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Dammanns Jobtalk

Das Ringen um die Frauenquote

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Unsere Gesellschaft muss sich von veralteten Rollenbildern verabschieden

Soll das Ziel, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und dort auch zu halten, erreicht werden, so gilt es, massive Umdenk- und Umbauprozesse in drei Bereichen gleichermaßen anzustoßen:

  1. Unsere Gesellschaft muss sich von veralteten Rollenbildern verabschieden

Mehr Beschäftigung von Frauen und Älteren macht Unternehmen wie Volkswirtschaften stark, nicht schwächer. Das zeigt das Beispiel der skandinavischen Länder Norwegen, Schweden und Dänemark. Diese Länder verfügen allesamt über höhere Geburtenraten als Deutschland und eine geringe Jugendarbeitslosigkeit, nicht obwohl, sondern gerade weil sie die längsten Erwerbstätigkeits- und die höchsten Frauenquoten in der Beschäftigung in Europa vorzuweisen haben. Auch im Europäischen Ländervergleich für Frauen in Vorstands- u. Aufsichtsratspositionen liegen die skandinavischen Länder klar an der Spitze.

Mit dem Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft sind auf dem Arbeitsmarkt mehr denn je qualifizierte und gut ausgebildete Arbeitskräfte gefragt, auf deren Innovationspotential Unternehmen angewiesen sind. Da dürfen Geschlecht, Alter oder Nationalität keine Rolle spielen. Qualifizierte Fach- und Führungskräfte tragen mit ihrer Arbeit zum Wirtschaftswachstum bei und ziehen die Schaffung weiterer Arbeitsplätze nach sich.

Einzelne Beschäftigtengruppen gegeneinander auszuspielen, schwächt deshalb Volkswirtschaften mehr als es sie stärkt. In Deutschland jedoch folgten Politik und Wirtschaft lange Zeit der These „Wenn mehr Frauen ins Berufsleben drängen, werden die Arbeitsplätze für Männer knapp“ sowie der These „Die Alten müssen Platz machen für die Jungen“.

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklungen wird es für die deutsche Volkswirtschaft jedoch zu kostspielig werden, an diesen Denkmustern weiter festzuhalten. Schließlich werden immer weniger Beschäftigte für immer mehr Rentner sorgen müssen. Statt Frauen und Männer im Wettbewerb um immer knapper werdende Jobs zu sehen, ist es wichtig, das produktive Potential von Frauen wie Männern gleichermaßen auszuschöpfen.

Damit aber Frauen wie Männer Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen, muss die Politik dafür sorgen, dass flächendeckend ganztägige Betreuungmöglichkeiten für Kinder aller Altersstufen geschaffen werden. Und auch eine stärkere Wertschätzung von Berufstätigen, die Tag für Tag ihr Leben straff durchorganisieren – oft als Alleinerziehende durchorganisieren müssen, um beides – Familie und Beruf – unter einen Hut zu bringen, ist dringend notwendig.

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