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Führungskräfte Vaterlandslose Gesellen auf der Chefetage

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Der Club der Globalisierten

Marijn Dekkers Quelle: dpa

„Verantwortungslose Gesellen sind diese Manager deswegen nicht“, sagt der Berliner Unternehmens- und Personalberater Peter Paschek. „Deren Verantwortungsverständnis endet nicht vor der eigenen Haustür, sondern gilt der ganzen Welt.“

So darf man es Bayer-Chef Marijn Dekkers wohl abnehmen, wenn er die Milliardeninvestition für eine Produktionsanlage in Shanghai nicht nur unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sieht. „Wir haben uns dem Ziel verschrieben“, sagte Dekkers anlässlich der Einweihung der Anlage im vergangenen Jahr, „ein verantwortungsbewusster Mitbürger Chinas zu werden.“

Neue Anforderungen

Eine Aussage ganz im Sinne der Studie „Leadership 2030“ der Unternehmensberatung Hay Group, die 4000 Manager weltweit nach den Eigenschaften befragt hat, die Führungskräfte in einem verschärften Wettbewerbsumfeld haben müssten. Sie sollten nicht nur mehrere Fremdsprachen sprechen und international mobil sein, so das Ergebnis der Studie. Sondern auch „anpassungsfähig, kulturell sensibel und kooperationsfähig sowie konzeptionell denken können“. Und in der Lage sein, „vielfältig aufgestellte Teams zu führen“.

Einschneidende Entscheidung

Auch deswegen hat mehr als jedes vierte der 185 Dax-Vorstandsmitglieder bereits keinen deutschen Pass mehr, mit dem Amerikaner Wayne T. Smith, den BASF für Ende April bestellt hat, wird ein weiterer hinzukommen. Und in neun der 30 größten deutschen Unternehmen sitzt bereits ein Ausländer an der Spitze.

Zu diesem Club der Globalisten gehört auch Marijn Dekkers. Der Niederländer, verheiratet mit einer Amerikanerin, hatte sein Berufsleben bis zu seiner Berufung an die Spitze des Bayer-Konzerns ausschließlich in den USA verbracht – unter anderem bei General Electric, wo er stets nach der Devise arbeitete: dem Unternehmen zum Erfolg verhelfen.

Dass mit dem Niederländer vor gut 15 Monaten zum ersten Mal in der Bayer-Historie nicht nur ein CEO mit ausländischem Pass, sondern auch ein Kandidat von außen geholt wurde, entpuppte sich schnell als einschneidende Entscheidung.

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