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Dammanns Jobtalk

Das Ringen um die Frauenquote

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Deutschland rangiert auf dem vorletzten Platz

Die mächtigsten Frauen Deutschlands
Simone Bagel-Trah Quelle: dpa
Nicola Leibinger-Kammüller Quelle: AP
Hannelore Kraft Quelle: dpa
Friede Springer Quelle: AP
Maria-Elisabeth Schaeffler Quelle: AP
Anke Schäferkordt Quelle: dpa
Beate Baumann Quelle: dpa

Und nach der kürzlich veröffentlichten Studie von Mercer rangiert Deutschland im europäischen Vergleich der Besetzung von Führungspositionen mit Frauen insgesamt nur auf dem vorletzten Platz. Schlechter sind nur noch die Niederlande. Vor dem Hintergrund, dass Frauen über die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, in Europa die Mehrheit der Universitätsabsolventen stellen und in der Regel auch die besseren Schulabschlüsse haben, ist dieses Ergebnis beschämend.

EU-Gleichstellungskommissarin droht weiter mit Gesetzesvorstoß

EU-Gleichstellungskommissarin Viviane Reding erinnerte deshalb Anfang Februar diesen Jahres bei einem Besuch in Berlin daran, dass sie sich im März 2011 mit den Vorstandschefs einiger großer europäischer Unternehmen getroffen und diese aufgefordert habe, bis März 2012 freiwillig für mehr Frauen in Aufsichtsräten zu sorgen. Als Zielmarke wurde ein Zweistufen-Plan aufgestellt: Eine 30-Prozent-Quote bis 2015 und eine 40 Prozent-Quote bis 2020.

Am 8. März – dem Weltfrauentag – will Reding nun Bilanz ziehen und ließ bereits durchblicken, dass sie mit dem Erreichten nicht zufrieden sein kann. Jetzt droht Reding erneut mit einer gesetzlich verbindlichen Vorgabe in der EU.

Mangelnde Qualität wird als Argument missbraucht

Gleichzeitig legte Sattelberger vor wenigen Tagen in seiner Kritik am Schneckentempo in den Chefetagen der Konzerne nach: „Ich habe schon so viele Besetzungsentscheidungen von Männern erlebt, die von minderer Qualität geprägt waren“, ließ sich der Telekom-Personalmanager von der Berliner Zeitung zitieren. „Immer wieder höre ich, Qualität setze sich auf lange Sicht durch. Nur warum treten wir dann seit 15 Jahren auf der Stelle?“

Dass es einfach noch Zeit brauche, damit Frauen auf die Funktionen in der Chefetage besser vorbereitet werden könnten, tat Sattelberger als „heuchlerisches Killerargument“ ab. In Deutschland gäbe es ein großes Reservoir an hochtalentierten Frauen und man sei auf allen Führungsebenen noch gar nicht an der Knappheitsgrenze angelangt.

Ob tatsächlich der Gesetzgeber mit einer starren Quote für mehr Bewegung in der Sache sorgen sollte, darüber lässt sich streiten. Unstrittig jedoch ist, dass vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und des Fach- und Führungskräftemangels die Unternehmen vor einer Herausforderung stehen, die ohne Frauen nicht mehr zu bewältigen sein wird.

2010 zählte das Statistische Bundesamt nur noch 781.000 Schulabgänger und damit fast 20 Prozent weniger als 2005. Heute schon fehlen in Deutschland 100.000 Ingenieure. Bei den Erwerbstätigen sinkt die Zahl der unter 50-Jährigen bis 2020 jedes Jahr um 1,1 Prozent, die der über 50-Jährigen steigt jährlich um 1,8 Prozent. Angesichts dieser Fakten tun Unternehmen und Behörden gut daran, sich rechtzeitig als Organisation zu positionieren, die echte Vielfalt schätzt und fördert.

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