WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Consulting Kunden prüfen Unternehmensberater kritischer

Der deutsche Beratungsmarkt ist im Umbruch: Noch laufen die Geschäfte gut, aber die Kunden sind kritischer geworden und wählen ihre Partner sorgfältiger aus.

Consulting Quelle: Thomas Fuchs

Für die baden-württembergische Landesregierung bastelt Roland Berger ein neues Konzept für den landeseigenen Stromerzeuger EnBW. Den Schlecker-Insolvenzverwalter beraten Bergers Mannen bei seinen Versuchen, die sieche Drogeriekette zu verkaufen, die Stadt Kaufbeuren bei ihrer Klinikstrategie und die Stadt Essen dabei, attraktiver zu werden. Quasi nebenher veröffentlicht Berger Gutachten über China als Produktionsstandort, Cloud Computing oder die Ölpreisentwicklung, entwirft das Modell für eine europäische Ratingagentur und gründet mit der Uni Münster ein Forschungsinstitut zum Thema Social Media.

Bergers Mitbewerber sind nicht minder fleißig: Wie es sich schlanker produzieren lässt, hat Boston Consulting analysiert, wie internationale Pharmaunternehmen vom wachsenden Wohlstand der Mittelschicht in Brasilien partizipieren können, haben McKinseys Experten untersucht. Bain kümmert sich um globale Wachstumstrends bis 2020, Booz hilft neuen Vorstandschefs, ihr erstes Jahr heil zu überstehen, und A.T. Kearney hat Rohstoffstrategien für Stahlhersteller entwickelt.

Die Top-Beratungsmarken der Manager
Unternehmensberatung Quelle: Fotolia.com
Platz 15: Cap Gemini - der Pionier in der Kombination von IT und Change Management
Platz 14: Oliver Wyman, aus Mercer wurde 2007 Oliver Wyman – doch das hat nicht jeder Manager auch mitbekommen. Quelle: PR
Platz 13: A.D. Little ist wieder im Aufwind Quelle: Reuters
Platz 12: Deloitte ist die Beratungssparte eines globalen Wirtschaftsprüfungsgiganten Quelle: dapd
Platz 11: KPMG schaffte es als Beratungsmarke aus dem Stand heraus auf Platz 11 Quelle: AP
Platz 10: Accenture - führende Beratungsmarke für IT in Deutschland Quelle: Screenshot

Egal, ob einzelne Unternehmen, eine Branche, Großstädte oder gleich die ganze Welt gerettet werden müssen: Egal, ob Megathema oder Nischenproblem – aus ihrer Warte haben Berater auf alle Fragestellungen das richtige Rezept in der Schublade. Optisch griffig aufbereitet in einer mit Anglizismen gespickten PowerPoint-Präsentation, vorgetragenen von einer rhetorisch geschliffenen Truppe smarter Berater im anthrazitfarbenen Zwirn.

Pech für die Zunft der gewerbsmäßigen Besserwisser, dass die althergebrachten Erfolgsrezepte inzwischen nicht mehr so recht fruchten.

„Der Markt ist in einer Umbruchphase“, bestätigt auch Eva Manger-Wiemann, Mitinhaberin der Metaberatung Cardea in Zürich, die Unternehmen in Deutschland und der Schweiz bei der Auswahl der passenden Berater unterstützt. „Die Kunden sind besser informiert, haben mehr internes Know-how und stellen höhere Ansprüche an die Berater.“

Hinzu kommt: Vor allem in den großen Konzernen sitzen immer häufiger die zentralen Einkaufsabteilungen mit am Tisch, wenn neue Beratungsaufträge vergeben werden. Die Kosten der Beratung spielen darum eine viel größere Rolle als früher. „Viele Unternehmen haben Listen mit bevorzugten Lieferanten“, sagt Manger-Wiemann, „Beratung wird zu einer ganz normalen Serviceleistung.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%