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FC Schalke 04 Die Digitalisierung eines Fußballvereins

Auf der Cebit präsentiert sich neben den Hard- und Software-Herstellern auch der FC Schalke 04. Wir haben mit Marketingvorstand Alexander Jobst darüber gesprochen, wie die digitale Zukunft seines Vereins aussieht.

CeBit 2017: Schalke und E-Sports Quelle: dpa/Montage

Noch vor zwei Wochen war Schalke einer der Krisenclubs der Liga. Zwei Europa-League-Duelle und zwei Bundesliga-Siege später sieht es schon wieder deutlich besser aus. Aber auch ohne diese Erfolge hätte sich für die Fans wohl nichts an ihrer Liebe zum Verein geändert. Von so viel Loyalität und Markentreue der Fußballfans können andere Traditionsunternehmen nur träumen.

Eines haben diese Unternehmen mit dem Bundesligisten aber in jedem Fall gemeinsam: Die Digitalisierung macht weder vor Autobauern und Triebwerkherstellern, noch vor Versicherungen oder Fußballvereinen Halt. Das fängt beim Videobeweis auf dem Platz an und hört bei Fan-Apps noch lange nicht auf.

Deshalb präsentiert sich der Verein – zusammen mit zig Hard- und Software-Herstellern – auf der Technologiemesse CeBIT, die am 20. März in Hannover begonnen hat.

Der FC Schalke 04 ist als Partner und Kunde des Cloud-Computing-Anbieters Salesforce auf der Messe und will Fans und möglichen Investoren zeigen, wie die Digitalisierung schon heute aussieht – und was in Zukunft möglich sein wird. „Fußball ist natürlich unser Kernprodukt, aber wir müssen trotzdem neue Geschäftsfelder entwickeln“, sagt Alexander Jobst, Marketingvorstand von Schalke 04.

„Der Fan will ganz nah dran sein“

Denn der traditionelle Fußball verliert zwar nicht an Bedeutung – „Fußball ist ein unglaublicher Wachstumsmarkt“, sagt Jobst – aber für die Fans sind wöchentliche Spiele im Stadion oder vor dem Fernseher eben nicht mehr alles. „Der Fan will seinen Verein nicht nur im Stadion in Gelsenkirchen erleben, sondern auch auf seinem Smartphone über Neuigkeiten informiert werden und einen Blick hinter die Kulissen werfen können“, so Jobst.

Denn bei der Fanbindung gelte mobile first, so Jobst. Wer wissen will, wie das konkret aussieht, kann auf der Messe einen virtuellen Tag im Leben eines typischen Fans erleben – von den aktuellsten Nachrichten über die Spieler und deren Form bis zum Stadionbesuch. Und wer seine eigenen sportlichen Fähigkeiten testen möchte, kann einen virtuellen Torwart beim Elfmeterschießen herausfordern.

Das sind die umsatzstärksten Fußballclubs der Welt

Derartige Spielereien sind natürlich nett für die Fans. Das passiert natürlich nicht nur aus reiner Liebe zu den Anhängern, sondern hat ganz klar wirtschaftliche Hintergründe: Derzeit erwirtschaftet Jobsts Geschäftsbereich einen Umsatz von knapp 90 Millionen Euro im Jahr, was ein Drittel des Gesamtumsatzes von Schalke 04 ausmacht. Der Marketingchef sieht da jedoch noch viel Luft nach oben – selbstverständlich abhängig vom sportlichen Erfolg. Darüber hinaus investiert der FC Schalke seit einem Jahr noch in ganz andere Märkte, die für ein stabiles zusätzliches Einkommen sorgen sollen.

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