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Dammanns Jobtalk

Wenn der Job unter die Haut geht

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"Ich will Spass, ich will Spass!"


Die Generation X – geboren zwischen 1965 und 1978 – gilt als ambitioniert, individualistisch und ehrgeizig. Ihre Vertreter haben aber noch mit dem Bewusstsein Karriere gemacht, dass man an seinem Arbeitsplatz zu tun hat, was andere von einem verlangen, auch wenn man vielleicht bessere Ideen hat als der Chef. Die behält man dann eben für sich.

Die unverhohlene Direktheit der Ypsiloner und deren eher am Spaßfaktor ausgerichteten Arbeitsmoral ist der Generation X eher suspekt. Je stärker soziale Medien und neue Techniken in ihrem individuellen Arbeitsumfeld Einzug halten, desto mehr empfinden die Xer jedoch den Druck, mit der Jugend mithalten zu müssen bzw. die Angst, von ihnen verdrängt oder in Frage gestellt zu werden.

Das Gefühl (noch) dazuzugehören leidet. Und die Jungen, die nach schlechten Erfahrungen ihre guten Ideen lieber für sich behalten, weil diese entweder in der Hierarchie versanden oder von anderen in Anspruch genommen werden, resignieren. Sie machen nur noch Dienst nach Vorschrift. Nach Untersuchungen des Gallup-Institutes trifft das auf die Mehrheit der Deutschen Mitarbeiter zu. Schade, denn so geht wertvolles Potential verloren.

Babyboomern fehlt die Anerkennung, um Grenzen auszutesten

Und schließlich gibt es da noch die Babyboomer – geboren zwischen 1946 und 1964 – die erfolgreich und etabliert, zum Teil auch saturiert sind. Sie denken liberal, sehnen sich nach Gelassenheit und freuen sich eher über Entschleunigung als über das neueste Smartphone, das ihnen ihr Dienstherr zur Verfügung stellt, damit sie rund um die Uhr erreichbar sind.

Statt das Gefühl zu haben noch dazuzugehören, fühlen sie sich häufig nicht mehr emotional mit der Firma verbunden. Sie haben andere Wertvorstellungen und erleben die Veränderungen eher als aktiven Werteverfall. Dabei könnten sie mit ihrer Praxis- und Führungserfahrung gerade den Jüngeren den Rücken stärken. Weil das aber nicht abgefragt wird, schmilzt ihre Bereitschaft, sich noch einmal so richtig ins Zeug zu legen.

Keine einfache Situation. Klar ist allerdings: In einer Welt, in der per Internet globales Wissen jedem jederzeit zur Verfügung steht, orientieren sich Mitarbeiter zunehmend an Führungskräften, die nicht durch Hierarchie, sondern durch partnerschaftliches Miteinander überzeugen. Lernerfahrung wird heute global und vernetzt gemacht, Exklusivwissen gibt es nicht mehr.

Die Spielregeln haben sich drastisch geändert. Wer daher bis ins hohe Alter für den Arbeitsmarkt attraktiv sein möchte, muss sein Führungsverhalten anpassen. Die Jungen warten eigentlich nur darauf. Auch sie haben viel Lernerfahrung zu bieten, nur in anderen Bereichen.

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