Geld und Sicherheit Was Manager von ihrem Arbeitgeber erwarten

Führungskräfte wollen vor allem eins: ein leistungsabhängiges Gehalt. Entsprechend wählen sie den Arbeitgeber aus: Ein Konzern muss es sein, Startups kommen nicht in Frage. Wo es Manager hinzieht und was sie erwarten.

Wie muss ein attraktiver Arbeitgeber für Manager aussehen? Quelle: Fotolia

Berufseinsteiger suchen nach Arbeitgebern, die ihnen ein flexibles Arbeitsumfeld mit vielen spannenden Aufgaben bieten. Sind diese Menschen dann allerdings ein paar Jahre im Unternehmen und die Karriereleiter ein paar Sprossen heraufgeklettert, ändern sich die Präferenzen: Ab dem mittleren Management geht es ums Geld.

Die Unternehmensberatung Baumann hat 300 deutsche Führungskräfte befragt, was für sie einen Arbeitgeber attraktiv macht. Und mit 36 Prozent der Nennungen führen ein gutes Gehalt und Sozialleistungen die Liste an. Dahinter kommt mit 34 Prozent der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens und auf Rang drei der sichere Arbeitsplatz (32 Prozent).

Den Wünschen gegenüber steht in vielen Fällen jedoch eine andere Arbeitsrealität: Jeder Fünfte ist mit seinem Gehalt unzufrieden. Ändern könnte das aus Sicht der Befragten eine leistungsgerechte, individuelle Entlohnung: 60 Prozent sprachen sich für ein Gehalt mit ausgeprägter oder moderater Erfolgskomponente aus. 44 Prozent von ihnen erklärten zudem, der Erfolgsanteil solle sich in erster Linie an der persönlichen Performance orientieren.

Ab einem Jahreseinkommen von 80.000 Euro ist ein Festgehalt mit ausgeprägter Erfolgskomponente eindeutig das Modell der Wahl (47 Prozent). "Gerade junge und motivierte Führungskräfte setzen sich hohe persönliche Ziele und wollen daran auch gemessen werden", erklärt Michael Faller, Geschäftsführer der Baumann Unternehmensberatung Executive Search. Er ist überzeugt: "Wer sich unterbezahlt fühlt, prüft die Jobangebote der Konkurrenz sehr genau."

Bei wem Manager arbeiten wollen

Aufstiegschancen interessieren dagegen nur 22 Prozent der Manager bei ihrem Arbeitgeber, die Innovationsfähigkeit ist für 17 Prozent entscheidend, der gute Ruf für 16 Prozent. Nur zehn Prozent legen Wert auf eine familienfreundliche Atmosphäre und jeweils acht Prozent auf flache Hierarchien und eine ökologische Verantwortung ihres Arbeitgebers. Befragt nach dem Traumarbeitgeber und den zwei Hauptargumenten für das Lieblingsunternehmen, tauchen diese Soft Skills eines Unternehmens auch nicht auf.

Die beliebtesten Arbeitgeber von Managern

Die meisten Studienteilnehmer möchten für einen Konzern arbeiten (36 Prozent), Mittelständler sind für 23 Prozent denkbar, Familienunternehmen für 21 Prozent. Dagegen will noch nicht einmal jeder Zwanzigste (vier Prozent) für ein Start-Up arbeiten, was Faller mit einem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Manager begründet. Für Startups lassen sich seiner Erfahrung nach in erster Linie junge Hochschulabgänger gewinnen. Erfahrene Führungskräfte wollten – wenn sie den Schritt dennoch wagen – auch finanziell beteiligt sein, wenn die Wette auf das neue Geschäftsmodell aufgeht. Das heißt: Sie wollen eine Unternehmensbeteiligung.

Wann Manager den Arbeitgeber wechseln

In Arbeit
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Auf die Suche nach einem neuen Job machen sich Manager laut der Studie hauptsächlich aus zwei Gründen: Wenn das Geld nicht stimmt und wenn die Kollegen Pfeifen sind. Sieben von zehn Befragten wollen wegen der Kollegen und Mitarbeitern einen neuen Job suchen, wie die Umfrage zeigt. Gerade mal die Hälfte ist mit ihren Mitarbeitern voll zufrieden.

Um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen, machen viele Wechselwillige eine Bewerbung auch von ihrem künftigen direkten Vorgesetzten abhängig. Für knapp drei Viertel der Manager spielt laut der Studie neben einer attraktiven Vergütung auch der Standort des Arbeitgebers eine wichtige Rolle. Die meisten der befragten Führungskräfte bevorzugen einen Arbeitsplatz in einer Metropole (57 Prozent). Es folgt die Kleinstadt mit 35 Prozent. In einer ländlichen Umgebung wollen nur sieben Prozent der Führungskräfte arbeiten.

Allerdings: je älter die Arbeitnehmer werden, desto wichtiger ist ihnen die Meinung von Ehemann oder Ehefrau. 35 Prozent derer, die 55 Jahre und älter sind, holen sich Rat beim Partner.

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