Frustration im Job So entkommen Führungskräfte dem Druck

Überstunden, Streit mit der Geschäftsführung, unmotivierte Mitarbeiter: Das Leben einer Führungskraft ist bisweilen hart. Wie es leichter wird, erklärt Leadership-Experte Harald Psaridis.

Alte Glaubenssätze ablegenZu viele Chefs sehen es immer noch als ihre Hauptaufgabe, Anweisungen zu erteilen. Der Schlüssel zur erfolgreichen Führung liegt aber nicht in einer passiven Position hinter dem Schreibtisch, aus der heraus man Befehle gibt, sondern im persönlichen Einsatz: Als Führungskraft müssen Sie sich als aktiver Teil des Teams einbringen und dort tatkräftig zur Stelle sein, wo Sie am meisten bewirken können. Nur mitten im Geschehen bekommen Sie direkt mit, was passiert. Und Sie sehen, wann und wie Ihre Mitarbeiter Unterstützung von Ihnen brauchen. Die Akzeptanz und das Vertrauen der Mitarbeiter ist Ihnen damit sicher - und deren Engagement. Quelle: Fotolia
Die Angst vor Fehlern überwindenManager haben oftmals Angst davor, Fehler zu machen. Folge: Sie erteilen Wischiwaschi-Aufträge, anstatt wirklich Entscheidungen zu treffen. Nur zu verständlich, dass die Mitarbeiter dann nicht das machen, was ihnen "aufgetragen" wurde. Knackpunkt ist also, die Angst vorm Versagen zu überwinden. Sie werden vorher nie sicher sein können, ob eine Entscheidung richtig ist. Doch a) müssen sie gar nicht perfekt sein, um Mitarbeitern keine Angriffsfläche zu bieten. Genau das Gegenteil ist oft der Fall. Und b) können Sie aus den Ergebnissen neue Ideen und Fähigkeiten schöpfen, um in Zukunft neue, bessere Entscheidungen zu treffen. Hauptsache ist, Sie fangen damit an! Quelle: Fotolia
Ehrlichkeit im Umgang mit den MitarbeiternDie Menschen schätzen ehrliche, aufrichtige Führungskräfte mit Ecken und Kanten viel mehr als unehrliche und scheinbar fehlerfreie Chefs. Versuchen Sie also nicht, Dinge zu verschleiern oder negative Dinge zu verheimlichen. Das nimmt Druck heraus. Auch in Sachen Feedback sollte Ehrlichkeit oberstes Gebot sein. Ein ehrliches Lob ist dabei genauso wichtig wie offene konstruktive Kritik. Wer eine „Friede, Freude, Eierkuchen-Mentalität“ an den Tag legt und negative Dinge einfach unter den Tisch fallen lässt, ist zu einem späteren Zeitpunkt nur schlechten Ergebnissen ausgesetzt. Quelle: Fotolia
Keine PrivilegienDie Regeln, die im Team herrschen, sollten für alle gelten - auch für den Chef. Wenn Sie als Führungskraft festgelegte Regeln und Werte nicht vorleben, werden Ihre Mitarbeiter diese auch nicht für sich annehmen. Wenn Sie etwa ein Meeting für 10:00 Uhr ansetzen, dürfen Sie sich nicht wegen eines wichtigen Telefonats herausnehmen, erst um 10:15 Uhr zu erscheinen. Manager, die sich keine Privilegien herausnehmen, sorgen automatisch für eine bessere Gruppendynamik und ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl im Team. Quelle: Fotolia
Für Zusammenhalt im Team sorgenApropos Wir-Gefühl: Ohne ein starkes Team, das zusammenhält und dafür kämpft, gemeinsame Ziele zu erreichen, ist ein Manager nichts. Machen Sie sich als Führungskraft stets klar: Ihr Ergebnis ist davon abhängig, wie gut Sie Ihre Mitarbeiter zusammenschweißen und auf das gemeinsame Ziel einschwören können. Quelle: Fotolia
Keine Angst vor "Konkurrenz"Nicht selten machen Manager sich das Leben schwer, wenn Sie merken, dass jemand besser ist als sie selbst. Das ist völlig unbegründet, denn Ihre Aufgabe als Führungskraft ist es, die richtigen Menschen am richtigen Platz in Ihrem Team einzusetzen. Letztlich müssen Sie umdenken: Es geht nicht darum, Angst vor starken Leuten zu haben, sondern diese Leute zu fördern und richtig einzusetzen! Quelle: Fotolia
Konstruktiver Umgang mit KündigungenKündigungen von Mitarbeitern gehören zu den unangenehmsten Aufgaben von Führungskräften - und sorgen oftmals für einen hohen Leidensdruck. Insbesondere, wenn es sich um Mitarbeiter handelt, die sich kontinuierlich und unermüdlich Mühe geben, allen Anforderungen gerecht zu werden, aber trotzdem hinter der geforderten Leistung zurückbleiben. Solche Kündigungen schmerzen. Zuzuschauen, wie der Mitarbeiter sich auf der Position abrackert, aber auch. Überlegen Sie in solchen Fällen zunächst: Welche anderen Qualitäten bringt diese Person mit? Lassen sich ihre Stärken eventuell auf einer anderen Position einsetzen? Wenn es keine Möglichkeiten gibt, lassen Sie den Mitarbeiter selbst erkennen, dass seine Zukunft woanders liegt. Machen Sie ihm wenn möglich Vorschläge für eine andere Zukunftsplanung. Oft sind die Leute extrem dankbar für solch eine Hilfestellung, weil selbst zwar erkennen, dass bei ihnen nichts passiert, aber nicht wissen, warum. Die Trennung wird zwar dadurch nicht einfach, aber zumindest leichter. Quelle: Fotolia
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