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Dammanns Jobtalk

Heute noch Talent - und morgen?

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Investieren für die Zeit nach den Baby Boomern

Der Bedarf für Nachwuchstalente in Deutschland steigt aufgrund des demographischen Wandels in den nächsten Jahren enorm. Das Recruiting neuer Mitarbeiter könnte in vielen Unternehmen bald zur Chefsache werden. Quelle: REUTERS

Als White 2009 seinen Posten bei dem weltweit größten Pay-TV-Anbieter antrat, erklärte er deshalb das strategische Talentmanagement zur obersten Führungsaufgabe. 2012 setzt White vor allem auf Social Media, um möglichst viele neue Technik-Talente sowie Call-Center-Mitarbeiter auf sein 7.500-Mann-Unternehmen aufmerksam zu machen. „Der Fachkräftemangel bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern ist für uns eine wirklich harte Nuß“, gibt White offen zu. Genauso wie der Amerikaner machen sich auch hierzulande bereits über 60 Prozent der deutschen Konzernchefs Sorgen, dass es für ihr Unternehmen nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte gibt, sie folglich also nicht die Talente haben, die sie brauchen, um ihre Geschäftsstrategie erfolgreich umzusetzen. Massive Rekrutierungsengpässe gibt es in Deutschland zurzeit vor allem bei Mitarbeitern in der Produktion und bei Führungskräften für das mittlere Management. Das ergab das aktuelle Global CEO Survey 2012, für das die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) weltweit 1.258 Konzernchefs befragte.

Wer glaubt, Talentmanagement sei allein Sache der Personalabteilung, irrt.

In Deutschland werden bis 2025 rund 6,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen, darunter 2,5 Millionen Akademiker. Mit dem Ausscheiden der Baby-Boomer-Generation werden nicht nur viele Spezialisten, sondern auch viele erfahrene Führungskräfte und damit ihr Wissen vom Arbeitsmarkt verschwinden. Vor diesem Hintergrund alarmieren die Zahlen, die die Personalberatung Heidrick & Struggles bei einer Untersuchung kürzlich zutage förderte: Gerade mal ein Drittel der deutschen Personalchefs wissen überhaupt, wie viele Talente sie mittelfristig benötigen. Zwei Drittel sind mit ihrem eigenen Talentmanagement unzufrieden.

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    Wer also immer noch glaubt, Talentmanagement sei allein Sache der Personalabteilung, irrt gewaltig. Ob deutsche Unternehmen mittel- bis langfristig auch weiterhin in der Lage sein werden, mit ihren Produkten auf den Weltmärkten zu punkten, hängt entscheidend davon ab, ob ihre obersten Topmanager rechtzeitig erkennen, dass es für ihr Unternehmen überlebenswichtig ist, der Führungskräfteentwicklung einen ganz neuen Stellenwert einzuräumen und sie zur absoluten Chefsache zu erklären. Nicht die Personalabteilung, sondern die Führungskräfte selbst – vom Vorstand bis hinunter auf die Teamleiterebene – müssen erkennen, dass sie  für die richtige Auswahl, Entwicklung und das Halten ihrer Mitarbeiter verantwortlich sind. Erfolgreiches Personalmanagement in direkter Führungsverantwortung ist zum Garanten für die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen geworden.

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