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Formel 1 Fünf Erfolgslektionen von Niki Lauda

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Keine Angst vor dem Scheitern

Insgesamt verlor Lauda Air durch die Unklarheit 60 Prozent der Passagiere. Das schlug sich auf den Gewinn von damals 4,5 Millionen Schilling (630.000 Deutsche Mark) nieder. Und traf die wachsende und erfolgreiche Airline hart. 276.000 Passagiere weniger – das ging an die Substanz. Lauda musste finanziell persönlich einspringen, damit die Airline überlebte.

Lektion 5: Verstehe, was mit Deinem Geld passiert

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    Geld investieren in eine Sache, von der er zutiefst überzeugt war. Das tat er ein paar Mal in seinem Leben. Wie bei der horrenden Kreditaufnahme für seinen  Einstieg in die Formel-1. „Geld kommt dann, wenn dahinter eine Idee und eine Leistung stehen.  Durch meine Erfahrungen im Rennsport weiß ich, wenn ich jetzt einen Fehler mache, dann ist das Geld sofort wieder weg.“

    Die sieben Etappen des ersten Führungsjobs

    Sein Geld verdient er heute zu 40 Prozent aus Werbeeinnahmen. Für Vorträge nimmt er ein Honorar von 60.000 Euro. Da spielt er in einer Liga mit EZB-Chef José Manuel Barroso, Altkanzler Helmut Schmidt und Wirtschaftswissenschaftler Joseph Stiglitz. Seit Juli 2015 hält er Beteiligungen bei Signa, ein Prozent an der Holding und zehn Prozent an der Signa Retail GmbH. Gründer René Benko ist eine umstrittene Figur in der Öffentlichkeit. Benkos österreichische Immobiliengruppe, die unter anderem das Berliner Luxus-Kaufhaus Kadewe und die Warenhauskette Karstadt im Portfolio hat, sorgte mehrfach für Schlagzeilen aufgrund des Sanierungsprogramms für und der Verkaufsgerüchte von Karstadt. Zuletzt scheiterte Signa mit dem Versuch, Kaufhof zu übernehmen. Lauda scheint Benko zu vertrauen. Er wird auch eine Rolle im Beirat übernehmen. Weil er gerne weiß, was mit seinem Geld passiert. Ein ebenfalls umstrittener Kollege, den er dort treffen wird: Ex-Porsche Chef Wendelin Wiedeking. Lauda sagt jedoch: Bei Investitionen hält er es wie Warren Buffett: „ Investiere nur in Gesellschaften, die auch ein absoluter Vollidiot leiten kann, denn eines Tages wird genau das passieren.“ Ob das ein Kompliment an die Immobiliengruppe ist – diese Entscheidung bleibt dem Leser überlassen. 

    Wenige Berater, auf die man sich verlassen kann

    Lauda pflegt einen konservativen Umgang mit Geld. Er legt es bei zwei Banken an, der liechtensteinischen LGT Bank und der österreichischen Erste Bank. Wie genau – das verschweigt er. Nur so viel sagt er dazu: Er erlebe so keine bösen Überraschungen. Das eine Erlebnis mit einem seiner Kapperl-Sponsoren Money Service Group (MSG) 2011 reichte ihm wohl. Die Firma hatte vierzig Anleger um dreißig Millionen Euro geprellt. Obwohl er selbst 500.000 Euro in den Fonds investiert hatte, war es für ihn am Ende ein Nullsummenspiel. Denn die erste Rate für das Sponsoring deckte den Betrag wohl ziemlich genau. Die Lust auf diese Art von Investitionen scheint ihm aber dabei vergangen zu sein.

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    Er verlässt sich auf zwei Berater, einen für Recht und einen für Finanzen, denen er zu 100 Prozent vertraut.  Eine Zweitmeinung braucht er nicht. Generell bezeichnet er sich als „Old School“ im Umgang mit seinem Geld. Er liebt Bargeld und bezahlt nie mit Karte. Er möchte nicht, dass irgendjemand nachverfolgen kann, wofür er sein Geld ausgibt. Er behauptet, nicht einmal zu wissen, wie ein Bankautomat funktioniert. Wenn er Geld braucht, dann geht er an den Schalter. Kredite hält er nur dann für sinnvoll, wenn die Zinsen niedrig sind und ein gutes Geschäftsmodell dahinter steht. Wenn also der Kredit den Kreditnehmer beweglicher macht. Dazu braucht es seiner Ansicht nach aber Sicherheiten für den Worst Case.

    Er würde sich nie mehr von einer Bank abhängig machen. Denn im Krisenfall, so sagt er, ist es meist nicht mehr weit her mit der Nächstenliebe. Die scheint bei ihm jedoch durchaus vorhanden zu sein. Er hat zwei indische Patenkinder und unterstützt Menschen, die wirklich in Not sind. Entweder finanziell, oder mit seiner Bekanntheit. „Normal bleiben auch wenn Geld da ist. Um nichts anderes geht es.“

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