Endlich Chef! So klappt es mit dem Traum vom eigenen Start-up

Wer junge Firmen nicht nur in der Höhle der Löwen ansehen, sondern seine eigene Unternehmensvision umsetzen möchte, braucht umfangreiches Know-how. Doch wie tief muss das Fachwissen reichen? Basis-Handbuch oder solides Entrepreneurship-Studium? Daniel Markgraf erklärt, welche Expertise Gründer mitbringen sollten, damit das Projekt Start-up 2017 Erfolg hat.

Daran scheitern Start-ups
Die Chance als einzelner Gründer Investoren zu finden, ist verschwindend gering. Quelle: Fotolia
Einen ungünstigen Standort wählen Quelle: Fotolia
Eine Nische wählen Quelle: Fotolia
Gründer-verkalkuliert-sich Quelle: Fotolia
Eine kreative Idee nachahmen Quelle: Fotolia
SturheitMangelnde Anpassungsfähigkeit kann Start-ups zerstören. Denn starre Prinzipien können Gründer blind machen, so Autor Vital. Durch diese Sturheit könnten sie leicht übersehen, was Anwender ihnen mitteilen wollen. Quelle: Fotolia
Einen schlechten Programmierer anheuernBesonders gute Programmierer sind Mangelware - deshalb werden oft die Inkompetenten eingestellt. Wer hier nicht in der Lage ist, die Spreu vom Weizen zu trennen, kämpft auf verlorener Front. Kompetente Programmierer sollten deshalb von fähigen Experten oder einem kompetenten Team ausgewählt werden. Quelle: Fotolia
Die falsche Plattform wählenDas Wachstumspotential des Start-ups wirkt sich maßgeblich auf den Unternehmenserfolg aus. Mit der falschen Plattform können Gründer schnell in einen Engpass geraten. Verbraucher bringen oftmals nicht die nötige Geduld auf und warten, bis vorhandene Probleme behoben sind. Quelle: Fotolia
Träger MarkteintrittVor der Produkteinführung tappen Gründer im Dunkeln darüber, ob ihr Start-up zum Erfolg wird. Je länger der Markteintritt aufgeschoben wird, desto mehr verzögert sich die Reaktion auf die Firmengründung. Stellen Sie sich die Frage nach dem Grund für die Verschiebung. Quelle: Fotolia
Verfrühter MarkteintrittEine zu frühe Produkteinführung auf dem Markt kann sich ebenfalls negativ auswirken, wenn Gründer noch nicht für schnelles Wachstum gewappnet sind oder - noch schlimmer – kein benutzbares Produkt vorstellen können. Quelle: Fotolia
Die spezifische Zielgruppe fehltIrgendwo wird sich irgendwer schon für Ihr Produkt interessieren. Sie wissen nur noch nicht, wer das sein soll? Klingt, als würde es diese Leute nicht geben. Machen Sie sich im Vorfeld bewusst, welche Zielgruppe das Produkt ansprechen soll. Quelle: Fotolia
Zu wenig verfügbare Geldmittel Von nichts kommt nichts. Sind die Geldmitteln zu spärlich, kann das volle Potential des Produktes nicht ausgeschöpft werden. Quelle: Fotolia
Zu viel Geld ausgebenGründer, die zu viel Geld ausgeben, bevor sie genug gespart haben, können die nächsten nötigen Investitionen nicht stemmen. Das Geld schwindet. Der Anfang vom Ende. Quelle: Fotolia
Zu viel Geld beschaffen Quelle: Fotolia
Schwaches Investor-Management Wer die Wahl hat, sich zwischen Investoren und Verbrauchern zu entscheiden, sollte sich in jedem Fall für den Verbraucher einsetzen. Sobald die Kunden zufrieden sind, werden auch die Investoren dankbar sein, da sie auf diese Weise ebenfalls Geldgewinne erzielen. Quelle: Fotolia
Sich für Gewinne statt den Verbraucher einsetzenGeld können Gründer immer noch später verdienen. Den Verbraucher glücklich zu machen, sollte dagegen immer an erstes Stelle stehen. Schließlich steht und fällt das Start-up mit ihm. Quelle: Fotolia
Die Hände nicht schmutzig machenNicht alle Probleme lassen sich mit netten Umschiffungen lösen. Geschäftsbeziehungen beruhen auf persönlichen Beziehungen. Gehen Sie unangenehmen Gesprächen nicht aus dem Weg und treffen sich unter vier Augen mit Geschäftspartnern, rät Vital weiter. Quelle: Fotolia
Streit zwischen GründernStreit zwischen Gründern kommt nicht selten vor. Da ihr Wesen von Natur aus ehrgeizig ist, vertreten sie fast zwangsläufig unterschiedliche Ansichten. Quelle: Fotolia
Halbherziger Ehrgeiz Nicht selten stellt mangelnde Entschlossenheit einen Grund für das Scheitern von Start-ups dar. Sollten neben der Gründung des Start-ups andere Berufsperspektiven in Frage kommen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Gründer unterbewusst noch an ihnen festhalten. Quelle: Fotolia

Immer wieder bescheinigen uns Studien und Politiker die mangelnde Gründungsbereitschaft in Deutschland. Und diese kommt nicht von ungefähr: Wie eine Studie der Universität Hohenheim herausfand, sind die Deutschen schulischen oder beruflichen Misserfolgen gegenüber zwar generell tolerant. Aber ein Gründer, der mit seinem Startup einmal scheiterte, verliert ihr Vertrauen.
Der Druck auf deutsche Entrepreneure ist also groß, nicht erst aus ihren Fehlern zu lernen, sondern möglichst viel Expertise schon vorab in ihr Projekt Firmengründung einzubringen.

WirtschtschaftsWoche: Was muss ein Gründer an Wissen mitbringen, um sein Unternehmen zum Erfolg zu führen?
Daniel Markgraf: Ein Gründer muss zunächst einmal für sein Produkt oder seine Dienstleistung brennen. Niemand sollte ein Unternehmen gründen in der Illusion, so schnell reich und der nächste Mark Zuckerberg zu werden. Wichtig ist eine tiefe Leidenschaft für die eigene Idee – aber auch der Realitätssinn, dass man sich auf ein sehr kräftezehrendes Projekt einlässt.

Zur Person

Gibt es geborene Gründertypen?
Vor einigen Jahren habe ich eine Studie über den „Einfluss von Persönlichkeit und Wissen auf den Unternehmenserfolg“ durchgeführt und gelernt: Der Gründer selbst ist tatsächlich der wichtigste Faktor für den Erfolg eines Startups. Das betriebswirtschaftliche Know-how bildet den Werkzeugkoffer für die Gründung – umsetzen, mit Leben füllen und weiterentwickeln muss sie der Gründer selbst.

So denkt die Welt über Selbstständigkeit

Ohne BWL-Studium geht es also nicht?
Ohne betriebswirtschaftliche Basics kommen Sie nicht weit. Das kann ich im Hinblick auf meine Erfahrung bei der Betreuung junger Gründer definitiv bestätigen. Obwohl man die „BWL-Spießer“ an der Uni früher vielleicht milde belächelt hat, brauchen Gründer nicht zuletzt eine große Bereitschaft zu lernen, sich weiterzubilden und sich auch betriebswirtschaftliches Know-how anzueignen.

Was muss ein angehender Gründer auch ohne BWL-Studium auf jeden Fall können?
Was man auf jeden Fall mitbringen sollte, ist solides Basiswissen in Projektmanagement, Marketing, Personalwesen, Qualitätsmanagement sowie Investitionen und Steuern. Das klingt anspruchsvoll, und das ist es auch: Im Idealfall ist ein Gründer ein BWL-Allrounder. Denn gerade in der Anfangszeit seiner Selbständigkeit sollte und muss er er – mangels Mitarbeiter – einen Großteil der Aufgaben selbst übernehmen können. Später muss er zumindest die Aufgaben, Ziele und Maßnahmen vorgeben, übergeben und die Umsetzung in den Fachabteilungen beurteilen können. Nicht zuletzt sollte er auch einem Gründungsberater oder Investor gegenüber darstellen und gut argumentieren können, weshalb diese Ausgabe ein sinnvolles Investment ist und jene nicht.

Genügen ein solides BWL-Wissen und die richtige Persönlichkeit für den Erfolg eines Start-ups?
Die Liste geht leider noch weiter: Sie müssen sich ein breites Netzwerk aus anderen Gründern, aber auch Investoren und Banken aufbauen. Mit diesen Parteien sollten Sie regelmäßig an einen Tisch kommen – nicht erst dann, wenn es um die nächste Investitionsrunde geht. Es ist ganz essenziell, dass man ein gemeinsames Verständnis schafft, eine Basis, auf der man gut zusammenarbeiten und voneinander lernen kann. Für den Gründer sind diese Personen außerdem wichtige Multiplikatoren.

Wo trifft man solche Multiplikatoren?
Businessplan-Wettbewerbe oder Startup-Weekends sind dafür bewährte Plattformen. Der Austausch muss nicht immer vor Ort stattfinden, wo man heute per Video-Chat sogar gemeinsam an einem Businessplan feilen oder ein Online-Seminar besuchen kann, ohne extra von Hamburg nach München zu fliegen. Wichtig ist, dass Sie überhaupt in Dialog treten. Am besten bei einem bunten Blumenstrauß aus Wettbewerben, Netzwerkveranstaltungen und zielorientierten Weiterbildungen. Je mehr, desto besser!

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%