Demografie Was Unternehmen gegen die Alterung tun können

Arbeitnehmer fürchten die Auswirkungen des demografischen Wandels auf ihre Altersversorgung. Das betriebliche Demografiemanagement verfehlt häufig den Bedarf der Mitarbeiter, behauptet eine Studie der Gothaer Versicherungen.

Welche Länder überaltern
Platz 8: Schweden Quelle: dapd
Platz 7: Portugal Quelle: REUTERS
Senioren beim Nordic-Walking Quelle: dpa
Griechenland Quelle: dpa
Platz 10: Finnland Quelle: dapd
Platz 5: Bulgarien Quelle: Reuters
Platz 4: Italien Quelle: dapd

Die Versicherungen entdecken den demografischen Wandel als Geschäftsfeld. Das "Demografiemanangement" der meisten Unternehmen bleibt weit unter seinen Möglichkeiten, behauptet die Gothaer jetzt in einer Studie. Weil sie den Mitarbeitern nicht die Vorsorge bietet, die sie sich angesichts der eigenen Versorgungsrisiken in einer schnell alternden Gesellschaft wünschen. Und weil sie deswegen Chancen verspielen, sich als Arbeitgeber attraktiver zu machen. Die Versicherung hat gemeinsam mit dem FAZ-Institut 1.000 Berufstätige im Alter zwischen 16 und 60 Jahren befragt.

Die meisten Erwerbstätigen schauen ihrem Ruhestand mit Sorge entgegen: 61 Prozent der Befragten erwarten, dass die gesetzliche Rentenversicherung und ihre private Altersvorsorge für sie selbst nicht ausreichen werden, um im Alter einen zufriedenstellenden Lebensstandard genießen zu können. Drei Viertel der Beschäftigten geht nicht davon aus, über das 70. Lebensjahr hinaus erwerbstätig zu sein. Allerdings gehen von den Unter-30-Jährigen fast die Hälfte davon aus, auch mit über 70 noch zu arbeiten.

Die Aussicht länger zu arbeiten wird allgemein nicht begrüßt. Als Mittel der Wahl, den Traum vom frühen Ruhestand auch in einer alternden Gesellschaft am Leben zu halten, gilt vielen das Arbeitszeitkonto. Motto: In jüngeren Jahren besonders viel, sozusagen im Voraus, arbeiten, um es im Alter lockerer angehen zu können. 61 Prozent der Befragten befürworten, Lebensarbeitszeitkonten im eigenen Unternehmen einzuführen. Derzeit haben erst fünf Prozent der befragten ein solchen Lebensarbeitszeitkonto.

Mit dem prognostizierten Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung in Deutschland erwartet jeder zweite Erwerbstätige steigende Krankenstände in den Unternehmen. 49 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, im Laufe ihres Berufslebens berufsunfähig zu werden. 66 Prozent der Befragten behaupten, dass sie betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherungen für besonders wichtig halten. Doch tatsächlich nutzen nur 11 Prozent der Arbeitnehmer solche tatsächlich.

Zehn goldene Regeln für das Demografiemanagement

Junge Menschen verlangen nach betrieblicher Gesundheitsförderung 

Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements stoßen auf eine große Nachfrage: Fast 90 Prozent aller Befragten sind an Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung interessiert. Im Einzelnen zeigen die Erwerbstätigen das größte Interesse an Bewegungsangeboten für Rückengesundheit und zur Verbesserung der Ausdauer (67 Prozent). Rund jeder zweite Befragte befürwortet das Angebot von Gesundheitstagen, an denen unter anderem medizinische Check-ups durchgeführt werden, und von Maßnahmen rund um das Stressmanagement.

Die junge Generation der Erwerbstätigen ist für Gesundheitsangebote der Arbeitgeber besonders aufgeschlossen: 75 Prozent der Befragten unter 30 Jahren sehen darin wirksame Maßnahmen für Betriebe, Zukunftsrisiken vorzubeugen. In der mittleren und älteren Generation sprechen sich jeweils zwei Drittel der Erwerbstätigen für solche Angebote aus. Sie sind aus Sicht der Erwerbstätigen notwendig, da langfristig aufgrund der Alterung der Bevölkerung die Krankenstände in den Betrieben steigen könnten. Aktuell nutzt lediglich ein Viertel der Arbeitnehmer Angebote im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.

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