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Digitaler Mittelstand Die Suche nach perfekten Leuten für den digitalen Wandel

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Weiterbildung und Veränderungswillen bekommen neuen Stellenwert

Ob die digitale Transformation gelingt, hängt aber nicht nur davon ab, junge Leute zu finden und die alten Hasen an Board zu behalten, es kommt entscheidend auf die Einstellung der Mitarbeiter an. Wer sich mit 40 gedanklich auf den Ruhestand vorbereitet und Erfahrung mit: "Ich möchte nichts mehr lernen müssen" gleichsetzt, ist keine große Hilfe. Nicht nur Chefs und Teamleiter, auch die Angestellten müssen "am Ball bleiben" wollen.

Entsprechend habe sich auch der Umgang mit den Angestellten bei den befragten Unternehmen spürbar verändert: 65 Prozent ermöglichen es ihren Mitarbeitern, eigene Projekte selbstständig zu verwirklichen, in 53 Prozent der Unternehmen gibt es abteilungsübergreifende Innovations- und Pilotprojekte. Schließlich ist mehr Verantwortung eine größere Motivation als mehr Geld. Und sie spornt zum Lernen an.

Außerdem zeigt die Studie: Je digitaler das Unternehmen ist, desto mehr Freiräume haben die Mitarbeiter. Das gilt sowohl für die Planung und Umsetzung von Projekten als auch für die Arbeitszeit oder den Arbeitsort.

Trotzdem ziehen nicht alle so recht mit. Die befragten Führungskräfte bemerken, dass ein Teil der Belegschaft zwar Interesse an Weiterbildung hat - Stichwort: lebenslanges Lernen - und auch höhere Erwartungen an die technische Ausrüstung hat und stärker über die strategische Ausrichtung informiert werden möchte. Hier könnten sich die Unternehmen noch stärker engagieren, findet der Schirmherr der Studie, Jürgen Meffert. "In der Weiterentwicklung des vorhandenen Personals liegt noch viel Potenzial“, sagt der Direktor bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company.

Was Weiterbildung Mitarbeitern bringt

Der Befragung zufolge gibt es in den Unternehmen aber auch viele, die möglichst den Status quo erhalten wollen und sich nur schwer auf neue Technologien und Arbeitsstrukturen einlassen können. "Mein Büro, mein Schreibtisch, meine Stechuhr" lautet offenbar das Motto bei einigen - vorwiegend älteren - Mitarbeitern.

Doch auch eine junge, aufgeschlossene Belegschaft bietet der Führungsetage nicht nur Grund zum Jubeln: Die jungen sind weniger stark an ein Unternehmen gebunden und stellen andere Ansprüche an die Work-Life-Balance und wollen noch mehr Freiräume.

Damit sich die Unternehmenskultur - und damit auch die Einstellung der Mitarbeiter - entsprechend ändert, braucht es laut der Studie vor allem drei Dinge: Motivation, Innovation und neue Standards.

Und hier ist - wie bei allen anderen Veränderungsprozessen auch - der Chef oder die Chefin gefragt. Die Zukunftsmuffel bewegen sich nicht von allein und die jungen Söldner schenken ihr Herz dem Betrieb nicht ohne Gegenleistung. Insofern bedeutet digitaler Wandel keineswegs die Abkehr von klassischen Mittelstandtugenden. Der CEO oder die Geschäftsführerin sind in Zukunft stärker denn je als Vorbild für ihr Team gefragt.

Was natürlich nicht heißt, dass sich für die Damen und Herren an der Spitze der Unternehmen gar nichts ändert: 77 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Aufgabe einer Führungskraft in Zukunft nicht mehr die des Kontrolleurs, sondern die des Koordinators sein wird. Außerdem sagen 88 Prozent, dass Führungskräfte in Zukunft mutiger sein müssen, was Innovationen angeht und schneller handeln. Abwarten und zögern sind passé. 68 Prozent rechnen zusätzlich mit einem Abbau von Führungsebenen - weniger Chef ist in Zukunft mehr.

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