Führungskräfte High Potentials dringend gesucht

Unternehmen im deutschsprachigen Raum reißen sich um überdurchschnittlich qualifizierte Absolventen. Doch die, die sie kriegen können, leiden an Selbstüberschätzung.

Die globale Manager-Generation
Achimgaz Quelle: REUTERS
Kurt Bock - CEO BASF Quelle: Pressebild
Werner Wenning - CEO Bayer (2002-2010) Quelle: dpa
Marijn Dekkers - CEO Bayer Quelle: dpa
Jürgen Grossmann - CEO RWE (2007-2012) Quelle: dapd
Peter Terium - designierter CEO RWE Quelle: dapd
Thomas Quaas - CEO Beiersdorf (2005-2012) Quelle: AP
Stefan Heidenreich - designierter CEO Beiersdorf Quelle: Pressebild

Unternehmen in der Schweiz, Österreich und Deutschland wollen mehr hochqualifizierte Berufseinsteiger: 74 Prozent der deutschen Chefs wollen 2012 bis zu 15 sogenannte High Potentials einstellen. In Österreich und der Schweiz sind es 67 beziehungsweise 87 Prozent. Gerade in den Bereichen IT sowie Forschung und Entwicklung sind Master- und Diplomstudenten sehr gefragt. Das Problem: Die Mehrheit der Arbeitgeber kann die jungen Talente nicht von sich überzeugen. Laut einer Studie der Managementberatung Kienbaum haben 74 Prozent der befragten deutschen Unternehmen angegeben, dass sie rund ein Viertel ihrer Wunschkandidaten nicht für sich gewinnen konnten.
85 Prozent der Schweizer Konzerne scheiterten bei einem Viertel ihrer Wunschkandidaten. „Die Unternehmen haben erhebliche Schwierigkeiten, diejenigen an sich zu binden, die ihre Ansprüche voll und ganz erfüllen, und müssen deshalb oft Kompromisse eingehen“, sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications. Wenn sie einmal angestellt sind, fahren die Unternehmen schwere Geschütze auf, um die jungen, klugen Köpfe an sich zu binden: Von Coachings, flexibler Arbeitszeitgestaltung - Stichwort Work-Life-Balance - bis zu Weiterbildungen ist alles dabei. Eine attraktive Arbeitsatmosphäre soll zum Bleiben motivieren. Außerdem war es für die befragten 460 Firmen in den drei Ländern selbstverständlich, ihren High Potentials viel Eigenverantwortung zu übertragen. „Die Unternehmen arbeiten zunehmend daran, ihren High Potentials optimale Bedingungen zu bieten, damit diese nicht wechseln," sagt Christoph Thoma von Kienbaum in Zürich.

Die beliebtesten Abschlüsse

Die Strategie scheint aufzugehen: Wenn sich der qualifizierte Nachwuchs für eine Kündigung entscheidet, dann läge es in der Hauptsache nicht am Unternehmen. 86 Prozent der deutschen High Potentials wechseln aus persönlichen Gründen, erst danach kommt die Abwerbung durch attraktivere Arbeitgeber. So bleiben in Deutschland auch 78 Prozent der Top-Talente mindestens drei Jahre beim gleichen Arbeitgeber. "Die Besten in der Firma zu halten und zu entwickeln, wird in Zukunft ein zentraler Wettbewerbsvorteil“, so Thoma.

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