Der Ursprung meiner Karriere: Cawa Younosi „Ich hatte im Leben mehr Glück als Verstand“

Cawa Younosis Weg vom Flüchtlingskind zu einem der bekanntesten Personalmanager Deutschlands. Hier erzählt der SAP-Personalchef vom Ursprung seiner Karriere.

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1. Krieg

Ende der Achtzigerjahre, als mich in Afghanistan das Militär einziehen wollte, ist mein Vater mit mir nach Indien geflohen. Dort hat er mich in ein Flugzeug gesetzt. Ich war damals 14 Jahre alt. Dass es nach Deutschland geht, habe ich erst kurz vor der Landung erfahren. Das Einzige, das ich bis dahin aus dem Land kannte, war Modern Talking. Der Plan war eigentlich, dass ich bald zurückkehre. Bin ich aber nie. Meinen Vater habe ich nie wieder gesehen.

2. Kiosk

Nach dem Abi habe ich mit meiner Frau einen Kiosk in Bonn eröffnet. Um fünf Uhr ging’s los. Wenn die Bauarbeiter nicht ihren Kaffee bekamen, konnten sie ungemütlich werden. Nach 20 Uhr dann die Buchhaltung. Nebenbei habe ich versucht, ein bisschen Erziehungsarbeit bei den Kinder zu leisten, die statt zur Schule zu gehen bei uns Süßigkeiten geholt haben. Ich habe damals viel Empathie dazugewonnen.

Quelle: Privat

3. Kante

Dass ich bei SAP gelandet bin, war purer Zufall. Als Arbeitsrechtler habe ich zunächst im Sozialpartnermanagement angefangen. Da ging es vor allem um Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Weil ich die Sache relativ unbekümmert angegangen bin, konnte ich freier agieren. Meinen Aufstieg bei SAP verdanke ich vor allem Menschen, die mir vertraut und mein Potenzial gesehen haben – trotz oder gerade wegen meiner Kanten.

Quelle: Privat


Sie möchten wissen, wie die Karriere von Frank Thelen, Nina Hugendubel oder Ulrich Wickert begann? Stöbern Sie in unserer Rubrik „Der Ursprung meiner Karriere“!

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