Chefs ohne Führungstalent Fünf Millionen Deutsche haben innerlich gekündigt

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Viele Chefs sind Fehlbesetzungen

Sie beklagen mangelnde Anerkennung, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten, dass sie nicht als Mensch gesehen werden, ihre Meinung nicht zählt und sie in Entscheidungen nicht eingebunden werden.

Vor allem treibt aber schlechte Führung die Menschen aus dem Unternehmen: 24 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in ihrem Leben schon einmal ihren Job allein wegen ihres Vorgesetzten gekündigt haben - um weniger leiden zu müssen.

Dabei sind 70 Prozent der Angestellten durchaus zufrieden mit den Rahmenbedingungen in ihrer Firma. Auch wenn sich 43 Prozent ungerecht bezahlt fühlten.

In Arbeit
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Wie die typischen Vorgesetzten in Deutschland aussehen? Sie sind 46 Jahre alt, drei Viertel von ihnen sind Männer und sie haben im Schnitt zehn Jahre Führungserfahrung, so die Gallup-Studie. In die Position wurde jeder zweite wegen seiner Fachkompetenz  und Erfahrung befördert (51 Prozent) - aber eben nicht wegen ihres Führungstalents.

"Bemerkenswert ist, dass 47 Prozent Vorgesetzte wurden, weil sie in ihrer früheren Position erfolgreich waren - als sie noch keine Führungsverantwortung hatten", kritisiert Mirko Nink von Gallup. Im Klartext: Die Führungskräfteauswahl führt oft zu Fehlbesetzungen, weil Führungstalent als wichtigstes Kriterium bei Beförderungen keine Rolle spielt.

Arbeit ohne Spaß

Nink sagt weiter über die Erkenntnisse aus verschiedenen Gallup-Studien: "Nur ein kleiner Teil der Menschen ist für Führungspositionen geeignet. Denn Erfahrung und fachliche Kompetenz sind zwar hilfreich als Chef, aber sie ersetzen kein Führungstalent."

So sagt auch nur jeder dritte Vorgesetzte bei der Gallup-Umfrage von sich selbst, dass er seinen Schwerpunkt eher auf die Entwicklung der Stärken oder positiven Eigenschaften seiner Mitarbeiter legt.

Dem entspricht, dass von den insgesamt 85 Prozent der leidenschaftslosen und innerlich gekündigten Arbeitnehmer nur 40 Prozent sagen, dass sie in der Vorwoche Spaß bei der Arbeit hatten, aber 83 Prozent der hoch Engagierten. Oder dass sich 60 Prozent der innerlich Gekündigten im vergangenen Monat ausgebrannt fühlen, aber nur 21 Prozent der Hochmotivierten. Wobei auch diese Zahl erschreckend genug ist.

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