Forschung und Entwicklung "Investieren Sie in die Zukunft"

IWF-Chefin Lagarde appelliert an Unternehmen, mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren. Nur so könnten sie wettbewerbsfähig bleiben. Gleichzeitig warnte sie davor, die Folgen der Digitalisierung zu verklären.

Christine Lagarde: Weg in die Zukunft führt über mehr Forschung und Entwicklung Quelle: dpa

Angesichts der fortschreitenden digitalen Revolution müssen die Industrieländer laut IWF-Chefin Christine Lagarde stärker auf Forschung und Entwicklung setzen. "Investieren Sie in die Zukunft", sagte die Französin am Dienstag auf einer Veranstaltung der Business School ESMT in Berlin. Jüngste Studien des IWF zeigten, welche große Wirkung dieser im Fachjargon F&E genannte Bereich für die Wirtschaftsleistung entfalten könne:

"Falls die Industrieländer ihre Ausgaben für F&E um 40 Prozent steigern würden, könnte dies das Bruttoinlandsprodukt in einer nicht zu fernen Zukunft um fünf Prozent anwachsen lassen", so Lagarde.

Zudem gelte es, Hürden zu entfernen, die dem Wettbewerb im Wege stünden, sagte die IWF-Chefin. Lagarde hatte jüngst in der deutschen Hauptstadt auch vor protektionistischen Tendenzen in der Welt gewarnt. In einem in Berlin vorgelegtem Bericht für die deutsche G20-Präsidentschaft hatten der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Welthandelsorganisation (WTO) jüngst dafür plädiert, den Handel als Motor eines globalen Wirtschaftswachstums zu stärken. Sie grenzten sich damit demonstrativ von den Abschottungsplänen von US-Präsident Donald Trump ab.

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Automatisierung auf dem Arbeitsmarkt birgt Gefahren

Lagarde warnte allerdings auch vor den Gefahren der voranschreitenden Automatisierung. "Die technologischen Veränderungen, die wir im Moment sehen, stellen eine echte Herausforderung dar", sagte sie. Fast alle Berufe würden sich künftig durch Innovationen wie Robotertechnik und künstliche Intelligenz ändern. Regierungen müssten weltweit dafür sorgen, dass dadurch nicht nur Arbeitsplätze wegfielen, sondern auch neue Chancen für alle entstünden. Das sei auch aus wirtschaftlicher Sicht entscheidend, sagte Lagarde. „Exzessive Ungleichheit ist unvereinbar mit stabilem Wachstum.“

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