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EntscheidungsMacher „Sie kann ein Team durch ein tiefes Tal führen“

Analytisch klar, sozial kompetent: BASF-Vorstand Saori Dubourg. Quelle: BASF

Gut 20 Jahre hat Saori Dubourg für den Weg in die BASF-Chefetage gebraucht. Inzwischen fällt ihr Name regelmäßig, wenn es um die Frage geht, wer die erste Vorstandschefin eines deutschen Dax-Konzerns werden könnte. Grund genug für die WirtschaftsWoche, Dubourg als Entscheidungsmacherin 2019 zu nominieren.

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Unter all den Anzugträgern im BASF-Vorstand fällt die zierliche Frau im Designerkleid gleich auf. Saori Dubourg, geboren in Augsburg, Vater Deutscher, Mutter Japanerin, gehört dem Führungsgremium des Chemiekonzerns erst seit zwei Jahren an – und hat doch schon reichlich bewegt. Sie ist zuständig für Agrar- und Bauchemie sowie die Region Europa, damit untersteht ihr mehr als jeder zweite der über 100.000 BASF-Mitarbeiter.

Gut 20 Jahre hat Dubourg für den Weg in die BASF-Chefetage gebraucht. 1996 begann sie im Marketing, dann wechselte sie alle zwei bis drei Jahre den Job. Ging im Stab eines BASF-Vorstands nach Asien; kümmerte sich um das Controlling im Fasergeschäft; leitete die Führungskräfteentwicklung; führte das Geschäft mit Lebensmittelzusatzstoffen; restrukturierte es – und rückte zur Belohnung in den BASF-Vorstand ein. Und traf zwei wichtige Entscheidungen zur Zukunft ihrer beiden Fachbereiche – Grund genug für die WirtschaftsWoche, Dubourg als Entscheidungsmacherin 2019 zu nominieren.

Zum einen kaufte die 47-Jährige im Sommer 2018, in Abstimmung mit BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller, für 7,6 Milliarden Euro die Saatgutsparte des Konkurrenten Bayer, um das Landwirtschaftsgeschäft zu stärken. Der Leverkusener Konzern musste damals einen Käufer finden, sonst hätten die europäischen Wettbewerbshüter der Übernahme von Monsanto nicht zugestimmt.

Über die Serie

Zum anderen wagte Dubourg, das schwache Bauchemiegeschäft – Betonzusatzmittel, Mörtel oder Abdichtungen – infrage zu stellen. Der Bereich gilt als mäßig profitabel und hat wenig Berührungspunkte mit dem übrigen BASF-Geschäft. Was genau mit der Sparte passiert – ob sie in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Wettbewerber integriert oder aber verkauft wird –, entscheidet sich noch in diesem Jahr.

Sozial kompetent

Bei Restrukturierungen hat Dubourg ihren eigenen Stil: analytisch klar, sozial kompetent. „Sie kann ein Team motivieren und durch ein tiefes Tal führen“, sagt einer, der eng mit ihr zusammengearbeitet hat. Wie geschickt sie dabei vorgeht, hat Dubourg vor Jahren bewiesen, als sie das Geschäft mit Lebensmittelzusatzstoffen umbaute. Sie redete offen über harte Einschnitte und erklärte die Entscheidungen, forderte aber gleichzeitig Verantwortung ein. Wer wollte, konnte sich zum Frühstück mit der Chefin anmelden. Dubourg trennte sich von Teilen des Geschäfts mit Pharmainhaltsstoffen, einige Hundert Arbeitsplätze fielen weg. Die Restrukturierung gelang ihr innerhalb von drei Jahren.

Längst haben auch Headhunter die 47-Jährige für höhere Weihen im Auge: Wenn es darum geht, wer die erste Vorstandschefin eines deutschen Dax-Konzerns werden könnte, fällt regelmäßig Dubourgs Name.

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