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Gerry Weber, Kettler und Co. 6 Überlebenstipps für Traditionsmarken

Ausgeknipst: Der deutsche Fernsehhersteller Loewe rutschte in die Insolvenz. Quelle: dpa

Ein bekannter Name schützt nicht vor der Krise. Das mussten das Modeunternehmen Gerry Weber, TV-Hersteller Loewe oder Kettcar-Produzent Kettler unlängst schmerzlich erfahren. Damit anderen Traditionsmarken nicht dasselbe Schicksal widerfährt, müssen sie verstehen, was Kunden wollen.

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1.       Glaubwürdigkeit: Schon Konfuzius sagte einst: Wer liebt, was er tut, braucht keinen Tag mehr zu arbeiten. Hinter seinem Produkt zu stehen und sich selbst damit zu identifizieren, birgt jedoch noch ganz andere Vorteile – und tut nicht nur einem selbst, sondern auch der Marke gut. So sorgt die Leidenschaft im Beruf auch für Authentizität. Das macht die Marke zum einen sympathisch und spricht zum anderen für ihre Qualität.

2.       Gesellschaftliche Verantwortung zeigen: Mit der Zeit haben sich nicht nur Technologien weiterentwickelt, sondern auch das Bewusstsein der Menschen. Themen wie Nachhaltigkeit oder faire Produktion werden für den Kunden immer wichtiger. So stechen Unternehmen, die beispielsweise nur in Deutschland produzieren oder solche, die streng auf gute Arbeitsbedingungen in ihren Produktionsländern achten, positiv aus der Masse hervor.

 3.       Masse mit Klasse: Es gibt Sammler, die bereit sind, für eine Miniatur mehrere tausend Euro zu bezahlen, und Gutbetuchte, die dasselbe für eine Flasche Champagner tun. Das klingt für ein Unternehmen, das diese Dinge vertreibt, zunächst einmal lukrativ. Doch die Plätze an der Spitze sind begehrt – und die Gesamtumsätze oft überschaubar. Oft ist es deshalb sinnvoller, sich als gute Marke auf dem Massenmarkt zu positionieren. Auf diese Weise erreichen Unternehmen ein wesentlich breiteres Publikum. Sowohl die wenigen Kunden, die bereit sind, viel Geld zu zahlen, als auch jenes Klientel, das eher zurückhaltender einkauft.

4.       Kundenorientierung: Der Kunde ist ein Fähnchen im Wind. Heute will er dies, morgen etwas ganz anderes. Eine gute Marke lässt sich von denselben Böen treiben. Sie bleibt stets nah am Kunden, um seine Bedürfnisse früh erspüren, sie schließlich decken und ihm somit einen Mehrwert bieten zu können. Dabei ist es übrigens ganz egal, ob der Kunde bereits weiß, was ihm fehlt, oder erst noch mit der Nase darauf gestoßen werden muss.

5.       Innovation durch Tradition: Die Digitalisierung ist – gerade für Traditionsmarken – ein harter Gegner, den nur bezwingen kann, wer innovativ ist. Nur, wer mit der Zeit geht, kann sich auf Dauer halten und von anderen abheben. Dabei gilt es, den Phönix aus der Asche zu zaubern – also bewährte Produkte mit Hilfe alten Wissens und neuer Technologien zu modernisieren.

6.       Klare Linie: Die eigene Identität ist das höchste Gut einer Traditionsmarke. Sie sollte sich selbst treu bleiben und nicht jedem Produkttrend nacheifern. Wichtig ist, dass sie ihre Qualität beibehält, indem sie das tut, was sie am besten kann. Getreu dem alten Sprichwort: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Statt einem breiten, dafür gewöhnlichen Produktportfolio sollten Unternehmen deshalb lieber weniger auf Vielfalt, dafür mehr auf Innovation und Exzellenz setzen.

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