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Digitaler Wandel Unternehmen müssen von Startups lernen

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Wandel mitgestalten oder gehen

Und das sind gerade Manager häufig nicht. „Führungskräfte müssen in Veränderungsprozessen oft den Verlust von Privilegien verschmerzen und Mehrarbeit hinnehmen“, sagt Unternehmensberater Bormann. Die Gründe: Sie müssen sich zum einen mit der neuen persönlichen Situation arrangieren, aber auch ihre Mitarbeiter bei der Bewältigung unterstützen und an der Ausgestaltung der Veränderung mitarbeiten. Zudem müssen sie noch das Tagesgeschäft aufrechterhalten. Trotzdem: „Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den Wandel mitzugestalten oder zu gehen“, sagt Bormann. „Denn wenn sich nichts ändert, bedeutet das mitunter, dass Unternehmen sterben.“ Um diesem Schicksal zu entgehen, setzen Konzerne vermehrt auf Beteiligungen an Start-ups.

So sorgen Sie für ein gutes Betriebsklima
FeiernEs gibt immer einen Grund zum Anstoßen: Das erreichte Geschäftsziel, der Geburtstag einer Kollegin oder schlichtweg das anstehe Wochenende. Gelegentliche lockere Runden bei einem Glas Sekt heben die Stimmung und steigern die Arbeitsmoral.     Quelle: dpa
Offenheit schaffenGerade schlechte Nachrichten sickern in Betrieben schnell durch. Wenn es also schlecht um die Firma steht oder ein Stellenabbau ansteht, sollten Chefs das lieber offen sagen. Natürlich kommt das bei der Belegschaft schlecht  an – aber weitaus nicht so schlecht, wie das Unbehagen und die Unsicherheit wegen irgendwelcher Gerüchte. Quelle: dpa
Die Kollegen miteinbeziehenChefs, die ständig Alleingänge wagen und über die Köpfe der Beschäftigten hinweg entscheiden, sammeln keine Bonuspunkte im Betrieb – egal, wie gut sie damit letztlich zum Firmenerfolg beitragen.  Außer dem Ergebnis einer Entscheidung zählt auch ihr Rückhalt im Unternehmen. Je stärker ein Chef seine Mitarbeiter miteinbezieht, desto motivierter gehen sie auch an die Arbeit. Quelle: Fotolia
Gesprächsbereitschaft signalisierenJe offener Kollegen untereinander und mit dem Chef sprechen können, desto besser ist das Betriebsklima. Schließlich hilft es Probleme aus der Welt zu räumen, wenn die Mitarbeiter wissen, dass sie jedes Thema ansprechen können – ob beim Chef oder beim Kollegen. Quelle: Fotolia
Missverständnisse ausschließenFührungskräfte sollten Ziele und Aufgaben genau kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden. Diese sorgen schließlich nur für Ärger auf allen Seiten:  Der Chef ist ohnehin sauer, weil die Aufgabe falsch erledigt wurde, und die Mitarbeiter, weil sie keine deutlicheren Informationen bekommen haben. Quelle: Fotolia
Respektvoll und höflich seinChefs sind Vorbilder und sollten das vorleben, was sie auch von ihren Mitarbeitern erwarten. Dies betrifft die Leistung, aber auch das tägliche Miteinander. So sollten Chefs alle Mitarbeiter gleich respektvoll und höflich behandeln – vom Hausmeister bis zur Führungskraft. Das signalisiert, dass jeder Mitarbeiter wichtig ist, es stärkt den Zusammenhalt und zeigt, dass unhöfliches Verhalten in der Firma nicht geduldet wird. Quelle: Fotolia
Sich nach den Kollegen erkundigenWie geht es meinen Kollegen? Was bewegt sie gerade in ihrem Leben? Diese Fragen sollten sich Mitarbeiter und Chefs gleichermaßen stellen und einfach mal nette Gespräche zwischen Tür und Angel führen. Das sorgt gleich für ein viel freundlicheres Betriebsklima. Quelle: dpa

Ein einfacher Weg, um sich zusätzliches Wissen ins Haus zu holen – vorausgesetzt, es handelt sich dabei um eine strategische Beteiligung, wie im Fall von Daimler. Der Konzern versteht sich nicht mehr als Autobauer, sondern als Bereitsteller von Mobilität. Das zeigen die Investitionen des Unternehmens: Zum einen beteiligte sich die Daimler-Tochter Car2go an dem Start-up Mytaxi: Mit der App können Nutzer per Knopfdruck Taxis bestellen. Mytaxi wiederum startete eine strategische Zusammenarbeit mit einer anderen Daimler-Tochter namens Moovel. Nutzer der App müssen nur ihren Standort und ihr Ziel eintragen, und schon wird ihnen der schnellste Weg errechnet – egal, ob via Bus, Bahn, Mietwagen, Taxi oder Mitfahrgelegenheit. Die Folge: Daimler macht zwar weiterhin den größten Umsatz mit dem Verkauf seiner Fahrzeuge, aber durch seine Beteiligungen hält das Unternehmen engen Kontakt zur Internet-Szene und spürt Trends schneller auf.

Den gleichen Effekt verspricht sich auch Rewe. Zusätzlich zur neu gegründeten Online-Taskforce setzt auch der Handelsriese auf Beteiligungen an Start-ups, investierte etwa in den Online-Möbelhändler Home24. „Wir müssen von diesen Verrückten lernen“, sagte Unternehmens-Chef Caparros in einem Interview mit der „FAZ“.

Nerds einkaufen

Benötigen Unternehmen noch schneller Know-how von außen, etwa beim Programmieren einer neuen App, kaufen sie die Leistung bei externen Dienstleistern ein. „Das ist sinnvoll, weil es die Unternehmen flexibler macht“, sagt Werner Widuckel, Professor für Personalmanagement an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und ehemaliges Vorstandsmitglied bei Audi. Wie man es schafft, dass der auf Zeit eingekaufte Nerd mit genügend Elan an das Projekt herangeht? „Räumen Sie Dienstleistern Handlungsspielräume bei der Umsetzung des Projekts ein“, rät Widuckel, „und respektieren Sie deren Arbeitsweise. Die wenigsten dieser Projektmitarbeiter wollen einen Nine-to-five-Job, aber Rücksicht auf ihre persönlichen Bedürfnisse.“

In Arbeit
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Dieser Kulturwandel macht sich auch bei Rewe bemerkbar: Die digitalen Denker haben sich in ihrem Großraumbüro in Köln-Mülheim, sechs Kilometer von der Konzernzentrale entfernt, im Google-Chic eingerichtet. Eine Sprossenwand und eine riesige Hängematte schmücken die Pausenecke. An die abwaschbaren Wände darf gekritzelt werden, um Ideen freien Lauf zu lassen. „Wir fühlen uns wie ein Start-up“, sagt Rewe-Chef Caparros, „mit 87-jähriger Tradition.“

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