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Dammanns Jobtalk

Das Ringen um die Frauenquote

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Unternehmen und Behörden müssen frauen- und familienfreundlicher werden

Frauen gegen die Quote
Machtwort von Merkel Quelle: dpa
Angelika Dammann Quelle: Deniz Saylan für WirtschaftsWoche
Entwicklungsvorstand bei Opel Rita Forst Quelle: Axel Wirdemann
Ikea-Deutschland-Chefin Petra Hesser Quelle: Markus Hildebrand
Mitglied der Geschäftsleistung Microsoft Deutschland Angelika Gifford Quelle: dpa
Hauptgeschäftsführerin Gesatmetall Gabriele Sons
Vorstand bei E.On Regine Stachelhaus Quelle: ap

Kasper Rorsted, Chef des Konsumgüterherstellers Henkel trägt genau dieser Erwartungshaltung Rechnung und kann daher auch bereits im unteren wie mittleren Management einen Frauenanteil von 30 Prozent aufweisen. „Tradierte Rollenvorstellungen sind für mich tatsächlich sehr befremdlich, und das mag auch daran liegen, dass ich Däne bin“, sagte Rorsted 2011 in einem Interview mit der WirtschaftsWoche zum Thema Diversity.

„In Skandinavien ist es selbstverständlich, dass auch Topmanager mal um 17.00 Uhr nach Hause gehen und sich dafür um 20.00 Uhr noch einmal an den Schreibtisch setzen. Es kommt bei der Arbeit nicht auf die Präsenz am Arbeitsplatz an, sondern auf Ergebnisse“. Den Hauptschlüssel für eine höhere Frauenbeschäftigung sieht Rorsted also auf Unternehmensseite in umfassenderen Angeboten zur Kinderbetreuung, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und in der Abkehr von der typisch deutschen Präsenzkultur in Unternehmen hin zu flexibleren  Arbeitszeiten.

Welche Frauen deutsche Konzerne kontrollieren
In deutschen Vorständen besetzen Männer 97 Prozent aller Posten. Bisher hat nur die Deutsche Telekom ein konkretes Förderprogramm für Frauen beschlossen, und auch die Politik hat sich nicht auf eine gesetzliche Quote einigen können. Nach wie vor haben es qualifizierte Frauen schwer, in die Schalt- und Machtstellen der deutschen Wirtschaft vorzustoßen. Dabei gibt es durchaus eine positive Tendenz hin zu mehr Frauen in Top-Positionen. Welche Topmanagerinnen in jüngster Zeit Deutschlands Aufsichtsräte erobert haben. Quelle: dpa
Sie spricht Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch fließend, kann sich auf Französisch und teilweise auch auf Japanisch und Russisch verständigen. Die in Guatemala aufgewachsene Schweizer Wirtschaftswissenschaftlerin Beatrice Weder di Mauro zog im Januar 2010 in den Aufsichtsrat von ThyssenKrupp ein. Bereits im Jahr 2004 wurde sie Mitglied der "Fünf Weisen" im Sachverständigenrat - als Nachfolgerin von Axel Weber. Weder di Mauro war das jüngste berufene Mitglied, die erste Frau und Nichtdeutsche in dieser Position. Quelle: Reuters
Zu den bekannten Gesichtern unter den Neuzugängen in Deutschlands Aufsichtsräten zählt auch Doris Schröder-Köpf: Die Journalistin und Frau des Alt-Bundeskanzlers Gerhard Schröder ist zur Aufsichtsrätin von Karstadt bestellt worden. Die 47-Jährige übernimmt einen freiwerdenden Posten, wie das von Nicolas Berggruen geführte Unternehmen im Januar mitteilte. Quelle: dpa
Auch ausländische Top-Managerinnen erobern die deutschen Aufsichtsräte. So soll noch in diesem Jahr die schwedische Bankerin Annika Falkengren in die Aufsichtsräte von Volkswagen und Munich Re aufsteigen. Falkengren gilt als Paradebeispiel für eine erfolgreiche Managerin: Kurz bevor sie Vorstandsvorsitzende der SEB-Bank wurde, bekam "Europas härteste Bankerin" ihr erstes Kind. Quelle: Reuters
Sie zählt zu den einflussreichsten Frauen in der skandinavischen Wirtschaft und bringt Erfahrungen in den Bereichen Logistik und Finanzierung mit. Die Dänin Lone Fønss Schrøder wird in diesem Jahr in die Kontrollgremien der MDax-Konzerne Bilfinger Berger und Heidelberger Druckmaschinen einziehen. Die 50-Jährige ist Multiaufsichtsrätin. Zur Zeit ist sie in den Gremien der schwedischen Bank Handelsbanken, des Energieversorgers Vattenfall und des Pkw-Herstellers Volvo vertreten. Quelle: Pressebild
Auch der Aufsichtsrat der Deutschen Bank wird weiblicher: Mit Ablauf der Hauptversammlung am 26. Mai wird Katherine Garrett-Cox in den Aufsichtsrat des Institutes einziehen. Die 43-Jährige, die 2010 von der "Financial Times" in die Rangliste der "Top 50 Women in World Business" aufgenommen wurde, ist die siebte Frau von 20 Mitgliedern des Kontrollgremiums. Quelle: Pressebild
Aber auch deutsche Frauen sorgen für einen positiven Trend: RTL-Chefin Anke Schäferkordt darf sich in Bälde über einen Aufsichtsratsposten freuen. Die Fernsehmanagerin, die die Mediengruppe RTL Deutschland seit September 2005 leitet, zieht in das Kontrollmedium beim Chemieriesen BASF ein. Wie man Privatfernsehen profitabel führt, zeigt Schäferkordt seit ihrem Amtsantritt. Quelle: dpa

Diese familienfreundliche Personalstrategie wird seit Jahren bei Henkel verfolgt. Gleichzeitig wurden sukzessive weibliche Führungskräfte aufgebaut. Das dürfte sich tatsächlich in wenigen Jahren auch in der Vorstandsbesetzung widerspiegeln. 60 Prozent aller Beförderungen im Topmanagement bei Henkel betrafen 2010 Frauen. Mehr als 50 Prozent der Top-Talente sind weiblich.

Um wirkliche Fortschritte zu erzielen, bedarf es also eines CEO’s, der Vielfalt vorlebt und nachvollziehbar im Unternehmen umsetzt. Mit 28.5% Frauen in Führungspositionen führt Henkel übrigens die Riege der DAX 30-Unternehmen an. Getreu dem Motto: „Don’t fix the women – fix the organisation“, müssen Männer also an den entscheidenden Stellen im Unternehmen Einfluss nehmen, um nachhaltig Änderungen in der Unternehmenskultur zu erreichen.

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