampagne hatte zuerst der verteidigungspolitische Blog „Augen geradeaus!“ berichtet. Quelle: dpa

Verschiedenste Kanäle

In Arbeit
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Probleme können auch entstehen, wenn der Social Media-Nerd, der seine Accounts bei Facebook, Xing, LinkedIn und Twitter jede Stunde abruft, auf einen Social Media-Verweigerer trifft. Dieser hat zwar vor Jahren mal ein Konto eröffnet, doch was auf seiner Seite passiert, bekommt er gar nicht mit. So können wichtige Nachrichten, wie das Verschieben einer Konferenz, verloren gehen. Dasselbe passiert, wenn das Handy von dem einen sehr exzessiv genutzt wird und der andere nur einmal im Quartal die Mailbox mit 75 entgangenen Anrufen abhört.

Auch im Bezug auf die Kommunikationskanäle darf man also nie davon ausgehen, dass der Empfänger die Medien genauso nutzt wie man selbst. Ist die Information wichtig und Sie erhalten keine Antwort, versuchen Sie es über einen anderen Kanal. Handelt es sich um das zwanzigste Web-Video, das Sie innerhalb einer Woche verschicken und bekommen keine Antwort, sollten Sie das einfach auf sich beruhen lassen.

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