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Führungswechsel
Quelle: REUTERS

Werden Sie mit Blockchain ein Weltmarktführer

Wer auch nur einen Hauch von Unternehmer-Instinkt in sich trägt, der sollte seine Nase Richtung Blockchain richten. In dieser jungen Industrie ist vieles erst kurz angedacht. Jetzt ist der Moment, um mitzugestalten.

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Wer die eigene Karriere zehn bis zwanzig Jahre vorausdenkt, wird um eines nicht herumkommen: die Blockchaintechnologie. Genauso wenig wie um die Erkenntnis, welche Chance damit verbunden ist.

Vor zwanzig Jahren, 1999, gab es unter 3,1 Millionen Webseiten eine neue: „X.com“ Die Firma dahinter bot Bezahldienste per E-Mail an. Die Reaktionen aus der traditionellen Finanzbranche schwankten zwischen „Das wird nie klappen!“ und „Die bedrohen unsere Existenz!“ Heute, zwanzig Jahre später, gibt es 1,7 Milliarden Webseiten. Und die Firma heißt PayPal. Letztes Jahr hat PayPal ein Zahlungsvolumen von 578 Milliarden US-Dollar abgewickelt und damit 15,45 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt.

Schon diese Zahlen sind unvorstellbar groß. Doch der globale Zahlungsmarkt ist ungleich größer. Im vergangenen Jahrzehnt ist er kontinuierlich um mehr als sieben Prozent pro Jahr gewachsen. Und die Zukunft ist noch eindrucksvoller: Die Prognosen sehen auch für die nächsten Jahre – getrieben durch den gigantischen Asienmarkt – ein Wachstum von neun Prozent jährlich.

Führungskräfte mit Ambitionen sehen hier eine riesige Opportunität. Zum Beispiel Mark Zuckerberg. Für die Monetarisierung seines Geschäftsmodells ist der Zahlungsmarkt eines der profitabelsten Geschäftsfelder, die man sich wünschen kann. Nun kommt mit der Blockchain eine neue Technologie ins Spiel, die eine global skalierbare, deutlich sicherere und noch günstigere Alternative schafft. Damit wird nicht nur die Zahlung selbst schneller und günstiger. Auch die Integration von Finanzprozessen mit Produktions- und Logistikprozessen bricht eine althergebrachte Silokultur auf und schafft Raum für neue Wege. Zuckerberg setzt auf Blockchain – und er setzt auf den Zahlungsverkehr. Die Kombination daraus tauft er auf den Namen „Libra“.

Wer heute in den Startlöchern steht oder seine ersten Kilometer des Marathons zum Unternehmensaufbau schon hinter sich gebracht hat, der sollte dieses Ereignis nicht verpassen. Egal in welcher Industrie das Unternehmen sich befindet oder ob Export heute schon den Großteil des Umsatzes ausmacht, ob man Kräne herstellt, Dichtungsringe patentiert oder CO2-reduzierten Zement entwickelt – die Auseinandersetzung mit der Blockchain-Technologie einerseits und mit Libra als Zahlungsmittel andererseits lohnt sich in jedem Fall. Denn klar ist, dass künftig Produkte und Leistungen – ohne Umweg über unzählige Finanzdienstleister – direkt gehandelt und bezahlt werden können. Grundlage dafür sind ein blockchainbasierter Logistik- und Produktionsprozess sowie eine blockchainbasierte Zahlungsmethode.

Blockchain macht ganz neue Geschäftsmodelle denkbar

Auf das „Internet der Informationen“ folgt das „Internet der Werte“. Die Blockchain macht Geschäftsmodelle denkbar, die unter ganz anderen Prämissen funktionieren als heute. Wirtschaftliches Handeln basiert auf der Grundlogik Preis x Menge = Umsatz. Die heutige Wirtschaft ist im Multiplikator ‚Menge’ auf die Anzahl der Menschen auf diesem Planeten limitiert. Manchmal noch bereinigt um einen Faktor Einskomma-x – beispielsweise bei Smartphones.

Die Blockchaintechnologie macht aber einen wirtschaftlichen Tauschprozess ohne menschliche Schnittstelle möglich, nämlich zwischen zwei Maschinen: Das Auto rechnet mit der Zapfsäule ab. Das Kraftwerk verrechnet den Verbrauch der Klimaanlage mit der Stromerzeugung der Solarpaneele auf dem Dach. Zwei Rechner nutzen gegenseitig Rechenkapazitäten und verrechnen die Leistung untereinander. Und plötzlich ist der Multiplikator ‚Menge’ nicht mehr die Anzahl der Menschen, sondern die Anzahl der Maschinen.

Die Anzahl der Beteiligten an möglichen Tauschprozessen ist um ein Vielfaches höher als heute. Und selbst bei deutlich geringeren Preisen sind Geschäftsmodelle vorstellbar, die stärker skalierbar und damit deutlich profitabler sind. Der dadurch geschaffene Wert bietet eine Chance auf Wirtschaftswachstum selbst bei rückläufigen demographischen Zahlen und sogar noch bei fundamental höherer Produktivität.

Die Weltmarktführer der Zukunft werden sich weder linear aus dem Status Quo herausentwickeln, noch indem sie im heutigen Zahlungsregime verharren. Wer halbwegs nüchtern auf die aktuellen technischen Möglichkeiten blickt, weiß, dass Blockchain-Zahlungen bald Normalität sein werden. Dabei ist es völlig unerheblich, ob sich am Ende tatsächlich Libra durchsetzt oder es einen staatlich verwalteten Euro auf Basis der Blockchaintechnologie geben wird. Oder beides. Oder weder noch. Entscheidend ist, dass die Trennung der Systeme Produktion/Dienstleistung–Handel–Zahlung und die Fragmentierung entlang der Wertschöpfungskette deutlich abnehmen wird.

Deswegen: Wer auch nur einen Hauch von Unternehmer-Instinkt, jenen legendären Schumpeterschen Wachstums-Treibstoff in sich trägt, wer nach den nächsten großen Produktivitätssteigerungen, der Erschließung neuer Märkte und der Entwicklung neuer Nischenprodukte sucht, der sollte seine Nase Richtung Blockchain richten.

In dieser jungen Industrie ist vieles erst kurz angedacht, manches weiter durchdacht und ganz vieles einfach noch nicht gemacht worden. Aber genau jetzt ist der Moment mitzugestalten. Jetzt gibt es diese eine Gelegenheit, die sich in einem Berufsleben vermutlich nur einmal bietet; der Augenblick, um eine Entwicklung anzuführen und durch eigenes Tun voranzutreiben, von dem man später sagt: Wann genau war das? Und wieso hast du gewusst, dass du da mitmachen musst?

Wer sich in der Tradition deutschen Pioniere wie Siemens, Bosch, Porsche oder Würth sieht und weniger Freude am Verwahren, Verwalten und Erben hat als am Aufbauen, Riskieren und Gewinnen – für den ist jetzt die Zeit gekommen, den Weltmarktführer 2025 zu gründen.

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