Fachkräfte gesucht Unternehmen verweigern Bewerbung per Smartphone

Kaum einer, der heute kein Smartphone nutzt: Mobil wird eingekauft, gesurft und die E-Mails gecheckt. Nur die Karriereseiten und Bewerbungsportale sind nicht mobil. So können Job und Bewerber nicht zusammen kommen.

Diese Unternehmen suchen ihre Bewerber am Smartphone
Platz 30 - SAPPunktzahl: 233 Platzierung im Vorjahr: Neu Quelle: REUTERS
Platz 29 - AccorPunktzahl: 233 Platzierung im Vorjahr: Neu Quelle: Reuters
Platz 28 - AltriaPunktzahl: 235 Platzierung im Vorjahr: 12 (-16) Quelle: AP
Platz 27 - EADSPunktzahl: 237 Platzierung im Vorjahr: Neu Quelle: dpa
Platz 26 - Rolls-RoycePunktzahl: 239 Platzierung im Vorjahr: Neu Quelle: AP
Platz 25 - CumminsPunktzahl: 241 Platzierung im Vorjahr: Neu Quelle: Presse
Platz 24 - GooglePunktzahl: 243 Platzierung im Vorjahr: Neu Quelle: dapd

Wer ein Smartphone hat, kann nahezu alles unterwegs erledigen: den Kontostand checken und die Miete überweisen, den Urlaub oder den Tisch im Restaurant buchen, oder die nächste Busverbindung herausfinden. Entsprechend groß ist der Bedarf, sich auch mobil um einen Job bewerben, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Laut der Jobsuchmaschine Indeed wollen sich 60 Prozent der Deutschen, die derzeit nach einer neuen Stelle suchen, mobil bewerben. Nur: Bei deutschen Unternehmen ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Schon 2013 hatten deutsche Unternehmen kaum Interesse daran, potentiellen Bewerbern da zu begegnen, wo sie sind, nämlich im mobilen Internet.

Auch zwei Jahre später hat sich an der ablehnenden Haltung der Betriebe gegenüber mobilem Recruiting nichts geändert: Nur zwölf Prozent der befragten Arbeitgeber haben ihre Job- und Karriereseiten für mobile Endgeräte optimiert. Immerhin: 23 Prozent der befragten Unternehmen planen, in Zukunft eine mobile Version ihrer Karriereseiten anzubieten. 31 Prozent wollen lieber noch ein bisschen abwarten und den Smartphone-Trend beobachten. Gemäß dem Motto: Dieses Internet wird sich nicht durchsetzen. Und sture 34 Prozent zeigten gar kein Interesse am Thema Mobile Recruiting.

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Dabei müssen Arbeitgeber heutzutage einfach und schnell erreichbar sein, sonst sind die besten Köpfe weg. "Arbeitnehmer fast aller Altersgruppen greifen zunehmend über Tablet und Smartphone auf Job- und Karriereseiten von Unternehmen zu und erwarten auch, dass Bewerbungsprozesse einfach mobil möglich sind", bestätigt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed DACH, die Ergebnisse der Studie.

Darum zögern Arbeitgeber

Warum aber bieten bislang nur wenige Unternehmen mobil optimierte Karriereseiten? 30 Prozent der befragten Personal-Entscheider befürchten einen Rückgang der Qualität unter den Kandidaten, wenn diese sich über ihr mobiles Gerät bewerben. 22 Prozent der Teilnehmer ist die technische Umsetzung zu aufwändig beziehungsweise sie bekommen nicht genügend IT-Ressourcen zur Verfügung gestellt. 25 Prozent beachten diesen Trend bisher nicht und gehen davon aus, dass mobile Bewerbungen erst künftig größere Bedeutung erlangen werden.

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Denn bei Bewerbungen sind viele deutsche Unternehmen noch traditionell eingestellt. 67 Prozent der befragten Personal-Entscheider bevorzugen die Bewerbungsmappe per Post, 53 Prozent Bewerbungen per E-Mail. 44 Prozent der Teilnehmer schätzen Bewerbungen über Online-Formulare, 34 Prozent sind davon nur mäßig begeistert, und 22 Prozent akzeptieren diese überhaupt nicht.

Die Größe eines Unternehmens ist dabei auch entscheidend für die bevorzugte Art der Bewerbung: je größer der Betrieb, desto größer die Bereitschaft, Online-Bewerbungen zu akzeptieren. Unter den Betrieben mit mehr als 1000 Mitarbeitern verweigern sich noch 15 Prozent einer digitalen Bewerbung, bei Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern sind es 32 Prozent. Traditionelle Bewerbungsmappen per Post werden jedoch in allen Unternehmensgrößen favorisiert, wie die Studie zeigt. Davon sollten die HR-Abteilungen abrücken.

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Immer weniger Menschen sind bereit, ihr Anschreiben und ihren Lebenslauf auf feinstem Büttenpaper zu verewigen und das in Leder gebundene Gesamtkunstwerk dann in die Post zu werfen. "Jedes Unternehmen, das die besten Talente für sich gewinnen möchte, muss eine klare Strategie für mobile Bewerbungen haben und darf sich nicht auf traditionelle Prozesse verlassen", bekräftigt Hensgens. Wer bei seinen Bewerbungsprozessen weiter auf analog setzt, als gäbe es weder Internet noch Smartphones, der verliert schneller den Anschluss, als er "Fachkräftemangel" sagen kann.

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